Energiemasterplan der WKO steht mit dem Rücken zur Sonne

08.01.2025 | News

Die Wirtschaftskammer Österreich hat zum Jahreswechsel ihren lange erwarteten Masterplan Energie vorgelegt. Statt einem Feuerwerk an Ideen und Maßnahmen findet sich viel altbekanntes und eine große Lücke im Wärmebereich. Solarenergie für Raumwärme und Prozesswärme wird komplett ausgespart.

Die Wirtschaftskammer Österreich hat zum Jahreswechsel ihren lange erwarteten Energiemasterplan veröffentlicht, der den Weg Österreichs bei Energiewende und Klimaschutz bis 2040 aufzeigen soll. Der 70-seitige Plan fällt jedoch enttäuschend aus. Die Maßnahmen sind in allen Bereichen ganz auf Elektrifizierung ausgerichtet und setzen stark auf Wasserstoff sowie CO2-Abscheidung und Speicherung (CCUS). Zum Thema Gasausstieg hat die Wirtschaftskammer keine Strategie, im Gegenteil. „Absurderweise fordert sie die Beibehaltung der Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen, vor allem der russischen“, meint Roger Hackstock, Geschäftsführer des Branchenverbandes Austria Solar.

Stiefkind Wärmewende, Solarwärme ausgespart

Der größte Energiebedarf unseres Landes liegt bei Wärme, zu dem Sektor finden sich nur wenig Hinweise im Masterplan. Vor allem für Betriebe ist keine Strategie zum Umstieg erkennbar, was irritierend ist, da viele Betriebe in den letzten drei Jahren intensiv auf der Suche nach Alternativen zu Öl und Gas bei Prozesswärme waren, wie die stets gut gebuchten Informationsveranstaltungen für die Industrie zeigten.

Komplett vergessen wird im Plan auf den heimischen Energieträger Sonne bei Raumwärme und Prozesswärme. „Diese heimische Energietechnologie im Masterplan komplett auszusparen ist angesichts von mehr als 340.000 in Betrieb befindlichen Solarwärmeanlagen in Österreich mehr als verwunderlich“, so Roger Hackstock, „das ist mehr ein Bachelorplan als ein Masterplan.“ Die Sicherung der Energieversorgung gelingt am besten mit Technologien, bei denen nicht auf Bauteile aus China gewartet wird. „Wir haben in Österreich die besten Solarwärmeunternehmen der Welt, ihnen sollte die Unterstützung der Wirtschaftskammer gelten“. Unternehmen können einen Teil ihrer Wärmeversorgung binnen weniger Wochen auf Solarwärme umstellen, wie dutzende Beispiele über alle Branchen zeigen. Dabei bleiben 75 Prozent der Wertschöpfung im Land. In derzeit wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte man vor allem auf heimische Betriebe setzen, um das Wachstum anzukurbeln.

Mehr Informationen unter solarwaerme.at

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