Das System ist bereits in mehreren Mewa-Betrieben im Einsatz. | © Mewa
Der Textildienstleister Mewa setzt in mehreren Betrieben eine KI-gestützte Qualitätskontrolle für Mehrwegputztücher ein. Entwickelt wurde das patentierte System gemeinsam mit der Darmstädter Desion GmbH. Die Zusammenarbeit wurde zuletzt auch auf unternehmerischer Ebene vertieft: Mewa hat sich mit mehr als 20 Prozent an dem KI-Spezialisten beteiligt.
Desion wurde 2020 als Spin-off der TU Darmstadt und des Fraunhofer-Instituts gegründet und entwickelt Systeme für die automatisierte Qualitätskontrolle in der Textilindustrie und in Wäschereien. Mewa begleitet das Unternehmen seit dessen Gründung als Industriepartner.
KI steuert weiteren Weg der Putztücher
Das von Desion entwickelte System kombiniert Computer Vision, Steuerungstechnik und Künstliche Intelligenz. Nach dem Waschen und Trocknen erfassen Kameras die Putztücher aus mehreren Perspektiven. Die Software analysiert anschließend Kategorie, Qualität und unterschiedliche Arten von Defekten.
Das Ergebnis entscheidet über den weiteren Prozess: Je nach Zustand wird ein Putztuch erneut an Kunden ausgeliefert, nochmals gewaschen oder aussortiert. Die bisherige visuelle und maschinelle Qualitätskontrolle wird damit um eine kamerabasierte Prüfung ergänzt.
Das System ist bereits in mehreren Mewa-Betrieben im Einsatz. Innerhalb der ersten fünf Monate wurden nach Unternehmensangaben mehr als 70 Millionen Putztücher damit geprüft. Insgesamt wäscht Mewa jährlich rund 1,2 Milliarden Putztücher für B2B-Kunden aus Industrie, Automotive und Druckereien.
„Skalierbare KI-Technologien helfen uns, Prozesse effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und unseren hohen Qualitätsanspruch langfristig zu sichern“, sagt Björn Scheel, COO der Mewa-Gruppe. „Technologie und menschliche Expertise gehen dabei Hand in Hand.“
Mewa hält mehr als 20 Prozent an Desion
Mit der Beteiligung von mehr als 20 Prozent baut Mewa die langjährige Zusammenarbeit mit Desion weiter aus. Gemeinsame Projekte zur automatisierten Textilkontrolle reichen bereits mehrere Jahre zurück. So entstand aus der Kooperation unter anderem eine patentierte automatische Prüfanlage für Warnkleidung.
Für Desion ermöglicht die Beteiligung eine noch engere Entwicklung unter industriellen Bedingungen. „Mit Mewa haben wir einen starken und zukunftsorientierten Partner an unserer Seite, mit dem wir unsere Technologien praxisnah weiterentwickeln können“, sagt Dirk Siegmund, geschäftsführender Gesellschafter von Desion.
Die Beteiligung ist Teil der Innovationsstrategie von Mewa. Der Textildienstleister arbeitet dafür nach eigenen Angaben mit Hochschulen, Forschungsinstituten und Technologieunternehmen zusammen, um Automatisierung und KI stärker in seine Prozesse zu integrieren.
