Im Fokus stehen stabile Förderungen für den Umstieg von fossilen Heizsystemen. | © Unsplash/Aurora K.
Vertreter aus der Wärmepumpen-, Biomasse- und Energiebranche erhöhen den Druck auf die Politik: In einem offenen Brief fordern sie klare finanzielle und strategische Signale im Doppelbudget 2027/2028. Im Fokus stehen stabile Förderungen für den Umstieg von fossilen Heizsystemen sowie Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Energiewirtschaft.
Zu den Unterzeichnern zählen Akteure aus der Wärmepumpen- und Biomassekesselindustrie, der Holz- und Pelletswirtschaft sowie Betreiber von Nah- und Fernwärmenetzen.
Forderung nach stabilen Förderungen
Ein zentraler Punkt des Schreibens ist die langfristige Absicherung von Förderprogrammen für den Heizungstausch. „Wir brauchen im Doppelbudget 2027/2028 klare Signale für den Klimaschutz […] und für einen Ausstieg aus der fatalen fossilen Abhängigkeit“, sagt Michael Pfeifer, Obmann von proPellets Austria.
Förderungen für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme hätten aus Sicht der Branche mehrere Effekte zugleich: Sie senken Emissionen, entlasten Haushalte und stärken regionale Wertschöpfung. Pfeifer betont, dass Pelletsheizungen „gegenüber Ölheizungen den CO₂-Ausstoß um mehr als 95 Prozent“ reduzieren und damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Appell an Haushalte und Politik
Neben politischen Maßnahmen richtet sich der Appell auch direkt an Endverbraucher. „Gerade in diesen unsicheren Zeiten ist es wichtig, dass […] Haushalte […] handeln“, sagt Richard Freimüller, Präsident Wärmepumpe Austria. Er fordert dazu auf, in Wärmepumpen zu investieren, um langfristige Kostenstabilität und Unabhängigkeit zu erreichen.
Warnung vor neuen Energiepreisschocks
Die Branche verweist zudem auf geopolitische Risiken und deren Auswirkungen auf Energiepreise. Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, erinnert an die Folgen des Energiepreisschocks 2022: „20 Milliarden Euro […] sind ins Ausland […] abgeflossen.“ Angesichts aktueller Krisen drohten weitere Belastungen.
Vor diesem Hintergrund fordert er einen raschen Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen sowie eine deutliche Aufstockung der Fördermittel: „Wir schlagen eine umgehende Verdoppelung des Kesseltauschbudgets vor, da sich bereits leere Fördertöpfe abzeichnen.“
Einordnung: Förderpolitik als Schlüssel für die Wärmewende
Der offene Brief zeigt, wie stark die Branche auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen ist. Förderprogramme gelten als zentraler Hebel, um Investitionen in erneuerbare Heizsysteme anzustoßen und den Umstieg im Gebäudebestand zu beschleunigen.
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und geopolitischer Unsicherheiten gewinnt die Debatte um Versorgungssicherheit und heimische Wertschöpfung zusätzlich an Bedeutung.
