Geschäftsjahr 2025: Umsatz nach Bereichen. | © Bosch
Die Bosch-Gruppe sieht sich weiterhin mit einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und schwache Konjunktur dämpften 2025 die Geschäftsentwicklung. Dennoch konnte der Technologiekonzern seinen Umsatz leicht steigern und richtet den Blick nun auf Wachstum durch Innovation.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Bosch einen Umsatz von 91,0 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite lag mit 2,0 Prozent unter dem Vorjahr. Belastend wirkten vor allem Rückstellungen für Struktur- und Personalanpassungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro.
Strategie 2030: Wettbewerbsfähigkeit im Fokus
Mit seiner „Strategie 2030“ will Bosch gezielt auf Innovation und Differenzierung setzen. Vorstandschef Stefan Hartung betont die Rolle technologischer Entwicklungen für zukünftiges Wachstum: „Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen. 2026 wird ein Jahr des Vorankommens sein.“
Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an seiner Kostenstruktur. Insbesondere im Automobilbereich reagiert Bosch auf steigenden Preisdruck und globale Konkurrenz – etwa aus China – mit Anpassungen an den Standorten und effizienteren Prozessen. Hartung spricht von notwendigen, aber sozialverträglich umgesetzten Maßnahmen.
Ausblick 2026: Moderate Erholung erwartet
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Bosch mit einem Umsatzwachstum zwischen zwei und fünf Prozent sowie einer deutlich verbesserten EBIT-Rendite von vier bis sechs Prozent. Auch ein positiver Free-Cash-Flow wird erwartet.
Finanzchef Markus Forschner sieht die Grundlage dafür in einer gestärkten Wettbewerbsfähigkeit: „Das Fundament für profitables Wachstum ist die Wettbewerbsfähigkeit – sie sichert uns die Investitionen der Zukunft.“
Innovation als Wachstumstreiber
Zentral für die Strategie bleibt die hohe Investition in Forschung und Entwicklung. 2025 investierte Bosch rund zwölf Milliarden Euro in Zukunftsfelder wie Automatisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz. Mit rund 6.300 Patentanmeldungen zählt das Unternehmen weiterhin zu den innovationsstärksten Industrieunternehmen Europas.
Besonders im Bereich Sensorik sieht Bosch großes Potenzial. Anwendungen in Robotik und automatisiertem Fahren treiben die Nachfrage, während neue Plattformen wie „BMI5“ technologische Fortschritte ermöglichen.
Neue Impulse in Mobilität und Konsumgütern
Auch im Mobilitätsbereich setzt Bosch verstärkt auf Software und KI. Die Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge sowie neuer Assistenzsysteme gilt als Schlüsselmarkt mit starkem Wachstumspotenzial. Parallel dazu baut der Konzern sein Engagement in der Elektromobilität aus.
Im Konsumgütersegment sorgen ebenfalls KI-basierte Anwendungen für neue Impulse – etwa in Haushaltsgeräten oder Elektrowerkzeugen. Gleichzeitig wächst das Servicegeschäft, insbesondere durch digitale und automatisierte Lösungen.
Wandel unter Druck
Die Zahlen zeigen: Bosch befindet sich mitten in einem Transformationsprozess. Während das operative Ergebnis kurzfristig unter Druck steht, setzt das Unternehmen langfristig auf Innovation, Anpassungsfähigkeit und globale Präsenz.
Die kommenden Jahre dürften entscheidend dafür sein, ob die Strategie aufgeht – und ob Bosch seine Position als Technologieführer in einem zunehmend komplexen Marktumfeld behaupten kann.
