Nicole Karner (li.) und Nina Goger stehen für Frauenpower im Außendienst – mit Kompetenz, Herz und Teamgeist. | © Odörfer
Im Außendienst der Sanitärbranche sind Frauen nach wie vor eine Seltenheit – doch Nina Goger und Nicole Karner beweisen eindrucksvoll, wie viel Kompetenz, Leidenschaft und Teamgeist sie in diese Männerdomäne bringen. Beide sind als Außendienstmitarbeiterinnen bei Odörfer tätig. Mit ihren individuellen Geschichten, Erfahrungen und Tipps wollen sie andere Frauen inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen und sich Herausforderungen selbstbewusst zu stellen.
Nina Goger: Leidenschaft und Vielseitigkeit
Durch meine jahrelange Tätigkeit in der Branche habe ich ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Kund:innen entwickelt. Als sich die Möglichkeit ergab, genau für die Region (nördliches Burgenland), die zu mir passt, als Außendienstmitarbeiterin einzusteigen, habe ich die Chance ergriffen und mich beruflich verändert. Mein Chef Bernhard
Weber, Leiter der Odörfer-Niederlassung Wr. Neustadt, und das gesamte Team machten mir die Entscheidung sehr leicht. Der Schritt zu Odörfer war genau das Richtige!
Was mich am Außendienst besonders begeistert, ist der persönliche Kundenkontakt, die Eigenverantwortung und das aktive Mitwirken am Markterfolg. Ich erkenne die individuellen Bedürfnisse der Kund:innen, liebe die abwechslungsreichen Aufgaben und genieße die Mischung aus Beratung, Vertrieb und Beziehungspflege.
Mein Arbeitsalltag ist alles – nur nicht eintönig. Mein Tag beginnt im Auto, meinem zweiten Büro, mit Terminen und vielen Telefongesprächen. Typische Aufgaben sind Beratung, Produktvorstellung und natürlich die Pflege der Kontakte. Ich tausche mich regelmäßig mit Industriepartner:innen aus, um immer auf dem neuesten Produktstand zu sein. Eine der größten Herausforderungen ist es, flexibel zu bleiben und zum Beispiel mit Stau oder kurzfristigen Terminänderungen umzugehen. Die Herausforderung, Organisations- und Improvisationstalent zu sein, sorgt dafür, dass kein Tag wie der andere ist.
Nicole Karner: Teamspirit und Entwicklung
Odörfer hat mich als Unternehmen durch seine Werte und den starken Teamspirit überzeugt. Ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht und darüber nachgedacht, in den Außendienst zu gehen. Nach dem ersten Gespräch wusste ich, dass mir die Firma Odörfer die perfekte Mischung aus neuer Herausforderung und persönlicher Weiterentwicklung bietet. Besonders überzeugt hat mich, dass ich mich in diesem familiären Team von Anfang an sehr wohlgefühlt habe. Auch für mich ist das Auto das zweite Büro. Mein Alltag ist sehr abwechslungsreich und besteht aus Kundenterminen, vielen Telefonaten, Beratungsgesprächen und der Betreuung bestehender Kund:innen. Mein Auto ist dabei mein ständiger Begleiter.
Die größten Herausforderungen sind die hohe Flexibilität bei Terminen, das schnelle Finden von Lösungen vor allem bei Reklamationen und manchmal auch das Akzeptieren, dass nicht jeder Kundenwunsch genau so erfüllbar ist – hier braucht es besonders viel Flexibilität. Zeitmanagement ist extrem wichtig: Wie lange dauert ein Termin, wie lange fahre ich zum nächsten, und dazwischen ist auch Büroarbeit zu erledigen. Daher ist gutes Zeitmanagement für mich essenziell.
Prägende Stationen und Erfahrungen
Nina Goger: Ich habe einen kontinuierlichen Entwicklungsweg hinter mir: Beginnend mit der Lehre im Baumarkt (auch hier schon in der Sanitärabteilung) über die Beratung und Planung von Bädern bis hin zur Leitung eines Bäderschauraumes konnte ich meine Aufgaben und Verantwortungsbereiche stetig erweitern. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Lernbereitschaft und ein tiefes Verständnis für Kundenbedürfnisse ist. Mich weiterzuentwickeln, prägt meine Arbeit bis heute.
Nicole Karner: Auch ich habe viele Stationen durchlaufen: Die Lehre bei einem Installationsunternehmen hat den Grundstein gelegt, ich konnte mir im Zuge dessen viel Wissen aneignen. Als Schauraumleiterin im Großhandel habe ich Führungsverantwortung übernommen und gelernt, direkt auf die Installateurpartner:innen zuzugehen. All diese Erfahrungen und meine persönliche Entwicklung haben mich perfekt für die Rolle als Außendienstmitarbeiterin vorbereitet.
