Frauenpower im SHK-Handwerk

02.05.2022 | News

Hier dreht sich alles um die Damen der Branche: Dieses Mal erzählt uns Petra Jirsa, Teamleiterin Technisches Service Center bei Hansgrohe Öster­reich, ihre ­Geschichte.

Schon als Kind baute ich mit Begeisterung Dinge und bastelte mit meinem Großvater in der Werkstatt. Lange wollte ich Goldschmiedin werden, doch dann entschied ich mich doch für eine kaufmännische Ausbildung. Nach der Schule bewarb ich mich bei einem auf Sanitäranlagen und Keramikprodukte spezialisierten Familienunternehmen, das nur von Frauen geführt wurde. Lediglich im Vertrieb im Außendienst gab es einen männlichen Kollegen. In dem kleinen Betrieb lernte ich viel, die Arbeit in der Buchhaltung empfand ich allerdings als recht trocken, und die Aufstiegsmöglichkeiten waren begrenzt. Also bewarb ich mich bei Hansgrohe und wurde mit offenen Armen begrüßt. Vor etwa 20 Jahren, als ich anfing, hatte der Bereich Service und Technik noch nicht dieselbe Bedeutung wie heute. Die Arbeit mit technischen Fragestellungen und das Problemlösen bereitete mir unheimlich viel Freude. Mein technisches Interesse und mein Know-how wuchsen immer weiter. Das familiäre Arbeitsklima und der Umgang mit den Kollegen waren besonders fördernd. So eignete ich mir ein umfassendes Produktwissen in der Sanitärtechnik an. Mittlerweile arbeite ich in der Service­abteilung und leite ein Team aus zwei Technikern im Innendienst, einem technischen Mitarbeiter im Außendienst sowie unseren externen Servicepartnern.

Die Mischung macht’s
Das Geschlecht einer Person bzw. eines Kindes spielt überhaupt keine Rolle. Im Jahr 2022 kann man Frauen durchaus technische Begabung und Interesse zutrauen. Es versteckt sich so viel Potenzial, das darauf wartet, gefördert und unterstützt zu werden! Seit meinen Anfängen beobachte ich, dass der Frauenanteil zusehends steigt. Ich denke, dass klassische Geschlechterrollen immer weiter aufgebrochen werden. Dadurch eröffnen sich für beide Geschlechter mehr Möglichkeiten. Das Bild des klassischen Frauen- oder Männerberufs wird immer überholter. In diesem Rahmen ist das Engagement von Firmen sehr bedeutsam, um zukünftige weibliche Fachkräfte anzuwerben. Ich bin der Meinung, dass ein höherer Frauenanteil die Kommunikation positiv beeinflusst. Neue Herangehensweisen und Perspektiven eröffnen sich. Und ich bin der Ansicht, dass ein höherer Frauenanteil auch weitere junge Frauen motivieren würde, einen technischen Beruf zu ergreifen. Leider haben Frauen teilweise Probleme, die Männer nicht haben. Gerade im Kundenkontakt ist man gelegentlich mit veralteten Rollenklischees konfrontiert. Da wird beispielsweise bei Telefonaten nach einem männlichen Kollegen gefragt. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein und technischer Kompetenz stellen solche Situation aber keine große Hürde dar.

Karriere mit Zukunft
Ich liebe an meinem Beruf, dass er täglich neue Herausforderungen mit sich bringt, es ist spannend, jeden Tag Neues zu lernen. Ich möchte alle Frauen dazu motivieren, sich im technischen Bereich zu verwirklichen. Es ist eine wahnsinnig spannende, schöne und bereichernde Arbeit. Viele Firmen erkennen immer mehr, was für eine Bereicherung eine diversere Belegschaft darstellt. Ich bin überzeugt, dass der Frauenanteil in unserer Branche in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Noch ein Vorteil an dem Berufsfeld ist natürlich, dass es eine Branche mit Zukunft ist. Das Badezimmer von heute hat einen großen Stellenwert und ist zur Wohlfühl­oase avanciert.

Diesen Beitrag finden Sie ungekürzt auch auf Seite 10 der aktuellen Ausgabe 5/2022!

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