Die Karl Sonderhof GmbH & CO KG aus Wien wird von Mag. Claudia Kalcher und DI Christian Stolicka geleitet. | © STARPIX / Alexander Tuma
Den Grundstein zur heutigen Karl Sonderhof GmbH & CO KG legte am 14. Juni 1918 Karl Sonderhof I. Er gründete in der Wagramer Straße in Wien den Installationsbetrieb. Der geschickte Unternehmer beschäftigte bereits nach kurzer Zeit 20 Mitarbeiter. Im Zuge der erforderlichen Betriebserweiterung übersiedelte das Unternehmen 1923 an den heutigen Standort in die Floridsdorfer Hauptstraße 18. Ende 2017 beschlossen KR Karl Sonderhof III und seine Schwester Irmgard Stolicka, das Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben. Heute wird der Betrieb von der Tochter Mag. Claudia Kalcher als gesellschaftsrechtliche Geschäftsführerin und dem Neffen, DI Christian Stolicka als gewerberechtlicher Geschäftsführer, gemeinsam geführt. Beschäftigt wird aktuell ein Stammpersonal von 27 Mitarbeitern.
Gute Lehrlinge immer gesucht
Die Gewinnung von Lehrlingen im Bereich Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation stellt sich als herausfordernd dar. Der abwechslungsreiche Beruf bietet eine solide Ausbildung, langfristige Perspektiven sowie zunehmend spannende Inhalte im Bereich erneuerbarer Energien und moderner Gebäudetechnik, dennoch ist das Interesse junger Menschen zurückgegangen. Mag. Claudia Kalcher: „Wir mussten oft die Erfahrung machen, dass die jungen Herren, ‘nur’ irgendwo unterkommen wollen, um einer Arbeit nachzugehen, aber ‘Feuer für den Beruf’, für die komplexen Zusammenhänge dieses zukunftssicheren Berufsstands hat fast niemand mehr. Die Schulnoten spiegeln dieses Bild wider und die Ausbilder-Monteure benötigen teilweise starke Nerven sowie auch eine pädagogische Schulung, um die Lehrlinge auszubilden.” Ein wesentlicher Grund dafür liegt im Trend zu weiterführenden Schulen sowie akademischen Laufbahnen.
Aktiv gegensteuern
Handwerkliche Berufe werden vielfach noch immer unterschätzt, obwohl sie ein hohes Maß an Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und technischem Verständnis erfordern. Als Betrieb ist es wichtig, aktiv gegenzusteuern. Dazu zählen eine frühzeitige Ansprache potenzieller Lehrlinge – etwa durch Kooperationen mit Schulen, Praktika oder Schnuppertage – sowie eine zeitgemäße Darstellung des Berufsbildes. Gerade die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und innovative Technologien bieten großes Potenzial, junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Mag. Claudia Kalcher: „Gute Lehrlinge zu finden ist heute anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren, aber mit gezielten Maßnahmen, persönlichem Engagement und einer attraktiven Ausbildung durchaus möglich.” Fachkräfte im Bereich Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation sind stark nachgefragt, während das Angebot an entsprechend ausgebildetem Personal seit Jahren rückläufig ist. Besonders bemerkbar macht sich dies bei der Besetzung offener Stellen sowie bei der zeitnahen Umsetzung von Projekten.
Gute Auftragslage
DI Christian Stolicka: „Aufträge sind grundsätzlich vorhanden – sowohl teilweise, wenn auch noch etwas verhalten bzw. zurückhaltend im Neubau, als auch verstärkt im Bereich Sanierung, Modernisierung und Reparaturen. Jedoch stoßen wir teilweise personell an unsere Grenzen, denn nicht jeder Mitarbeiter ist überall gleichwertig einsetzbar. Das führt teilweise zu längeren Wartezeiten für Kunden und erhöhtem Arbeitsdruck innerhalb der Teams.” Der verstärkte Umstieg auf moderne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder hybride Anlagen sorgt für zusätzlichen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften mit aktuellem technischem Know-how.
In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen auf den Einbau von Wärmepumpen spezialisiert. Gerade durch die Krisen der Vergangenheit hat sich die Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern exponentiell gesteigert. Dies betrifft den Neubau und vor allem auch die Sanierung von älteren Gebäuden. Mag. Claudia Kalcher: „Gerade im Neubau versuchen wir den Architekten, Planern, Bauträgern und Baufirmen durch unseren neuen Haustechnikschauraum alle Möglichkeiten einer hocheffizienten Heizungs- und Kühlungsanlage zu präsentieren und diese auch im Betrieb vorzuführen.”
Technik zum Anfassen
Im Zuge der aktuellen Umstrukturierung spezialisiert sich das Unternehmen auf die Heizungstechnik. Das neue Gebäude umfasst rund 1.324 m² Nutzfläche, davon rund 466 m² Gewerbeflächen und 858 m² Wohnnutzfläche. Es befinden sich zwei Büroeinheiten und darüber 15 Wohnungen, eine eigene Tiefgarage sorgt für den entsprechend Parkraum. Die Energiezentrale dient als Schauraum der Gebäudetechnik nach dem Motto: Technik soll nicht nur geplant, sondern auch erlebbar sein. Die technische Ausstattung des Schauraums umfasst z. B. Wärmepumpen, Pufferspeicher, Huter-Schächte, Regel- und Steuerungstechnik. Das Monitoringsystem ermöglicht eine laufende Betriebsoptimierung und liefert Daten für Forschung und Weiterbildung. Dank geothermischer Energie aus Tiefenbohrungen kann das Gebäude weitgehend CO₂-neutral betrieben werden.
Weitere Spezialgebiete sind der Badumbau und die Planung hochwertiger Sanitärräume sowie der All-In-Service für Hausverwaltungen. DI Christian Stolicka: „Es gibt eine Ansprechperson für jeden Auftrag, von der Terminvereinbarung über die Angebotslegung, Rechnungslegung, usw. – dies schätzen die Hausverwaltungen sehr.” Die Auftraggeber legen großen Wert auf Verlässlichkeit, Transparenz und Qualität – das sind die entscheidenden Faktoren, um aus einmaligen Kunden langfristige Stammkunden zu machen. Wichtig ist eine rasche Reaktionszeit, vor allem im Störungsfall. Termintreue und sauberes Arbeiten vor Ort sind ebenso selbstverständlich wie ein respektvoller Umgang. Wichtig ist weiters die Transparenz bei Angeboten und Abrechnungen. Fachliche Kompetenz wird vorausgesetzt, aber ebenso geschätzt wird eine verständliche Beratung – insbesondere bei der Auswahl moderner, energieeffizienter Heizsysteme sowie beim All-In Badumbau. Auf Wunsch werden auch Professionisten wie Elektriker, Fliesenleger, Maler oder Trockenbauer koordiniert. Mit der Betriebsgröße ist die Geschäftsleitung zufrieden. Je nach Marktsituation kann auch schnell vergrößert werden. Mag. Claudia Kalcher: „Durch moderne Bürogestaltung und flexible Arbeitsplatzaufteilungen können wir schnell auf notwendige Personalaufstockungen bzw. auch Personalabbau reagieren, um hier unseren Mitarbeitern ein bestmögliches Arbeitsumfeld zu bieten.”
