Das Team aus dem Burgenland beim BLWB 2026 (v.l.n.r.): v.l.n.r.: Andreas Karlich, Richard Jeschko (Fachlehrer, Berufsschule Mattersburg), David Wasserscheid, Florian Kucher und Thomas Plank (Direktor, Berufsschule Mattersburg). | © WKO
Was gibt es Neues in Ihrem Bundesland?
Karlich: Im Burgenland sehen wir aktuell eine klare Verschiebung – weg vom Neubau, hin zur Sanierung. Vor allem bei Wärmepumpen und Heizungsumstellungen ist große Nachfrage da, viele Projekte werden derzeit aber leider verschoben.
Der Wille, weg von Öl und Gas zu kommen, ist jedenfalls klar erkennbar. Das zeigen auch Initiativen wie die „Wärmewende Eisenstadt & Umgebung“. Gerade im Burgenland mit seinem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern ist das Potenzial enorm!
Wie beurteilen Sie Chancen und Risiken des Jahres 2026?
Karlich: Ich sehe 2026 als Übergangsjahr; kein Absturz, aber auch noch kein echter Aufschwung. Die Risiken liegen in der schwachen Baukonjunktur, den hohen Kosten und der Unsicherheit bei Förderungen. Gleichzeitig dürften die hohen Energiepreise das Thema Heizungsumstellung weiter antreiben.
Was sind die wichtigsten Todo‘s der Landesinnung dieses Jahr?
Karlich: Wir müssen uns auf die Themen konzentrieren, die wirklich über die Zukunft der Branche entscheiden: Lehrlinge, Qualifikation, weniger Bürokratie und mehr Planbarkeit für die Betriebe.
Unsere Unternehmen brauchen keine zusätzlichen Belastungen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen. Nur so können sie investieren, ausbilden und sich weiterentwickeln.
Wirtschaftskrise und Baukonjunktur – ist die Talsohle langsam durchschritten? Wie wird sich das in Ihrem Bundesland entwickeln?
Karlich: Es gibt erste Anzeichen einer Stabilisierung, von Entspannung kann aber noch keine Rede sein. Vor allem im Neubau spüren wir die Zurückhaltung deutlich. Im Bestand läuft es hingegen besser – das sehen wir auch in unserem eigenen Betrieb.
Worauf darf sich die Branche freuen?
Karlich: Unsere Branche bleibt eine Schlüsselbranche der Energiewende. Gleichzeitig steigen die Anforderungen deutlich. Es geht längst nicht mehr nur um den Austausch einzelner Geräte, sondern um das Verständnis gesamter Systeme. Ich glaube außerdem, dass sich auch im Badbereich wieder mehr bewegen wird. Dieses Segment wurde in den letzten Jahren eher vernachlässigt.
Kommen/gibt es neue Förderungen für das Bundesland? Was wackelt, was bleibt, was kommt wieder?
Karlich: Förderungen bleiben ein zentraler Hebel – genau darin liegt aber auch das Problem. 2024 haben Förderungen viel Bewegung ausgelöst. 2025 hat sich dann gezeigt, wie rasch der Markt einbricht, sobald Unsicherheit entsteht und viele auf neue Programme warten. Wir dürfen uns daher nicht zu stark von Förderungen abhängig machen. Der Umstieg auf alternative Energien muss auch wirtschaftlich attraktiv sein.
Gibt es Licht am Horizont in Bezug auf Lehrlingszahlen und Qualität der Auszubildenden?
Karlich: Die Situation bleibt herausfordernd. Österreichweit sinken die Lehrlingszahlen, gleichzeitig steigen die Anforderungen deutlich. Unser Beruf hat sich massiv verändert. Wer heute in unserem Gewerk arbeitet, braucht weit mehr als nur handwerkliches Geschick. In unserem Betrieb merken wir aber, dass sich wieder mehr Jugendliche für den Beruf interessieren. Jetzt braucht es einen wirtschaftlichen Aufschwung, damit die Betriebe auch wieder verstärkt ausbilden können.
Wie handhaben Sie die Lehrlings-Suche und -Ausbildung in Ihrem Unternehmen?
Karlich: Wir setzen auf persönliche Kontakte, Empfehlungen und darauf, als Betrieb glaubwürdig aufzutreten. Außerdem geben wir interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, eine Schnupperwoche bei uns zu absolvieren. Dabei merkt man sehr schnell, ob echtes Interesse am Beruf vorhanden ist.
Thema Skills und Lehrlingswettbewerbe – sind Sie zufrieden mit den Leistungen?
Karlich: Ich war beim Bundeslehrlingswettbewerb in Linz und wirklich positiv überrascht von den Leistungen. Ich finde es sehr gut, dass wir mit dem neuen Werkstück wieder einen zeitgemäßen Bewerb haben. Er lässt sich auch der Öffentlichkeit sehr gut präsentieren und zeigt die Vielseitigkeit unseres Berufes. Besonders stolz bin ich auf die Leistungen des Burgenlandes – es haben nur wenige Punkte gefehlt, um ganz vorne dabei zu sein.
Was sind die wichtigsten Aufgaben des Teams – können Sie unseren Lesern bitte die Zuständigen in Sachen Lehrlingsbeauftragten vorstellen?
Karlich: Wir haben mit Horst Werderits einen sehr engagierten Lehrlingswart. Mit großem Einsatz hat er wesentlich dazu beigetragen, dass der Bundeslehrlingswettbewerb im vergangenen Jahr in Pinkafeld ein großer Erfolg wurde. Volle Unterstützung für den Bewerb in Linz kam auch von unserem Berufsschuldirektor Thomas Plank sowie vom Fachlehrer Richard Jeschko. Wir sind hier sehr gut aufgestellt und freuen uns bereits auf den nächsten Bundeslehrlingswettbewerb in Graz.
Abschließende Worte?
Karlich: Ich glaube, wir stehen vor einer spannenden Zeit – nicht einfach, aber spannend. Unsere Branche wird gebraucht. Wer sich jetzt sauber aufstellt, sich weiterentwickelt und klar positioniert, wird auch in den kommenden Jahren erfolgreich sein.
Vielen Dank für das Gespräch und viel
Erfolg weiterhin!
