Starkes Team für Aus- und Weiterbildung (v.l.n.r.): LIM-Stv. Wolfgang Moster, Matthias Ettl (Cheftrainer), Peter Bauer (Berufsschuldirektor), Gottfried Roiko, Thomas Fleischhacker (WIFI-Bereichsleiter) und Gerald Winkelbauer (Berufsschuldirektor a.D.) | © Joachim Gründler
Lesen Sie im nachfolgenden Interview mit BIM/LIM Anton Berger, wieso Zukunftsmut absolut angebracht ist, auch wenn die aktuelle Weltlage immer wieder mehr als besorgniserregend aussieht:
Was gibt es Neues in Ihrem Bundesland?
Berger: Wir hatten in letzter Zeit sehr gelungene Netzwerkveranstaltungen sowohl in Wels bei den „Steirerstunden“ als auch beim „Schneezauber“. Unser Bezirksinnungsmeister (Anm.: Innungsausschussmitglieder) laden auch fleißig zu Bezirksstammtischen; diese werden ebenfalls sehr gut besucht. So kommen wir näher an unsere Mitglieder – das fördert den Austausch und die Wissenstransformation.
Zusätzlich zu Ihren LIM-Agenden sind Sie bekanntlich auch Bundesinnungsmeister – was sind da die wichtigsten aktuellen Neuigkeiten und nahen Ziele?
Berger: Hier gibt es vieles das hier in der Kürze aufzuzählen bestimmt einiges vermissen lassen würde! Diese Themen werden jedoch regelmäßig über die Bundesinnung kommuniziert; da ist BI-Geschäftsführer
Dr. Paul Morolz ein Garant für Genauigkeit und sorgt dafür, dass hier nichts vergessen wird.
Wie beurteilen Sie generell Chancen und Risiken des Jahres 2026?
Berger: Erstens sind es Chancen, denn als Selbständige brauchen wir das Thema Risiko nicht extra erwähnen – das begleitet uns ohnehin ständig. Die Chancen sind aus der jetzigen Situation heraus eigentlich recht gut.
Wir müssen nur umtriebig sein, vergessen was gestern automatisch gelaufen ist und uns um die Sache bemühen. Aufträge kommen nicht ohne Zutun bei der Tür herein, aber es gibt diese Aufträge. Eventuell muss man sich auch als Firma ein wenig neu definieren und eine Kurskorrektur vornehmen – aber das können wir Installateure!
Wirtschaftskrise und Baukonjunktur – ist die Talsohle langsam durchschritten? Wie wird sich das in Ihrem Bundesland entwickeln?
Berger: Eigentlich ist die Talsohle durchschritten – aber diese globale Unsicherheit und weltweite Kriegsführung wird allen zu schaffen machen und gefährdet leider stabile Preise sowie daraus resultierend auch ein wenig die Planbarkeit.
Worauf darf sich die Branche freuen?
Berger: Auf den neuen Lehrberuf und auf eine Attraktivierung ebendieses Lehrberufes, um im Kampf um Lehrlinge gut bestehen zu können. Das wird uns gut gelingen – wir sind in der finalen Phase und es wird in Kürze detaillierte Infos dazu geben.
Wie gestaltet sich Ihr Blick über den Tellerrand – auf andere Gewerke und in andere Bundesländer? Was kann dabei für die Gebäudetechnik in Ihrem Land wichtig sein?
Berger: Es ist uns Installateuren durch den im Herbst abgehaltenen Strategieworkshop gelungen, wesentlich besser über die Landesgrenzen hinweg zu kommunizieren – deshalb wird jedes Bundesland von den anderen profitieren und somit Zeitressourcen frei machen können, um Mitglieder noch besser zu betreuen. Was andere Gewerke betrifft, so sehe ich ein bemühtes Miteinander speziell bei unseren Schnittstellen-Gewerken – das ist gut so! Wir sind in regem Austausch; sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.
Kommen bzw. gibt es neue Förderungen für das Bundesland? Was wackelt, was bleibt, was kommt wieder?
Berger: Meine Gegenfrage lautet: Wird der Sommer schön? All das wird nicht seriös zu prognostizieren sein. Es wird gerade intensiv daran gearbeitet, über neue Budgets auch für unsere Bereiche neue Lösungen zu denken. Inwiefern das Förderungen oder andere Ansätze sein werden, kann ich noch nicht beurteilen – wir werden jedoch zumindest gefragt und das sehe ich als ein sehr gutes Zeichen!
Welche Fachmessen sind stets fix eingeplant – gibt es da Ideen oder Wünsche, was man ändern könnte?
Berger: Die Energiesparmesse Wels ist großhandelsunabhängig die bedeutendste Messe in Österreich. Ich hoffe, dass Großhändler und Industriepartner, welche das heuer nicht geschafft haben, nächstes Jahr wieder an Bord sind. Das würde der gesamten Branche sehr guttun – wir werden uns besonders anstrengen, um das zu schaffen.
Gibt es Licht am Horizont in Bezug auf Lehrlingszahlen und Qualität der Auszubildenden?
Berger: Die Qualität der Auszubildenden ist natürlich auch ein gesellschaftliches Thema, an dem wir dran sind. Die Lehrlingsbewerber sind nicht maßgeblich für den Erfolg einer Branche – sondern jene, die in die Ausbildung starten, sie erfolgreich abschließen und dann auch in der Branche verbleiben!
