Flucht- und Rettungswege: Wenn jede Sekunde zählt …

23.06.2020 | Installationstechnik, News

6000 Gebäudebrände mit Schäden in Höhe von 290 Millionen Euro und 350 Brandverletzte pro Jahr in Österreich unterstreichen die von den EU-Richtlinien und österreichischen Landesbauordnungen ­geforderte Notwendigkeit, Bauwerke so zu planen und auszuführen, dass der Gefährdung von Leben und der Gesundheit von Personen durch Brand vorgebeugt sowie die Brandaus­breitung wirksam eingeschränkt wird.

Essenziell um Leben und Gesundheit zu bewahren, ist das sichere Verlassen des Gebäudes über die dafür vorgesehenen Flucht- und Rettungswege, weshalb diese ausreichend lange sicher benutzbar sein müssen. Neben notwendigen Maßnahmen, beispielsweise zum Funktionserhalt oder dem Einbau geprüfter Brandabschottungen, ist die ausschließliche Verwendung brandgeprüfter Tragsysteme (Montageschienen, Rohrschellen, Kabeltassen etc.) unerlässlich, um das Herabfallen von Rohren und Kabeln etc. verlässlich zu verhindern. Ein kritischer Blick in die aktuell gängige Praxis zeigt, dass diesbezüglich – trotz höchster Relevanz für Leib und Leben – viel Unsicherheit, Unwissenheit und halbwahre Faustregeln weit verbreitet sind. Ein Beispiel wäre die gängige Annahme, dass ein brandgeprüfter Dübel in Kombination mit einer M10-Gewindestange die Anforderungen an eine Rohrbefestigung im Flucht- und Rettungsweg bereits erfüllen würde. Diese Annahme ist allerdings so allgemein – wenn auch nicht ganz falsch –, dass sie in keinem einzigen Fall für sich allein richtig wäre. Modulare Tragsysteme müssen vollständig geprüft und für den jeweiligen Anwendungsfall ausgelegt sein. In der Vergangenheit gab es hierzu zwei Ansätze:

1. Die physische Brandprüfung ganzer Konstruktionen im Brandversuch.

2. Die Heißbemessung nach Eurocode 3, der die Annahme zugrunde liegt, dass sich dünnwandige Montageschienen genauso wie konventioneller Stahlbau verhalten.

Ersteres hat den Nachteil, dass in vielen Fällen die konkrete Bausituation von der getesteten abweicht, folglich unter anderem ungünstigere Lastkombinationen angenommen werden müssen, was zu einer deutlich überdimensionierten und folglich unwirtschaftlichen Lösung führen kann. Aus diesem Grund war und ist der zweite Ansatz der gängigere. Allerdings haben aktuelle Forschungsergebnisse die Anwendbarkeit des EC3 auf dünnwandige Profile (unter anderem Montageschienen) -widerlegt! Die tatsächliche Verformung geht weit über die berechnete hinaus, weshalb eine Anwendung ohne Prüfung im Einzelfall nicht sicher ist.

Lesen Sie den ungekürzten Beitrag auf Seite 54 der aktuellen Ausagbe 6 + 7-8/2020!

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