Grafik zum prognostizierten Verbrauch in ausgewählten Gemeinden. | © Techem
Obwohl die Energiepreise in Österreich im Jahr 2025 vielerorts gesunken sind, müssen sich Verbraucher*innen auf höhere Heizkostenabrechnungen einstellen. Eine Analyse des Techem Research Institute on Sustainability (TRIOS) prognostiziert, dass die Abrechnungen im Durchschnitt um 8,3 Prozent höher ausfallen dürften als im Jahr 2024. Hauptursache ist eine deutlich kältere Heizperiode, die den Heizenergiebedarf spürbar erhöht hat. Gleichzeitig zeigen sich bei den erwarteten Kostensteigerungen erhebliche regionale Unterschiede, wobei insbesondere der Osten Österreichs stärker betroffen ist.
Methodik der Heizkostenprognose
Mit der jährlichen Heizkostenprognose möchte Techem, einer der führenden Serviceanbieter für smarte und nachhaltige Gebäude, das Bewusstsein für den Energieverbrauch stärken. Für die Analyse wurde auf Basis von Wetterdaten die theoretische Heizbedarfsänderung der 45 größten Gemeinden Österreichs für das Kalenderjahr 2025 ermittelt und mit den Durchschnittspreisen der jeweiligen Energieträger kombiniert. Grundlage der Berechnungen sind der harmonisierte Verbraucherpreisindex der EU von Eurostat sowie Wetterdaten von meteostat.net, die mit Daten des Deutschen Wetterdienstes validiert wurden. Strom wurde aufgrund seiner geringeren Relevanz als Energieträger für Raumwärme nicht berücksichtigt.
Kältere Heizperiode treibt Heizkosten nach oben
Trotz gesunkener durchschnittlicher Preise für Gas um sechs Prozent, für Heizöl um 5,7 Prozent und für Fernwärme um 0,01 Prozent überkompensiert der witterungsbedingt höhere Heizbedarf diesen positiven Effekt. Unter der Annahme eines linearen Zusammenhangs zwischen Temperatur und Heizenergieverbrauch ergibt sich für 2025 ein um rund 12,7 Prozent höherer Heizbedarf. In der Folge dürften die Heizkostenabrechnungen, die überwiegend im zweiten Quartal 2026 zugestellt werden, im Schnitt um 8,3 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Bei Haushalten mit Fernwärme wird ein Anstieg von 12,7 Prozent erwartet, bei Heizöl von 6,2 Prozent und bei Gas von rund 6 Prozent.
Deutliche regionale Unterschiede bei den Kostensteigerungen
Im Bundesländervergleich fallen die prognostizierten Kostensteigerungen im Osten Österreichs am höchsten aus. Für Wien wird ein Plus von 13,4 Prozent erwartet, für Niederösterreich von 13 Prozent und für das Burgenland von 10,3 Prozent. Moderater entwickeln sich die Heizkosten in der Steiermark mit 4,4 Prozent sowie in Tirol mit 0,7 Prozent. Für Kärnten prognostiziert die Analyse sogar eine leichte Entlastung von minus 0,7 Prozent.
Auch auf Gemeindeebene zeigen sich deutliche Unterschiede. In Schwaz, Villach und Feldkirchen in Kärnten könnten die Heizkostenabrechnungen niedriger ausfallen als im Vorjahr. Demgegenüber müssen sich Haushalte in Traiskirchen, Baden bei Wien und Mödling laut Prognose auf die höchsten Kostensteigerungen einstellen.
Digitale Transparenz als Ansatz zur Kostensenkung
Um Heizkosten langfristig zu reduzieren, setzt Techem verstärkt auf digitale Lösungen. Über das digitale Techem Kundenportal können Hausverwaltungen und Bewohner*innen ihren Energieverbrauch laufend einsehen und gezielt gegensteuern.
„Der transparente Überblick über den eigenen Verbrauch ist entscheidend – denn nur wenn ich weiß, was ich verbrauche, kann ich einsparen“, so Karl Moll, Geschäftsführer der Techem Austria.
Zugleich betont Moll den orientierenden Charakter der Analyse: „Mit der Heizkostenprognose können wir zwar keine verbindlichen Rückschlüsse auf einzelne Haushalte ziehen, sie trägt jedoch dazu bei, einen ersten Überblick über den durchschnittlichen Verbrauch in Österreich zu geben und das Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch zu stärken.“
