Ob im Beruf oder in der Freizeit – Marion Kirchner geht ihren eigenen Weg. | © privat
Mein Weg in die SHK-Branche begann mit Schulpraktika. Schon damals wollte ich verstehen, wie Technik funktioniert, und schätzte das Gefühl, am Ende des Tages etwas Sichtbares geschaffen zu haben. Mit der Wärmepumpe kam ich erstmals 2008 im Schulunterricht in Berührung. Das Prinzip „Aus Umgebungsenergie wird Wärme“ faszinierte mich sofort. Diese Verbindung aus technischer Logik und Zukunftsorientierung begleitet mich bis heute.
Meine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin SHK war geprägt von Vielfalt. Mal stand ich im Heizungskeller, mal auf der Baustelle. Kein Tag war wie der andere. Dort habe ich gelernt, dass am Ende nicht schöne Pläne zählen, sondern funktionierende Lösungen. Probleme anzupacken, Verantwortung zu übernehmen und pragmatisch zu handeln – diese Haltung prägt mich bis heute.
Um mich weiterzuentwickeln, wechselte ich in die TGA-Planung. Dort verstand ich erstmals das große Ganze: wie wichtig funktionierende Schnittstellen, gute Planung und wirtschaftliches Denken für den Erfolg eines Projekts sind. Wenn Schnittstellen nicht funktionieren, merkt man das auf der Baustelle sofort. Genau dort lernt man, dass Verantwortung nicht an der Technik endet, sondern auch Termine, Kosten und Entscheidungen umfasst. Gleichzeitig blieb die Wärmepumpe das Thema, für das ich wirklich brenne.
Technik, Menschen, Kommunikation
Irgendwann wollte ich näher an die Menschen und an die Entscheidungen, die die Energiewende voranbringen. Deshalb wechselte ich in den Vertrieb. Mir war wichtig, nicht nur Produkte zu verkaufen, sondern Technik verständlich zu machen und Menschen für nachhaltige Lösungen zu begeistern.
Als Frau merkt man in unserer Branche manchmal schon beim Betreten eines Raumes, dass man zunächst unterschätzt wird. Für mich war das nie ein Nachteil. Ich musste nicht die Lauteste sein – oft genügte es, aufmerksam zuzuhören, ruhig zu bleiben und im richtigen Moment die passenden Argumente zu liefern.
Nach einigen Gesprächen im klassischen Vertrieb war mir klar, dass mir Hochglanzfassaden allein nicht reichen. Mit alpha innotec fand ich schließlich genau das Umfeld, das ich gesucht hatte: bodenständig, partnerschaftlich und technisch auf Augenhöhe. Es fühlte sich weniger wie ein Bewerbungsgespräch an als wie die Erkenntnis: „That’s a match.“
Ergebnisse statt Vorurteile
Heute leite ich ein elfköpfiges Vertriebsteam und betreue große Key-Account-Kunden, Energieberater sowie Planungsbüros. Es geht längst nicht mehr um einzelne Projekte, sondern um langfristige Partnerschaften und gemeinsame Strategien für die Wärmewende.
Mein Alltag verbindet Strategie, Technik, Kommunikation und spontane Problemlösungen. Genau diese Dynamik begeistert mich. Grenzen habe ich nie als unüberwindbar empfunden. Manchmal muss man Menschen gut lesen, ruhig bleiben und wissen, wann man überzeugen muss. Am Ende zählen Ergebnisse mehr als Vorurteile.
Zukunft verkaufen
Wenn ich sage, ich verkaufe Zukunft, meine ich weit mehr als Wärmepumpen. Es geht darum, Verantwortung für die Art zu übernehmen, wie wir leben, bauen und mit Ressourcen umgehen. Als Mutter von zwei Kindern denke ich oft daran, welche Welt wir den nächsten Generationen hinterlassen. Die Wärmepumpe ist für mich kein kurzfristiger Trend, sondern der logische Zukunftsstandard im Gebäudebereich.
Einfach machen – auch außerhalb des Jobs
Verantwortung endet für mich nicht an der Bürotür. Dazu gehören Engagement bei Feuerwehr und Wasserwacht, regelmäßiges Blutspenden sowie die Unterstützung kleiner privater Initiativen.
Jungen Frauen, die in der SHK- oder Wärmepumpenbranche durchstarten möchten, kann ich nur sagen: Einfach machen. Die Branche bietet Chancen in Technik, Handwerk, Kommunikation und Digitalisierung. Authentizität überzeugt langfristig mehr als jede perfekte Fassade.
Ein bisschen laut muss es sein
Ausgleich finde ich bei meiner Familie, beim gemeinsamen Kochen oder in der Sauna. Außerdem bin ich leidenschaftliche Böllerschützin – als erste Frau in unserer Gruppe. Mich begeistert es, Brauchtum weiterzuführen. Dazu kommen Heavy-Metal-Konzerte und Open Airs.
