Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung setzen Bosch und die LINZ AG ein starkes Signal für den Ausbau der Wasserstoff-Wirtschaft. | © Robert Bosch AG/APA-Fotoservice/Markus Schneeberger
Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung setzen Bosch und die LINZ AG ein starkes Signal für den Ausbau der Wasserstoff-Wirtschaft in Oberösterreich. Ziel der Kooperation ist es, innovative Lösungen rund um grünen Wasserstoff zu entwickeln und die Dekarbonisierung der Energieversorgung am Standort Linz gezielt voranzubringen.
Die Vereinbarung wurde am 16. Jänner 2026 in Linz unterzeichnet – im Beisein von Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner sowie Bürgermeister Dietmar Prammer. Sie unterstreicht die strategische Bedeutung von Wasserstoff für Industrie, Energieversorgung und Klimaschutz in der Region.
Grüner Wasserstoff aus Linz für Linz
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht das Elektrolyseprüffeld des Bosch Engineering Center Linz. Der dort erzeugte grüne Wasserstoff soll künftig nicht nur für Forschungszwecke genutzt, sondern in reale Anwendungen überführt werden. Die LINZ AG prüft dafür die Anbindung des Bosch-Standorts an das entstehende H₂-Startnetz Linz über eine neue 100-Prozent-Wasserstoff-Leitung. Ziel ist es, den Wasserstoff effizient und sicher an erste potenzielle Abnehmer zu verteilen.
Darüber hinaus evaluieren die Partner den Aufbau weiterer Elektrolyseanlagen sowie die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, um Synergien zu heben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einem netzdienlichen Betrieb, der zur Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt und erneuerbare Energien optimal integriert. Begleitend sollen Forschungspartner technische, wirtschaftliche und ökologische Fragestellungen wissenschaftlich analysieren.
„Das Bosch Engineering Center Linz bietet mit seinem Elektrolyseprüffeld ideale Voraussetzungen, um Wasserstoff-Technologien vom Testbetrieb in reale Anwendungen zu überführen“, sagt Christian Ganser, Leiter des Bosch Engineering Center Linz. „Die Zusammenarbeit mit der Linz AG ermöglicht es uns, Forschung, Infrastruktur und regionale Nutzung sinnvoll zu verknüpfen und Wasserstofflösungen praxisnah weiterzuentwickeln.“
Wasserstoff als Schlüsseltechnologie
Auch auf Konzernebene wird der Kooperation große Bedeutung beigemessen. Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG, erklärt: „Diese Partnerschaft ist ein starkes Signal für die Zukunft der Energieversorgung in unserer Region.“ Und Dr. Thomas Pauer, Vorsitzender des Bereichsvorstands Powertrain Solutions bei Bosch, ergänzt: „Grüner Wasserstoff ist ein zentraler Energieträger und Rohstoff der Zukunft.“
Seitens der LINZ AG sieht Generaldirektor DI Erich Haider, MBA, in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt für eine zukunftssichere Energieinfrastruktur: „Die Kooperation mit Bosch verschafft uns frühzeitig Zugang zu führender Technologie und einer potenziellen Wasserstoff-Quelle.“
Landesrat Markus Achleitner ordnet die Initiative in die OÖ. Wasserstoff-Offensive 2030 ein und betont die Rolle des bestehenden Wasserstoff-Netzwerks. Bürgermeister Dietmar Prammer sieht darin einen Impuls für Wertschöpfung, Beschäftigung und die Positionierung von Linz als Innovationsstandort.
Nächste Schritte
Die Absichtserklärung bildet den Startpunkt für eine vertiefte Zusammenarbeit. In den kommenden Monaten wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe konkrete technische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Potenziale analysieren und Empfehlungen für die nächsten Umsetzungsschritte erarbeiten.
