Jedes Unternehmen ist gut beraten, wenn sich unter seinen Mitarbeitern ein Brandschutzbeauftragter befindet. TÜV Austria Services GmbH veranstaltet regelmäßig Kurse bei denen auch der Ernstfall trainiert wird. Foto: TÜV Austria Services GmbH
Alleine in den österreichischen Haushalten kommt es jährlich zu rund 8.000 Bränden mit einem Sachschaden von etwa 100 Mio. Euro. Elektrischer Strom als Zündquelle fordert jährlich etwa 40 bis 50 Todesopfer. Das sind jene Menschen, die direkt am Brandort verstorben sind. Werden auch die Opfer berücksichtigt, die an den Spätfolgen wie Verbrennungen oder Rauchgasvergiftungen sterben, erhöht sich die Zahl auf 80 bis 100 Tote jährlich.
Alte Elektrogeräte
Dabei wären Brände aufgrund veralteter Anlagen in den meisten Fällen zu vermeiden. Viele Bewohner bemerken die Gefahr nicht, schweben aber dennoch in latenter Lebens- und Brandgefahr. Vor allem in älteren Wohneinheiten sind die Elektroanlagen durch den erhöhten Strombedarf stark belastet. Falsch installierte Systeme, schwache Leitungen oder brüchige Kontakte vergrößern das Brandrisiko.
LIM Stv. Christian Bräuer, Landesinnung Wien der Elektro- und Alarmanlagentechnik sowie Kommunikationselektronik: „Bei sicherheitsrelevanten Themen darf man nicht wegschauen. Bei Gasthermen ist es ganz normal, dass man sie überprüfen lässt, bei Elektroinstallationen aber leider nicht. Die Konsumenten gehen mit diesem Thema zu leichtfertig um. Das gilt es zu ändern.” Die Wiener Innung fordert verpflichtende E-Checks alle zehn Jahre. In der Schweiz hat sich dieses Modell bereits bewährt.
Dabei verpflichtet die Elektrotechnik-Verordnung aus dem Jahr 2010 den Wohnungseigentümer, bei einer Neuvermietung die Elektroanlage überprüfen zu lassen und etwaige Schäden zu reparieren. Viele Mieter wissen gar nicht, dass sie das Recht auf Kontrolle einfordern können. Der erste Schritt ist es also, die Konsumenten aufzuklären.
Ing. Martin Swoboda, TÜV Austria Services GmbH, ist beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Brandschutzwesen & Technischen
Arbeitnehmerschutz.
Supergau bei Feuer
Er entdeckt an Gebäuden immer wieder haarsträubende Installationen, die im Brandfall sehr rasch zu Katastrophen führen können: „Ich kenne Fälle, bei denen ‚Fachleute‘ eine Würgemanschette über ein Rohr stecken und mit Spax Schrauben in ein Weichschott stecken. Das ist bei einem Brand der Supergau. Bereits ohne Temperatureinwirkung reißt sich das System aus der Verankerung. Ich könnte ein Buch darüber schreiben, was in der Haustechnik betreffend Brandschutz alles nicht passt.”
Improvisation ist beim Brandschutz sicher nicht angebracht.
Wenn vorbeugende Brandschutzmaßnahmen in einem Gebäude über Jahre hindurch verabsäumt wurden, dann ist kaum ein Handwerker bereit, für „seinen” Wanddurchbruch eine Brandschutzmanschette anzubringen. Wozu auch – wenn ein Dutzend Durchbrüche ohnehin nicht abgeschottet sind.
Lesen Sie den gesamten Bericht in „Der österreichische Installateur" 6/2013 ab Seite 70.