Beim Auftakt des PV-Kongresses machten der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) und die Österreichische Energieagentur deutlich, dass Energiepreisschocks kein Ausnahmefall, sondern ein strukturelles Risiko seien.
Im Zentrum steht die Forderung nach stabilen Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere Photovoltaik und Stromspeicher.
Politische Verzögerungen bremsen Ausbau
Trotz Fortschritten beim Ausbau sehen Branchenvertreter akuten Handlungsbedarf. Zwar wurden im vergangenen Jahr 62.300 neue PV-Anlagen mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt installiert, dennoch bedeutet dies einen Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Photovoltaik und Stromspeicher bieten der breiten Bevölkerung die Möglichkeit, sich an der Energiewende direkt zu beteiligen“, sagt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria. Entscheidend sei jedoch, „Klarheit, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die kommenden Jahrzehnte aussehen werden“.
Kritisch bewertet die Branche insbesondere ausstehende Verordnungen zum Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) sowie Verzögerungen beim geplanten Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG).
Speicher als Schlüsseltechnologie
Zunehmend rückt die Kombination aus Photovoltaik und Stromspeichern in den Fokus. Sie gilt als Voraussetzung für eine stabile und flexible Energieversorgung.
„Der wahre Wert liegt darin, Energie genau dann bereitstellen zu können, wenn das System sie braucht. Die Kombination aus PV-Anlage und Stromspeicher ist unschlagbar“, so Immitzer.
Auch aus Sicht der Österreichischen Energieagentur ist der Ausbau zentral für die Versorgungssicherheit. „Um diesen fatalen Trend zu stoppen, müssen wir wieder viel mehr Energie selbst erzeugen, allem voran Strom“, sagt Energieexperte Christoph Dolna-Gruber.
Systemwechsel im Energiemarkt
Die Branche fordert einen grundlegenden Perspektivenwechsel: weg von reiner Stromproduktion hin zu einem integrierten Energiesystem aus Erzeugung, Speicherung und Nutzung.
„Photovoltaik ist ausschlaggebend für Unabhängigkeit bei Strom, Wärme und Mobilität“, betont Christoph Mair, Vorstandsmitglied von PV Austria und Bereichsleiter bei eww Anlagentechnik. Dafür brauche es „eine echte Speicheroffensive“.
In der Praxis zeigt sich der Trend bereits: „Neun von zehn neue PV-Anlagen werden mittlerweile mit einem Stromspeicher gebaut“, so Mair.
Einordnung: Energiewende hängt an politischen Rahmenbedingungen
Die Photovoltaikbranche sieht sich an einem Wendepunkt. Technologisch seien Lösungen vorhanden, doch regulatorische Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung bremsen die Dynamik.
Drei Maßnahmen stehen aus Sicht der Branche im Fokus: die rasche Umsetzung bestehender Gesetze, der Abbau bürokratischer Hürden sowie gezielte Anreize für den Ausbau von Speichern.
Ohne diese Schritte droht Österreich, weiterhin stark von fossilen Energieimporten abhängig zu bleiben – mit entsprechenden Risiken für Preise, Versorgungssicherheit und Wirtschaft.



