Am 11. Juni 2026 fand in Wien die Verleihung vom Bosch Innovationspreis 2026 statt. | © Bosch/Christian Husar
Mit einem Rekord an Einreichungen ist der Bosch Innovationspreis 2026 über die Bühne gegangen. Am 11. Juni wurden in Wien die besten HTL-Diplomarbeiten Österreichs ausgezeichnet. Insgesamt hatten 203 Schülerinnen und Schüler aus 27 Höheren Technischen Lehranstalten 80 Projekte eingereicht – so viele wie noch nie in der Geschichte des Wettbewerbs.
Die Preisverleihung fand in der historischen Fahrzeughalle der Robert Bosch AG statt. Aus den Finalisten wurden Sieger in den Kategorien Mobility, Industrial Technology und Connected Living sowie ein Sonderpreisträger der ACE Challenge gekürt.
Künstliche Intelligenz prägt die Projekte
Die diesjährigen Arbeiten spiegeln aktuelle Technologietrends wider. Künstliche Intelligenz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft und vernetzte Systeme standen bei vielen Projekten im Mittelpunkt.
„Die hier versammelten jungen Technikerinnen und Techniker beeindrucken durch ihre Souveränität und ihren Gestaltungswillen“, sagte Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG in Österreich. „Wer es in dieses Finale schafft, zeigt bereits ein außergewöhnliches Niveau an technischer und unternehmerischer Kompetenz.“
Auch Wolfgang Kern vom Bildungsministerium sieht in den Projekten einen Beleg für den Wandel technischer Ausbildung: „Neue Technologien eröffnen in der Bildung völlig neue Wege. […] Wettbewerbe wie der Bosch Innovationspreis machen diesen Wandel sichtbar.“
Nachhaltige Mobilität gewinnt Kategorie Mobility
Den Sieg in der Kategorie Mobility holte die HTBLA Eisenstadt mit dem Projekt „EcoMorph – Modulare Plattform für vielseitige Mobilität“.
Das Team entwickelte eine elektrisch angetriebene Mobilitätsplattform, die durch austauschbare Module für Straße, Wasser oder Schnee genutzt werden kann. Ziel ist es, mehrere Fahrzeuge durch ein flexibles System zu ersetzen.
Jurorin Anna Huditz vom AIT Austrian Institute of Technology lobte insbesondere den Praxisbezug und die technische Umsetzung der Arbeit.
HTL Braunau doppelt erfolgreich
Gleich zwei Auszeichnungen gingen an die HTL Braunau.
In der Kategorie Industrial Technology überzeugte das Projekt „Technical Design and Engineering of a Single-Screw Extruder“. Entwickelt wurde ein voll funktionsfähiger Einschnecken-Extruder, der Kunststoffabfälle aus dem 3D-Druck zu neuem Filament verarbeitet. Die Open-Source-Lösung soll lokale Materialkreisläufe fördern.
In der Kategorie Connected Living gewann die Diplomarbeit „Ascenta – Guiding your Vision“. Das Team entwickelte eine KI-gestützte Assistenzbrille für sehbeeinträchtigte Menschen. Die Brille erkennt mithilfe von Kamera- und Sensortechnik die Umgebung und übersetzt Informationen in Echtzeit in akustische Hinweise.
„Diese Diplomarbeit zeigt eindrucksvoll, wie Technologie ganz konkret im Alltag unterstützen kann“, erklärte Jurorin Susanna Slaby vom Österreichischen Patentamt.
Sonderpreis für vernetzte Mobilität
Den Sonderpreis der ACE Challenge erhielt die HTL TGM Wien für ihren „C-ITS Demonstrator“.
Das Projekt bildet zentrale Zukunftstechnologien wie automatisiertes Fahren, Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation und intelligente Verkehrssteuerung in einem vernetzten Demonstrationsfahrzeug ab.
Wettbewerb startet in Jubiläumsrunde
Der Bosch Innovationspreis gilt als einer der bedeutendsten HTL-Wettbewerbe Österreichs und wird in Fachkreisen häufig als „HTL-Oscar“ bezeichnet. Die Gewinnerteams erhielten neben der Trophäe und Sachpreisen jeweils 1.500 Euro Preisgeld.
Bereits im Herbst startet die Ausschreibung für die 20. Ausgabe des Wettbewerbs. Angesichts des Rekordinteresses 2026 dürfte der Innovationspreis auch künftig ein wichtiger Gradmesser für die Leistungsfähigkeit des österreichischen Technik-Nachwuchses bleiben.
