Die größten Wachstumsraten verzeichnet die Photovoltaik.
Die Steiermark hat bei der Energiewende deutliche Fortschritte erzielt. Wie der Energiewende-Check des Österreichischen Biomasse-Verbandes zeigt, stieg der Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoinlandsverbrauch innerhalb von zwei Jahren von 32 auf 40 Prozent. Das Land verfolgt mit der Klima- und Energiestrategie KESS 2030 plus das Ziel, diesen Wert bis 2030 auf 55 Prozent zu erhöhen.
Besonders erfolgreich verlief der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung: Der Anteil von Ökostrom stieg innerhalb von fünf Jahren auf 66 Prozent und liegt damit bereits über dem für 2030 vorgesehenen Ziel von 65 Prozent. Maßgeblich dazu beigetragen haben Photovoltaik, Windkraft und Wasserkraft.
Photovoltaik treibt den Ausbau erneuerbarer Energien
Die größten Wachstumsraten verzeichnet die Photovoltaik. Nach dem Rekordzubau 2023 gingen 2024 weitere Anlagen mit rund 340 Megawatt Leistung ans Netz. Dadurch vervierfachte sich die Solarstromerzeugung innerhalb von fünf Jahren auf 1,5 Terawattstunden. Bis 2030 soll die Photovoltaik rund 2,8 Terawattstunden Strom liefern.
Auch die Windkraft gewinnt weiter an Bedeutung. Derzeit liefern 121 Windenergieanlagen rund 5,3 Prozent des steirischen Stroms. Bis 2030 soll sich die installierte Leistung auf 1.000 Megawatt erhöhen.
Biomasse prägt die Wärmeversorgung
Eine zentrale Rolle spielt weiterhin die Bioenergie. Sie deckt mehr als ein Viertel des gesamten Energiebedarfs der Steiermark und macht rund 65 Prozent aller erneuerbaren Energieträger des Bundeslandes aus. Besonders im Wärmesektor ist Biomasse stark vertreten: Holzheizungen versorgen rund 126.000 Haushalte, während der Anteil biogener Fernwärme in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist.
Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer bewertet die Entwicklung positiv: „Die Steiermark zeigt, dass der Weg in eine klimafreundliche und unabhängige Energiezukunft bereits eingeschlagen ist. Gleichzeitig sehen wir aber auch klar: Für eine unabhängigere, nachhaltigere und leistbare Energieversorgung der Zukunft liegt noch viel Arbeit vor uns.“
Gebäude auf gutem Weg – Verkehr und Industrie bleiben Problemfelder
Während die Emissionen im Energie- und Gebäudesektor seit 1990 deutlich gesunken sind, verursachen Industrie und Verkehr weiterhin den Großteil der Treibhausgasemissionen. Vor allem die Stahlerzeugung sowie der Straßenverkehr erschweren das Erreichen der Klimaziele. Gleichzeitig sind noch rund 87.000 Ölheizungen und etwa 41.000 Gasheizungen in Betrieb, deren Austausch weiter vorangetrieben werden soll.
