Die Zukunft der Wärmepumpe

12.06.2015 | Heizung

KNV-Chef Josef Köttl über die Schattenseiten des Energielabels, über innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle.

Ist die Wärmepumpe wirklich der Gewinner der Öko-Design-Richtlinie? Wie können Gebäude als Energiespeicher genutzt werden? Warum boomen plötzlich Brauchwasserwärmepumpen? Sind Smart Grids der Weisheit letzter Schluss? Und wie werden Apps die Heizungs­branche revolutionieren? Ein 360-Grad-Blick mit dem Wärmepumpen-Pionier Josef Köttl.
Am 26. September tritt die Öko-Design-Richtlinie in Kraft – und die Wärmepumpe gilt als großer Gewinner. Wärmepumpen können sich jetzt schon über ein hervorragendes Labelling freuen. Freuen Sie sich auch schon?
Josef Köttl: Das Energielabel hilft uns sicher gegen den Einsatz von fossilen Energieträgern. Was mir aber nicht gefällt, ist, dass man auch eine billige Klima-Split-Wärmepumpe genau wie eine hocheffiziente, frequenzgesteuerte Erdwärmepumpe mit entsprechender Regelung im Paketlabel auf A+++ bringen kann. Das wird uns als Wärmepumpenbranche nicht weiterhelfen, wenn hier nicht differenziert wird. Außerdem sehe ich insbesondere auf die Installateure große rechtliche Unsicherheiten zukommen, wenn sie nicht von der Angebotslegung weg korrekte die Berechnung des Paketlabels nachweisen können.

Welche Unterstützung wird es von KNV für die Partner geben?
Köttl: Bei uns ist ein eigenes Berechnungsprogramm in Fertigstellung, in dem unsere Produkte hinterlegt sind und mit dem der Installateur ganz einfach ein Paketlabel erstellen kann. Natürlich wollen wir, dass unsere Kunden ihre Heizungen mit unseren darauf abgestimmten Komponenten bauen. Aber es wird auch die Möglichkeit geben, Fremdprodukte einzubeziehen. Wir werden ein gutes Paketlabel mit unserem System anbieten; aber da wir langfristig denken, werden wir generell eine gewisse Offenheit zeigen müssen. 

Ein großer Kritikpunkt am Energielabel ist, dass die Emissionsfreiheit am Ort der Wärmeerzeugung deutlich stärker bewertet wird als die Umweltfreundlichkeit der Produktion des Energieträgers – und da ist Strom trotz Wasserkraft und Energiewende mit der Rückkehr des Kohlestroms in Europa und dem hohen Anteil an Atomenergie auch kritisch zu sehen. Können Sie das nachvollziehen?
Köttl: Ja, das kann ich nachvollziehen, und auch mir passt, wie gesagt, nicht, dass billige Wärmepumpen mit niedrigen Jahresarbeitszahlen gleich gut bewertet werden wie hocheffiziente Geräte. Aber ich bin zuversichtlich, dass das der Markt regeln wird. Derzeit ist in der Praxis der Schall bei den Luft-Wärmepumpen das größte Thema. Natürlich erreichen auch Invertergeregelte Geräte die Normschallwerte am Prüfstand, aber wenn es im täglichen Einsatz dann mal kälter ist und vielleicht auch Warmwasser bereitet wird, beschwert sich der Nachbar. Wir merken, dass unzufriedene Kunden schon beginnen, auf unsere hochwertigen Luft-Wärmepumpen umzusteigen.
Lesen Sie das ungekürzte Interview ab Seite 34 der aktuellen Ausgabe 6/15!

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