Lösungen für Raumluft und energieeffiziente Klimatechnik gehören zu den zentralen Themen der ISH 2027. | © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Petra Welzel
Schulen, Verwaltungsgebäude, Sportstätten und Schwimmbäder zählen zu den wichtigsten Bestandteilen der öffentlichen Infrastruktur. Gleichzeitig stammt ein großer Teil dieser Gebäude aus den 1960er- bis 1980er-Jahren und erfüllt die heutigen Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort und Gebäudetechnik nur noch eingeschränkt.
Vor diesem Hintergrund rückt die Modernisierung öffentlicher Bestandsgebäude auf der ISH 2027 verstärkt in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen Lösungen, die energetische Sanierung, wirtschaftlichen Betrieb und hohe Aufenthaltsqualität miteinander verbinden.
EU-Vorgaben erhöhen den Handlungsdruck
Mit der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) steigen die Anforderungen an die Sanierung öffentlicher Gebäude weiter. Gleichzeitig bleibt das Modernisierungstempo in Europa gering: Rund drei Viertel des Gebäudebestands gelten weiterhin als energieineffizient, die jährliche Sanierungsquote liegt laut World Green Building Council und EPBD Factsheet 2025 bei lediglich rund einem Prozent.
Für Kommunen bedeutet das einen wachsenden Handlungsbedarf. Neben sinkendem Energieverbrauch rücken inzwischen auch Betriebskosten, langfristige Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Innenräume stärker in den Fokus.
Nutzerkomfort wird zum Planungsfaktor
Moderne öffentliche Gebäude sollen heute nicht nur energieeffizient arbeiten, sondern auch gesunde und leistungsfördernde Umgebungen schaffen. Themen wie Luftqualität, thermischer Komfort, Akustik sowie intelligente Gebäudeautomation gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.
„Die Anforderungen an öffentliche Gebäude haben sich deutlich erweitert. Neben der Energieeffizienz stehen heute auch Innenraumqualität, intelligente Steuerung und das Sicherstellen einer nachhaltigen, langfristigen Betriebsfähigkeit im Fokus. Gerade im Bestand sind dafür integrierte und flexibel nachrüstbare Lösungen entscheidend“, erklärt Frank Ernst, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima e. V. (FGK).
Auch der europäische Dachverband REHVA sieht die Qualität von Innenräumen als wesentlichen Bestandteil nachhaltiger Gebäudeplanung. Energieeffizienz allein reiche nicht mehr aus, um den steigenden Anforderungen an gesunde und resiliente Gebäude gerecht zu werden.
Sanieren im laufenden Betrieb
Eine besondere Herausforderung stellt die Modernisierung während des laufenden Betriebs dar. Schulen, Verwaltungsgebäude oder Sporteinrichtungen müssen häufig weiter genutzt werden, während einzelne Gebäudebereiche schrittweise saniert werden.
Hinzu kommen unterschiedliche technische Bestandslösungen, begrenzte Budgets sowie lange Planungs- und Genehmigungsprozesse. Deshalb gewinnen modulare und flexibel nachrüstbare Systeme zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglichen eine schrittweise Modernisierung, bei der einzelne Gewerke ergänzt oder erneuert werden, ohne den gesamten Gebäudebetrieb zu unterbrechen.
Die ISH 2027 will hierfür praxisnahe Lösungsansätze präsentieren und zeigen, wie sich Energieeffizienz, Nutzerkomfort und langfristige Wirtschaftlichkeit im öffentlichen Gebäudebestand miteinander verbinden lassen.
