Andreas Haberkorn, Geschäftsführer Dlouhy Ges.m.b.H. | © Dlouhy Gesmbh
Der Geschäftsführende Gesellschafter Andreas Haberkorn führt das Unternehmen mit insgesamt zehn Mitarbeitern. Wie gestaltet sich die Suche nach Lehrlingen bzw. Mitarbeitern? Haberkorn dazu: „Ich finde es schon seit Jahren sehr schwer, gute Fachkräfte zu finden. Auch mit Lehrlingen ist es nicht einfach. Viele betrachten die Lehre als einen Ausweg, wenn man die Schule nicht schafft. Dabei ist in unserem Beruf technisches Verständnis, Mathematik und auch Physik wichtig. Außerdem sollte einem interessierten Lehrling bewusst sein, dass unser Beruf auch anstrengend und schmutzig sein kann”.
Lehrlinge und Fachkräfte gesucht
Weiters macht Andreas Haberkorn auch immer wieder die Erfahrung, dass immer mehr junge Menschen einen Beruf suchen, bei dem es möglich ist, mit minimalem Einsatz möglichst viel zu verdienen. Deshalb ist es auch für den traditionsreichen Betrieb Dlouhy nicht leicht Pensionsabgänge durch junge Fachkräfte zu ersetzen.
Zu den klassischen Installateur-Leistungen des Unternehmens gehören sämtliche Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationen. Übernommen wird die Überprüfung von Gasleitungen ebenso wie der Austausch und die Wartung von Thermen. Wenn ein Abfluss verstopft ist oder es um schwerwiegendere Rohrleitungsgebrechen geht, können sich die Kunden ebenso an den Fachbetrieb wenden. Haberkorn unterstreicht: „Wir verfügen über moderne Ausrüstung wie z. B. eine Kanalkamera, sodass wir Verstopfungen rasch orten können. Gerne sind wir für unsere Kunden auch da, wenn Sie sich für alternative Energien interessieren. Wir bieten in diesem Bereich sämtliche Leistungen von der Beratung über die Planung bis hin zur Umsetzung”.
Vielfältiges Leistungsangebot
Weitere Leistungen sind die Sanierung von Wohnungen im Altbau, die Umsetzung von Fußbodenheizungen, Badumbau aber auch Neuerrichtung. Ebenso breit gestreut wie das Leistungsangebot ist das Klientel. Zu den Kunden gehören Private, Hausverwaltungen, Architekten und Baufirmen ebenso wie Gewerbebetriebe oder Kommunen. Welche Trends in der Haustechnik zeichnen sich aktuell ab? „Viele Kunden sind an neuen Technologien interessiert um Energie zu sparen, wobei im Raum Wien nach wie vor Gasgeräte zum Einsatz kommen. Bei einer Sanierung wird in der Regel ein Brennwertgerät eingebaut”, erklärt Haberkorn. Der Fachbetrieb befindet sich seit nunmehr fast 100 Jahren am gleichen Standort: Clemens-Hofbauer-Platz 8 in Wien. Aus diesem Umstand resultiert auch die Tatsache, dass es seit Generationen treue Stammkunden gibt.
Zahlreiche Stammkunden
„Bei manchen Kunden haben wir schon das zweite Mal das Badezimmer erneuert“, freut sich Haberkorn. „Ein Stammkunde erwartet sich eine gute und persönliche Betreuung und sollte es mal zu Problemen kommen, auch eine rasche Lösung. Und das ganze zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis.” Staatliche Förderungen haben auf die Auftragslage des Unternehmens eher untergeordnete Bedeutung. Dennoch ist zu bemerken, dass es vielen potenziellen Kunden aktuell an Motivation fehlt, ihr funktionierendes, älteres Energiesystem auf eine neue, effizientere Anlage umzustellen. Haberkorn dazu: „Momentan ist die Nachfrage nach Wärmepumpen, Biomasse oder Solartechnik eher gering. Viele Leute sind verunsichert und wollen bzw. müssen sparen. Aktuell gibt es nur wenige, die ungefähr 30.000 Euro für eine neue Wärmepumpe ausgeben wollen, wenn die Technik zu Hause ohnehin funktioniert”. Für die Zukunft wünscht sich der Unternehmer, dass er seinen Betrieb gerne in dieser Größe und am gleichen Standort weiter erfolgreich betreiben kann.
Die nächste Generation am Start
Sein Sohn Maximilian hat bereits die Installateurlehre abgeschlossen und wird voraussichtlich eines Tages das Unternehmen in die nächste Generation führen. Die Leistungen werden auch in Zukunft etwa die gleichen bleiben. Denn auch in 20 Jahren wird man Bad, WC und Heizung benötigen – auch wenn sich die Technik laufend ändert – hier gilt es eben „Am Ball zu bleiben”. Andreas Haberkorn abschließend: „Die Regierung möchte Fachkräfte aus dem Ausland holen, bevor man die heimischen Arbeitslosen in die Beschäftigung eingliedert. Es gibt viele Menschen, die arbeiten könnten, aber nicht wollen. Die Erhöhung vom Pensionsantrittsalter wird in unserer Branche auch nicht die Lösung sein. Wie soll oder kann ein 65-jähriger nach über 50 Arbeitsjahren noch als Installateur arbeiten? Es braucht meiner Meinung nach auch Unterstützung in der Berufsschule, da es oft an der sprachlichen Barriere scheitert oder das Grundwissen zu gering ist. Das beginnt bereits in den Schulen”.
