Das in Holzbauweise errichtete Gebäude bietet moderne Arbeitsplätze und zusätzliche Kapazitäten für künftiges Wachstum. | © Walter Bösch GmbH & Co KG
Die Vorarlberger Holzhandelsgenossenschaft TIRO hat ihren Unternehmensstandort in Hohenems umfassend neu errichtet. Während der Betrieb ohne Unterbrechung weiterlief, entstand in mehreren Bauetappen ein neuer Firmensitz, der Verwaltung, Produktion, Logistik und Lager unter einem Dach vereint. Für die Gebäudetechnik setzte TIRO auf ein individuell geplantes System des Gebäudetechnikspezialisten bösch, das Energieeffizienz, Betriebssicherheit und langfristige Flexibilität in den Mittelpunkt stellt.
Neubau im laufenden Betrieb
Mit dem Neubau investiert das seit 1939 bestehende Unternehmen in die langfristige Entwicklung des Standorts. Das in Holzbauweise errichtete Gebäude bietet moderne Arbeitsplätze und zusätzliche Kapazitäten für künftiges Wachstum. Die Umsetzung erfolgte bei laufendem Betrieb und in drei Bauphasen – eine Herausforderung, die laut Unternehmen nur durch die enge Zusammenarbeit regionaler Partner bewältigt werden konnte.
TIRO verzichtete bewusst auf einen Generalunternehmer und vergab die einzelnen Gewerke direkt an regionale Fachbetriebe. Gemeinsam mit BHM Ingenieure entwickelte bösch ein maßgeschneidertes Gesamtkonzept für Heizung, Kühlung, Lüftung und Gebäudeautomation.
Maßgeschneiderte Technik für unterschiedliche Anforderungen
Da Verwaltung, Produktion, Logistik und Schnittholzlager unterschiedliche klimatische Anforderungen stellen, wurde die Gebäudetechnik speziell auf die jeweiligen Nutzungsbereiche abgestimmt.
Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über mehrere Luft-Wärmepumpen, die teilweise mit Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage betrieben werden. Während zwei redundant ausgelegte Wärmepumpen das Verwaltungsgebäude versorgen, übernimmt eine weitere Anlage die Temperierung der Produktionshalle über eine Betonkernaktivierung. Ergänzt wird das System unter anderem durch eine Zonenkühlung für den Veranstaltungssaal sowie eine separate Serverkühlung.
Vier Lüftungsanlagen sorgen darüber hinaus für eine bedarfsgerechte Frischluftversorgung in Verwaltung, Sozialtrakt und Logistik.
Optimale Bedingungen für hochwertige Hölzer
Eine besondere Aufgabe übernimmt die Lüftung im Schnittholzlager. Dort wird die Luftfeuchtigkeit konstant geregelt, um die Qualität hochwertiger Edelhölzer dauerhaft zu erhalten.
Hierfür wird die Luft zunächst auf 11 Grad Celsius abgekühlt, wodurch Feuchtigkeit kondensiert. Anschließend wird sie mithilfe der dabei entstehenden Prozesswärme wieder auf rund 40 Grad erwärmt. Dieses Verfahren reduziert die Luftfeuchtigkeit energieeffizient und schafft stabile Lagerbedingungen.
Gebäudeautomation vernetzt alle Systeme
Das Herzstück der technischen Infrastruktur bildet die Gebäudeautomation von bösch. Rund 600 Datenpunkte vernetzen Wärmepumpen, Lüftungsanlagen, Betonkernaktivierung, Brandschutzklappen, Jalousien sowie Raum- und Zonenregelungen zu einem zentral gesteuerten Gesamtsystem. Dadurch lassen sich Energieverbrauch und Betriebsabläufe flexibel an unterschiedliche Nutzungen anpassen.
Bereits im ersten heißen Sommer nach der Inbetriebnahme habe sich das Konzept bewährt. Geschäftsführer Thomas Singer zieht ein positives Fazit: “Wir sprechen von einem Generationenprojekt. Wir haben einen Standort geschaffen, der unseren Mitarbeitenden, Mitgliedern und Kundinnen langfristig beste Bedingungen bietet. Mit bösch hatten wir einen Partner mit Handschlagqualität, der auch kurzfristig Lösungen gefunden hat und auf den wir uns während der gesamten Bauzeit verlassen konnten.”
Langfristig ausgelegt
Mit dem neuen Standort verfolgt TIRO einen langfristigen Ansatz. Die vernetzte Gebäudetechnik unterstützt den täglichen Betrieb energieeffizient und soll durch regelmäßige Wartungen dauerhaft zuverlässig arbeiten. Damit entstand ein Unternehmenssitz, der sowohl den aktuellen Anforderungen als auch künftigen Entwicklungen gerecht werden soll.