Eigenschaften, die zählen
Nina Goger: Ich brauche vor allem einen kühlen Kopf, Zuverlässigkeit und starke Nerven. Stress gehört zum Job, aber der bringt mich nicht aus der Fassung. Als Mutter bin ich Profi im Multitasking, Improvisieren und Ruhigbleiben, wenn es mal laut und hektisch wird. Ich muss nicht besser sein als ein männlicher Kollege, um akzeptiert zu werden – ich muss einfach gut sein in dem, was ich mache. Wer sein Wort hält und weiß, wovon er spricht, wird auch ernst genommen. Alles andere regelt die Praxis! Meine Kollegin und mich zeichnet die Fähigkeit zum Multitasking, Stressresistenz und Humor aus.
Nicole Karner: Ich setze auf Mut, Ausdauer und Vertrauen. Selbstzweifel lege ich beiseite und achte auf ein gutes Mindset. Positives Denken und Selbstvertrauen können so viel ändern. Ebenso sind ein Lächeln und Charme oft ein Gamechanger. Ich muss nicht besser sein als die männlichen Kollegen. Wichtig ist, dass sich die Kund:innen auf uns verlassen können, dass wir Lösungen anbieten und da sind, wenn es brennt – mit Begeisterung und Motivation. Nina und ich haben unterschiedliche Stärken, tauschen uns regelmäßig aus und unterstützen uns. Wir motivieren uns gegenseitig, glauben an uns und freuen uns für die andere, wenn Erfolge eintreten.
Herausforderungen als Frau im Außendienst
Nina Goger: Ich wurde gerade am Anfang manchmal unterschätzt. Dank meiner Arbeitsweise, die Dinge fachlich und zuverlässig anzugehen und zu erledigen und Lösungen zu liefern, die einfach passen, erledigt sich jede Skepsis von selbst.
Nicole Karner: Auch ich kenne diese Situationen. Gerade weil es in unserer Branche ungewohnt ist, wenn eine Frau zur Tür reinkommt. Hier ist das Mindset wieder sehr gefragt – nicht verunsichern lassen, sondern immer auf Kompetenz, gute Vorbereitung und Selbstvertrauen setzen.
Zusammenarbeit im Team und mit Kunden
Nina Goger: Ich erlebe die Zusammenarbeit überwiegend positiv. Wenn die Leistung stimmt, spielt das Geschlecht keine Rolle. Am Ende arbeiten wir alle am liebsten mit Menschen, auf die man sich verlassen kann.
Nicole Karner: habe bei einem Installateur gelernt und auch bei weiteren Installateur-Unternehmen gearbeitet – ich bin es also gewohnt, vorwiegend Männer als Kollegen zu haben. Manchmal wird man unterschätzt, aber sobald die Männer merken, dass man genau weiß, wovon man spricht, ist man wieder auf Augenhöhe. Insgesamt kann ich sagen, die Zusammenarbeit war immer gut.
Motivation, Freude und Ausgleich
Nina Goger: Ich habe extrem tolle Kollegen, bin in einem Unternehmen beschäftigt, das zu seinen Mitarbeiter:innen steht, darf coole Aufgaben erledigen und habe einen Chef, der mich versteht und fördert. Freude bereitet es mir, unsere Kund:innen in der täglichen Arbeit zu unterstützen, Chaos erfolgreich zu meistern und dabei selbst nie den Humor zu verlieren. Sonne, ein bisschen Wein und entspannen – das ist mein Geheimrezept fürs Krafttanken im Alltag.
Nicole Karner: Ich finde Motivation in der Mischung aus Eigenverantwortung, selbstständigem Arbeiten, Kundenkontakt und sichtbaren Erfolgen. Ebenso gibt mir das tolle Team in der Firma Energie. Zeit mit Familie und Freunden sowie Sport, Natur und Zeit für Dinge, die mir Freude machen, sind für mich sehr erholsam. Ich nehme mir bewusst kleine Auszeiten – all das schafft den perfekten Ausgleich.
Tipps für Frauen im Außendienst
Nina Goger: Ich packe mein Fachwissen ein, trete selbstbewusst auf und habe keine Angst vor Rohrleitungen, Armaturen oder technischen Fragen. Einfach loslegen – wer sich traut, merkt schnell: Außendienst in der Sanitärbranche ist spannend und abwechslungsreich, und wir Frauen meistern das locker!
Nicole Karner: Mein Tipp: Traut euch! Niemand sagt, dass der Job nur für Männer geschaffen ist. Seid selbstbewusst, geht euren eigenen Weg. Ihr schafft das! Lasst euch von niemandem was anderes einreden oder euch verunsichern! Gerade der Außendienst gibt uns Frauen die Chance, sichtbar und erfolgreich zu sein.