Unsere Situation ist nach wie vor im Branchenvergleich nicht schlecht; wir brauchen jedoch mehr ausbildenden Betriebe. Mein Appell an die Betriebe ist, sich über diese Aufgabe zu wagen und Teil der Erfolgsstory Lehrlingsausbildung zu werden.
Welche Anreize könnte man noch setzen, um Zahlen und Motivation zu erhöhen?
Berger: Ich glaube es geht um eine Bewusstseinsbildung unter unseren Mitgliedern. Wenn keiner ausbildet, fehlen uns allen die Facharbeiter von Morgen. Von großen Ausbildungsbetrieben abgekapselte EPU sind hier keine nachhaltige Lösung. Wir müssen die Standards unserer Arbeit hochhalten und das geht nur gemeinsam und durch eine Top-Ausbildung.
Wie handhaben Sie die Lehrlings-Suche und -Ausbildung in Ihrem Unternehmen?
Berger: Wir haben sehr viele Bewerber – aber nur diejenigen, die die Hürde und den Einstieg in die Lehre schaffen, sind dann für uns passend – in Prozent berechnet ist das nicht berauschend. Wir bekommen im Jahr etwa 40 Bewerbungen und davon schaffen ca. 10 Prozent die Hürde. Den anderen wird aber – wenn unserer Meinung nach die Talente anderswo angesiedelt sind – auch so gut wie möglich weitergeholfen.
Thema Skills und Lehrlingswettbewerbe – sind Sie zufrieden mit den Leistungen?
Berger: Wir Steirer haben den Bundeslehrlingswettbewerb erstmals gewonnen – das ist fantastisch und bestätigt die Leistung des gesamten Teams: Die Trainer, die Berufsschule und auch dem Geschäftsführer Hannes Weiß, der hier ständig dran ist, alles rundherum zu organisieren – ihnen gebührt großer Dank! Der Weg bis zum ersten Sieg war steinig, aber jetzt sind wir da und freuen uns auf die nächsten Bewerbe. Mich hat auch die immense Gratulationswelle sehr gefreut – das war ein sehr guter Tag!
Was sind die wichtigsten Aufgaben des Teams – können Sie unseren Lesern bitte die Zuständigen in Sachen Lehrlingsbeauftragten vorstellen?
Berger: Wir haben uns bewusst gegen die klassische Ein-Personen-Lösung entschieden und setzen stattdessen auf ein starkes, eingespieltes Team. Die Agenden rund um Lehrlingsausbildung, Weiterbildung und Wettbewerbe liegen bei unserem Arbeitsausschuss „Aus- und Weiterbildung“ – mit klarer Aufgabenverteilung und hoher fachlicher Kompetenz. An der Spitze stehen unser Cheftrainer Matthias Ettl sowie Berufsschuldirektor a.D. Gerald Winkelbauer. Gemeinsam mit dem aktuellen Berufsschuldirektor Peter Bauer, WIFI-Bereichsleiter Thomas Fleischhacker, meinem Stellvertreter Wolfgang Moser und Ausschussmitglied Gottfried Roiko bilden sie ein schlagkräftiges Netzwerk. Dieses Team deckt die gesamte Bandbreite ab – von der Nachwuchsgewinnung über die Ausbildung bis hin zur Spitzenförderung für Wettbewerbe. Wir arbeiten eng mit der Berufsschule zusammen, entwickeln Ausbildungsinhalte laufend weiter und begleiten unsere Fachkräfte bis zur Meisterebene. Der Erfolg gibt uns recht: Der Sieg beim diesjährigen Bundeslehrlingswettbewerb zeigt, dass wir mit diesem Teamansatz genau richtig liegen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen nicht nur exzellent ausbilden, sondern junge Menschen für unseren Beruf begeistern und ihre Talente sichtbar machen.
Haben Sie Tipps zu aktuellen Lieblingsfilmen/Serien/Lektüren/Podcasts rund ums Thema Klima als Empfehlung?
Berger: Die Dokumentation „Before the Flood“ ist – global und politisch gesehen – sehr interessant und auch die Netflix-Serie „Unser Planet“ kann ich an dieser Stelle empfehlen.
Abschließende Worte?
Berger: Wir befinden uns in der leider spannendsten geopolitischen Lage die unsere Generation je durchgemacht hat. „Worte zerstören – wo sie nicht hingehören“ heißt es in einem Lied – wir sollten wieder zu einer Wort- und Wertekultur finden, die ein Miteinander möglich macht. Kopf hoch, wir werden da gut durchkommen!
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin!

Gruß aus der Bundesinnung
EU-Aktuell SHL
EU‑Aktuell SHL informiert ab sofort regelmäßig über wichtige EU‑Gesetzesvorhaben und über die Arbeit von GCP Europe, dem europäischen Dachverband, in dem die Bundesinnung aktiv mitwirkt. Seit dem EU‑Beitritt Österreichs werden viele Gesetze in Brüssel beschlossen – daher ist eine starke Vertretung der österreichischen Interessen dort besonders wichtig.
In der ersten Ausgabe zeigen wir, welche zentrale Rolle Sanitärtechnikbetriebe für Energie‑, Wasser‑ und Klimawende spielen. Außerdem fassen wir die aktuellen Initiativen der europäischen Interessenvertretung in den Bereichen Sanitär, Wasserhygiene und weitere politische Entwicklungen zusammen, die den Arbeitsalltag der Fachkräfte in Europa beeinflussen.
Weitere Informationen finden Sie stets unter AKTUELLES auf der Homepage der Bundesinnung auf wko.at
Herzliche Grüße
Euer Anton Berger
Bundesinnungsmeister
