Zum Lernen ist es nie zu spät!

15.06.2021 | News

Teil 3 unserer Serie rund um das Thema Fachhandwerksnachwuchs und Lehrlings­ausbildung führt uns in dieser Ausgabe ins Burgenland.

Wir sprachen mit Landeslehrlingswart Horst Werderits über seine Wünsche für den Bereich der Jugendarbeit, seine ­Motivation und ganz allgemein über die ­Zukunft der Branche.

Seit wann sind Sie als Landeslehrlingswart tätig und was war Ihre größte Motivation, diese Stelle zu übernehmen?
Werderits: Ich bin seit letztem Jahr im Amt und hoffe, einen Umschwung in Sachen Lehrlingsausbildung für das Burgenland zu schaffen.

Was hat sich in den letzten Jahren geändert?
Werderits: Immer mehr Jugendliche ­wollen eine schulische Ausbildung; daher bleiben uns nur relativ wenige Anwerter ­übrig, die einen Lehrberuf ergreifen wollen. Leider hat zudem die Motivation der Betriebe, Lehrlinge auszubilden, abgenommen.
Durch die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler auch mit einem Nichtgenügend in die nächste Klasse aufsteigen können, sind uns im Vorjahr die Schulabbrecher aus den HTL weggefallen. Gerade diese Jugendlichen waren jedoch unsere besten Lehrlinge.

Welche Ziele wurden erreicht?
Werderits: Die Pandemie hat uns leider etwas ausgebremst.

Welche neuen Herausforderungen kamen hinzu?
Werderits: Es scheint, als ob das Niveau in den Schulen weiter sinkt. Die Bürokratie bei der Lehrlingsausbildung ist auch nicht umbedingt ein Anreiz für die Betriebe, Lehrlinge auszubilden. Wir müssen verstärkt darauf achten, dass wir dem Facharbeitermangel entgegenwirken.

Die wichtigsten Agenden aktuell?
Werderits: Auf jeden Fall die Bewältigung des Facharbeitermangels. Hier müssen die Sozialpartner gemeinsam mit der Politik an einem Strang ziehen. Der Lehrberuf muss durch eine Imagesteigerung attraktiver ­gemacht werden. Dies kann nur gelingen, wenn den Eltern, den Jugendlichen und letztlich der österreichischen Bevölkerung klar wird, dass Handwerk keine Schande, sondern vielmehr eine ehrenwerte Ausbildung ist.

Bis wann wollen Sie Ihre Pläne umgesetzt haben?
Werderits: Meine Funktionsperiode läuft bis 2025. Bis dahin will ich ein Umdenken bei den Bildungsbeauftragten der Schulen erreichen – diese sind maßgeblich an der Berufswahl ihrer Schüler beteiligt.

Die wichtigsten Voraussetzungen dafür?
Werderits: Motivation der Betriebe, Lehrlinge auszubilden, und in den Schulen in ihrem Einzugsbereich den Beruf des Installateurs vorzustellen; auch gute Kontakte zur Bildungsdirektion, Schulen und Eltern­vereinen schaden nicht!

Bilden Sie in Ihrem Betrieb Lehrlinge aus – in welchem Bereich?
Werderits: Wir haben in den letzten 45 Jahren fast jedes Jahr einen Lehrling aus­gebildet. Leider ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, da sich einfach keine Jugendlichen melden. Momentan haben wir einen Lehrling als Installateur in Ausbildung.

Dieses Interview finden Sie ungekürzt auch ab Seite 6 der aktuellen Ausgabe 6/2021!

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