Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung (WRG) gelten als Schlüsseltechnologie. | © Pluggit GmbH, München
Warum Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung immer wichtiger wird
Saubere Luft ist ein Menschenrecht. Diese Feststellung hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen bereits 2022 in einer Resolution verankert. Doch was bedeutet das konkret für den Alltag – insbesondere für das Wohnen und Arbeiten in Gebäuden? Klar ist: Gute Innenraumluftqualität ist kein Komfortthema mehr, sondern ein zentraler Faktor für Gesundheit, Energieeffizienz und Klimaschutz.
Innenraumluft: entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden
Menschen verbringen rund 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen. Damit rückt die Qualität der Raumluft stärker denn je in den Fokus. Schadstoffe, Feuchtigkeit, CO₂ und Allergene können sich in gut gedämmten Gebäuden ohne kontrollierten Luftaustausch schnell anreichern. Aus fachlicher Sicht braucht es daher nutzerunabhängige, dauerhaft wirksame Mindestluftwechsel, die den hygienischen Anforderungen gerecht werden.
Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung (WRG) gelten dabei als Schlüsseltechnologie. Sie sorgen kontinuierlich für Frischluft, ohne dass Fenster geöffnet werden müssen, und tragen damit wesentlich zu einem gesunden Raumklima bei.
„Bis zur GEG Einführung 2020 verlangte die damalige ENEV ausdrücklich die Sicherstellung eines Mindestluftwechsels zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung – diese Vorgabe muss zwingend wieder ins neue Gebäudemodernisierungsgesetz GMG aufgenommen werden“, plädiert Uwe Schumann, Leitung Verbandsarbeit & Wissensmanagement bei der Pluggit GmbH. Entscheidend sei zudem eine klare Definition der erforderlichen Luftwechselraten und Mindestanforderungen an die Innenraumluftqualität.
Lüftung als Klimaschutzinstrument
Neben der gesundheitlichen Dimension spielt die kontrollierte Wohnraumlüftung auch beim Energieverbrauch von Gebäuden eine zentrale Rolle. Ein erheblicher Teil der Wärmeverluste entsteht durch manuelles Fensterlüften. Fachliche Berechnungen zeigen:
Bei EH-85-Gebäuden entfallen bis zu 45 Prozent der Wärmeverluste auf Lüftung, bei EH-40-Häusern sogar mehr als 70 Prozent.
Moderne Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung reduzieren diese Verluste deutlich. Gleichzeitig erfüllen sie die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie EPBD. Studien beziffern das CO₂-Einsparpotenzial auf 9 bis 11 Millionen Tonnen pro Jahr, wenn kontrollierte Lüftungssysteme flächendeckend eingesetzt werden.
Technik für Neubau und Sanierung verfügbar
Die dafür notwendige Technik ist längst verfügbar. Der Münchner Hersteller Pluggit bietet ein breites Portfolio an Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung, die sowohl im Neubau als auch in der Sanierung eingesetzt werden können.
Ein Beispiel ist das dezentrale Wohnraumlüftungsgerät PluggCompact. Das kompakte System erreicht einen Luftvolumenstrom von bis zu 80 m³/h und eine Wärmerückgewinnung von bis zu 86 Prozent. Durch verschiedene Einbauvarianten lässt sich das Gerät in nahezu jeden Wandaufbau integrieren und kann auch als Bestandteil eines zentralen Lüftungskonzepts eingesetzt werden.
Luftqualität braucht klare Regeln und smarte Technik
Gesunde Innenraumluft ist keine Frage individueller Gewohnheiten, sondern ein planungs- und regelungsrelevantes Thema für Gesetzgebung, Baupraxis und Haustechnik. Komfortlüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung verbinden Gesundheitsschutz, Energieeffizienz und Klimaziele – und werden damit zu einem unverzichtbaren Baustein moderner Gebäude.
