Geschäftsführung Stefan Polzhofer und Othmar Sailer. | © KAPO Fenster und Türen GmbH
Der steirische Fensterhersteller KAPO setzt konsequent auf Holz als Werkstoff und verzichtet bewusst auf Kunststofffenster. Am neuen Standort im Ökopark Hartberg produziert das Unternehmen nach eigenen Angaben über das Jahr hinweg energieautark und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz für Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonendes Bauen. Parallel dazu läuft noch bis Ende Juli eine Unternehmensanleihe über die Crowdinvesting-Plattform CONDA.
Holz statt Kunststoff als Unternehmensstrategie
KAPO blickt auf eine fast 100-jährige Unternehmensgeschichte zurück und fertigt ausschließlich Holz- sowie Holz-Aluminium-Fenster. Auf Kunststofffenster verzichtet der Hersteller bewusst – trotz höherer Margen in diesem Marktsegment.
Der neue Produktionsstandort im Ökopark Hartberg wurde auf einer ehemaligen Baurestmassedeponie errichtet. Das Unternehmen investierte rund elf Millionen Euro in den Standort, der in ressourcenschonender Fachwerk-Holzbauweise ohne zusätzliche Flächenversiegelung realisiert wurde.
Energieautarke Produktion mit Restholz und Photovoltaik
Nach Angaben von KAPO produziert das Werk im Jahresverlauf mehr Energie, als für die Fertigung benötigt wird. Möglich wird dies durch Photovoltaik, ein eigenes Biomasse-Heizkraftwerk sowie Systeme zur Energierückgewinnung.
„Wir erzeugen über das Jahr hinweg mehr Energie, als wir für unsere Produktion benötigen. In Zeiten wie diesen mit unplanbar hohen Energiepreisen ist das ein wichtiger Schritt für unsere Unabhängigkeit. Wir steuern unser Werk durch Photovoltaik, ein eigenes Biomasse-Heizkraftwerk und intelligente Energierückgewinnung autark“, erklärt Geschäftsführer Stefan Polzhofer.
Für die Wärmeversorgung verarbeitet KAPO täglich rund 1,5 Tonnen Restholz zu Pellets. Ein Teil der produzierten Pellets wird nicht im eigenen Betrieb benötigt und an regionale Abnehmer verkauft.
Fokus auf Kreislaufwirtschaft
Auch bei den Produktionsprozessen verfolgt das Unternehmen einen konsequent nachhaltigen Ansatz. KAPO setzt auf biozidfreien Holzschutz, um die Fenster nach ihrem jahrzehntelangen Einsatz sortenrein recyceln zu können. Zudem werden Holz-Aluminium-Fenster über ein mechanisches Clip-System verbunden, wodurch sich Holz und Aluminium später einfach voneinander trennen lassen.
„Tatsächlich sind wir der einzige überregionale Fensterhersteller in Österreich, der aus ökologischer Überzeugung konsequent auf Kunststofffenster verzichtet“, sagt Stefan Polzhofer.
Darüber hinaus arbeitet KAPO gemeinsam mit Forschungspartnern an neuen Recyclingverfahren. Im Rahmen eines FFG-Projekts untersucht das Unternehmen unter anderem die Herstellung von Biokohle aus ausgedienten Holzfensterrahmen.
Wachstum durch Sanierung und Crowdinvesting
Großes Potenzial sieht KAPO im Sanierungsmarkt sowie im Denkmalschutz. Individuell gefertigte Holzfenster sollen historische Gebäude energetisch modernisieren, ohne deren Erscheinungsbild zu verändern.
Parallel dazu läuft auf der Plattform CONDA noch bis 31. Juli eine Crowdinvesting-Kampagne. Anlegerinnen und Anleger können eine nachrangige Unternehmensanleihe mit einer Laufzeit bis April 2030 und einem fixen Zinssatz von acht Prozent pro Jahr zeichnen.
„Bisher wurden bereits rund 500.000 Euro investiert. Noch für einige Tage, nämlich bis Ende Juli, bietet sich Interessierten die Gelegenheit, in das Wachstum von echter Kreislaufwirtschaft und ganzheitlich ökologischem Wirtschaften zu investieren“, sagt Co-Geschäftsführer Othmar Sailer.
