Frauenpower im SHK-Handwerk

23.09.2021 | News

Hier dreht sich alles um die Damen der Branche: Dieses Mal erzählt uns Elisabeth Kuster, Installateurin bei MK-Heizung-Sanitär in St Gallenkirch, ihre ­Geschichte.

Ich bin in einer ländlichen Gegend aufgewachsen, war immer schon ­gerne in der Natur und auf Achse. Wir haben Baumhäuser gebaut. Dort hat sich recht schnell herausgestellt, dass ich handwerklich begabt bin und den Jungs einen Schritt voraus war. Mein Vater hat einen Installationsbetrieb, und als Kinder waren wir damals schon auf dem Eisenschrott und haben alte Boiler und Heizkessel auseinander­geschraubt. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, Spielzeug, Tretroller und so weiter zu bauen und meine Ideen auch selbst umzusetzen. Ich entschied mich für eine Lehre im Betrieb meines Vaters. Danach wollte ich mein Wissen in der Branche noch mehr ­vertiefen und besuchte die HTL in Jenbach in Tirol. Neben der Schule war ich auch ständig im Betrieb tätig. Meine Diplomarbeit wurde an der FH Kufstein mit dem Special Young Scientist Energy Award 2018 ausgezeichnet und unmittelbar danach umgesetzt. Derzeit arbeite ich im Betrieb meines Vaters, den ich einmal übernehmen werde. Ich bin auf der Baustelle, verlege Rohre, mache ­Serviceeinsätze und erledige auch Büro­arbeiten sowie technische Planungen – ich bin quasi Allrounder. Mein Opa hatte schon das Handwerk gelernt, von ihm mein Vater – und ich habe von beiden gelernt bzw. lerne immer noch von meinem Vater.

Gefragt: Durchsetzungsvermögen
Als Frau muss man sich in einer männer­dominierten Branche sehr stark durchsetzen. Man darf sich nicht unterkriegen lassen. Hat man sich den nötigen Respekt verschafft, ist es großartig, mit Männern zu arbeiten. Wünschenswert wäre noch mehr Frauenpower! Frauen können mit dem richtigen Biss alles schaffen. Für technisch versierte Frauen ist die Branche die richtige Wahl. Von den ­Arbeiten im Erdreich bis zur Planung von Bädern und Programmierung von Regelungen ist alles dabei. Als Frau wird man teilweise noch immer schräg angeschaut, wenn man etwas Technisches erklärt, aber dann kann man sich beweisen und sein Know-how zeigen.

Weg mit alten Rollenbildern!
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer und sind nicht gleichgestellt. Die Führungskräfte sind nach wie vor großteils Männer. Frauen bekommen Kinder und sind dann für eine Zeit nicht arbeitsfähig – aber heute können auch Männer in Karenz gehen. Es gibt so viele Möglichkeiten, die einer Frau ebenfalls eine Karriere ermöglichen. Leider werden Frauen oft immer noch als „Sex­objekt“ betrachtet und lassen sich einiges gefallen. Jede Frau sollte aufstehen, über den altbekannten Schatten springen, das typische Frauenbild vergessen und sagen: „Hier bin ich, hier sind wir Frauen und wir dürfen auch gehört werden und erfolgreich sein!“ Frauen habe einen anderen Blickwinkel. Das kann zu interessanten Kombinationen und Ideenvielfalt führen. Die Planung an einem Vorhaben ist das Um und Auf, daher könnten Frau und Mann zusammen von vorn­herein Missverständnisse vermeiden oder Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten und so Probleme schnell lösen.

Vielseitige Branche
Gibt es technische Probleme, ist es an uns, diese zu finden, zu verstehen und zu lösen. In unserer Branche hat man nie ausgelernt, da immer wieder neue Fehler auftreten können – das ist das Spannende an unserem Job. Interessant ist auch, wie sich Technik mit der Zeit verändert. Es gibt immer wieder Neuerungen, die wir lernen und verstehen müssen. Es ist wichtig, auf dem Stand der Technik zu bleiben. Müsste ich mich nochmal entscheiden, würde ich auf jeden Fall wieder den Job erlernen und ausüben. Es ist spannend, wie die Technik funktioniert – und auch nicht funktionieren kann. Unsere Branche ist so vielseitig wie fast keine andere.

Diesen Beitrag finden Sie ungekürzt auch auf Seite 9 der aktuellen Ausgabe 9/2021!

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