v.li.: Andreas Steinegger, Präsident LK-Steiermark, Simone Schmiedtbauer, steirische Energie- und Agrarlandesrätin, Bundesminster Norbert Totschnig, Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Dina Bacovsky, BEST, Christian Metschina, ÖBMV-Vizepräsident | © Österreichischer Biomasse-Verband
Die Veranstaltung ist mit 1.500 Tagesteilnahmen das bedeutendste europäische Bioenergie-Event und versammelt TeilnehmerInnen aus 40 Nationen und allen Kontinenten. Im Fokus des Veranstalters Österreichischer Biomasse-Verband stand die Diskussion über die Biomassestrategie.
Umfassendes Konzept
Der Österreichische Biomasse-Verband hat gemeinsam mit der Österreichischen Energieagentur sowie weiteren Partnern aus Forschung und Praxis eine umfangreiche Biomassestrategie erarbeitet. „Wir legen ein umfassendes neues Konzept vor, wie Österreich seine Energie- und Klimaziele ohne Verzicht, mit leistbaren Energiepreisen und hoher Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie erreichen kann. Dies spiegelt sich wider in steigenden Budgeteinnahmen, höherer Kaufkraft der Haushalte und stark reduzierten Klimaschutzkosten – etwa für Strafzahlungen oder Negativemissionen“, so Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Wir stellen das neue Regrowth-Konzept nun auf den Prüfstand und schicken es in eine breite Begutachtung. Gleichzeitig laden wir herzlich dazu ein, sich an der Weiterentwicklung des Konzepts zu beteiligen.“
Bis zu 50% Energieanteil möglich
Die Kernaussagen der Biomassestrategie sind wie folgt: Die Energieszenarien mit minimalem und maximalem Anteil an Bioenergie zeigen einen möglichen Bioenergieanteil von 30 bis 50%. Dafür steht genügend Biomasse zur Verfügung, wobei verschiedene Strategien zur Mobilisierung der Ressourcen möglich sind. Ein planwirtschaftlicher Ansatz mit Kaskadenzwang ist nicht erforderlich. Der zusätzliche Biomassebedarf der Haushalte ist minimal, heißt es. In einer Notsituation kann die für die Grundversorgungssicherheit notwendige Biomasse national aufgebracht werden; im Regelfall wird der Markt die tatsächlichen Flüsse bestimmen.
Vor allem im Raumwärmebereich kann der Biomasse-Einsatz gesteigert werden. Hinzu kommt: das Heizen mit Biomasse hat sehr geringe CO₂-Vermeidungskosten. In den meisten Fällen verursacht es praktisch keine Kosten, da es mehr finanziellen Nutzen als Kosten erzeugt. Das bedeutet …
- … für den Finanzminister: Die Förderung von Biomasse fließt noch vor der Auszahlung in den Haushalt zurück. Einnahmen aus Steuern und Arbeit übersteigen die Förderkosten, die erst nach der Investition anfallen. In einem vorgerechneten Beispiel (siehe Grafik) entfallen 60 % der gesamten Lebenszykluskosten auf Arbeit.
- … für die NutzerInnen (Haushalte/Unternehmen): Deutliche Senkung der Heizkosten. In diesem Beispiel reduziert der Pelletkessel die Kosten um 61.000 €.
- … für die Wirtschaft: Verlagerung der Wertschöpfung vom Ausland auf den heimischen Markt. Bioenergie wird in Europa produziert.
- … für die nächste Generation: Mehr Bioenergie heute bedeutet weniger Kosten für das künftig notwendige Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre.
Warum ist dann noch die Kesseltausch-Förderung notwendig? Wegen der hohen Investitionskosten und der geringen politischen sowie regulatorischen Ambitionen im Bereich fossiler Brennstoffe, so die Antwort der Verbandsvertreter.
