Der nächste energytalk findet am 14. Oktober 2026 in der Alten Universität Graz statt. | © energytalk | Verena Pöschl
Wie kann Wohnen künftig leistbar, klimafreundlich und ressourcenschonend gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Sommer-energytalk 2026 in Graz. Rund 150 Fachbesucherinnen und Fachbesucher diskutierten über aktuelle Herausforderungen im Wohnbau – von der Entwicklung des steirischen Wohnungsmarktes über klimaneutrale Quartiere bis hin zu Konzepten für das Leben im Weltraum.
Unter dem Motto „Wohnen im All(tag) – Zwischen Schwerelosigkeit und Leistbarkeit“ beleuchtete die Veranstaltung das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
„Wohnen ist eine der zentralen sozialen und ökologischen Zukunftsfragen unserer Zeit“, betonten die Veranstalter Robert Pichler (energytalk) und Johannes Huber-Grabenwarter (ODÖRFER HAUSTECHNIK KG). Ressourceneffizienz sei dabei längst keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit.
Wohnbau braucht langfristige Rahmenbedingungen
Den Auftakt machte Hans Schaffer, Vorstandsdirektor der ÖWG Wohnbau. Er verwies auf den steigenden Wohnraumbedarf in Graz, gleichzeitig aber sinkende Baubewilligungen sowie steigende Bau- und Finanzierungskosten.
„Dauerhaft leistbarer Wohnraum entsteht nicht durch kurzfristige Eingriffe, sondern durch ein ausreichendes Angebot und starke gemeinnützige Bauträger. Was wir jetzt brauchen, sind höhere Bebauungsdichten, verlässliche Fördermodelle, geeignete Grundstücke und effiziente Genehmigungsverfahren“, erklärte Schaffer.
Klimaneutrale Quartiere als Gemeinschaftsaufgabe
Tobias Weiss vom AEE – Institut für Nachhaltige Technologien zeigte anhand aktueller Quartiersprojekte, welche Erfahrungen bereits mit klimaneutralen Energiekonzepten gesammelt wurden. Im Fokus standen unter anderem Wärmepumpen, Grundwassernutzung, Photovoltaik und Betriebsoptimierung.
„Klimaneutrale Quartiere entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Zusammenspiel vieler Faktoren. […] Entscheidend ist, Erkenntnisse aus dem Betrieb frühzeitig in die Planung neuer Projekte einfließen zu lassen“, sagte Weiss.
Was der Wohnbau vom Weltraum lernen kann
Einen ungewöhnlichen Blickwinkel brachte René Waclavicek von der LIQUIFER Systems Group ein. Er zeigte, wie Wohn- und Lebensräume für Weltraummissionen geplant werden und welche Bedeutung geschlossene Kreisläufe sowie ein sparsamer Umgang mit Ressourcen dort haben.
„Im Weltraum zählt jeder Kubikzentimeter, jedes Gramm Material und jede Kilowattstunde Energie. […] Genau diese radikale Konzentration auf das Wesentliche macht das Leben und Wohnen im All zu einer faszinierenden Herausforderung für die Architektur“, so Waclavicek.
Fortsetzung im Herbst
Der nächste energytalk findet am 14. Oktober 2026 in der Alten Universität Graz statt. Weitere Informationen zum Programm sollen rechtzeitig über die Website und die Social-Media-Kanäle der Veranstaltungsreihe veröffentlicht werden.
