Trinkwasserhygiene: Norm setzt neue Standards

24.09.2019 | News

Mit der Veröffentlichung im April 2019 ist die überarbeitete ÖNORM B 2531 nun rechtsverbindlich und macht bei der Planung und Installation von Trinkwasseranlagen manches einfacher. Andererseits sind einige über Jahrzehnte geübte Planungs- und Installationspraktiken im Sinne der Trinkwasserhygiene ab sofort nicht mehr zulässig.

Wasser ist nicht steril. Natürlich vorkom­ mende Keime sind deshalb auch im Trinkwasser zu finden. Sie sind für die menschliche Gesundheit ungefährlich, solange sie sich nicht über ein unnatürliches Maß hinaus erhöhen. Trink­wasseranlagen in Gebäuden bieten jedoch Mikroorganis­ men unter Umständen ein ideales Wachstumsmilieu. Somit sind in der Trinkwasserverordnung entspre­chende mikrobiologische Parameter festgelegt. Ob sich Bakterien in einer Trinkwasserinstallation kritisch vermehren können, ist im Wesent­lichen von vier Einflussgrößen abhängig, die als der „Wirkkreis der Trinkwassergüte“ bekannt sind. Diese Darstellung ist treffend, da die einzelnen Parameter nicht nur direkt Einfluss auf die Trinkwasserqualität nehmen, sondern vor allem in ihrer Wech­selwirkung die hygienische Stabilität einer Trinkwasseranlage ausmachen. Die vier Parameter sind:

Durchströmung der Rohrleitungen;

Temperatur des Trinkwassers;

Wasseraustausch in allen Rohrleitungen;
Nährstoffangebot im Trinkwasser.

Durchströmung:
 Planung statt Pauschale

Hohe Fließgeschwindigkeiten des Trink­wassers in den Rohrleitungen, am besten in einer turbulenten Strömung, lassen Bakterien kaum Zeit, sich zu vermehren. Die Durchströmung ist in erster Linie von den Rohrnennweiten im Verhältnis zur tatsächlichen Wasserentnahme abhängig. Diesem Fakt trägt die neue ÖNORM B 2531 jetzt durch zwei neue Maßgaben Rech­nung.

Auslegung von Nennweiten
Die übli­che Praxis, insbesondere bei Trinkwasser­anlagen für Eigenheime und Gebäude mit wenigen Wohneinheiten, war bis dato die pauschale Annahme von Rohrleitungs­ dimensionen – beispielsweise generell DN 20 für die Etagenverteilung. Vielfach ist diese Abmessung überdimensioniert und stellt damit im Sinne der Norm eine „funk­tionale Totleitung“ dar.  Die ÖNORM B 2531 (Abschnitt 4.4) verlangt daher nun die Ermittlung der Rohrinnendurchmesser in Abhängigkeit von tatsächlich gleichzeitig gezapften Entnahme­mengen. Dies ist nur mit einer Software­ unterstützung wirklich verlässlich möglich, die auf den jeweils aktuellen Normen basiert. Die ÖNORM B 2531 verweist dazu auf die Bestimmungen der ÖNORM EN 806­3 (für Normalinstallation bis zu zwölf Wohnein­heiten) oder auf die DIN 1988­300:2012.
Die einfache Rohrnetzberechnung ist beispiels­ weise Bestandteil der Software­-Lösung „Viptool Master“ für Installateure und „Viptool Engineering“ für Fachplaner. Außer den jeweils gültigen Normen sind in diesen Programmen auch die Widerstandsbeiwerte (Zeta­-Werte) aller Bauteile der verschiedenen Viega-­Rohrleitungssysteme hinter­legt. Damit lässt sich auch eine wei­tere neue Vorgabe erfüllen: Bei der Auswahl von Absperreinrichtungen und Armaturen wie Kugelhähnen, Schrägsitzventilen und Schiebern ist auf eine strömungsgünstige Ausführung zu achten (ÖNORM B 2531; Abschnitt 4.6). So lassen sich hohe Druckverluste, aber auch störende Geräusche vermeiden. Die Bau­ und Formteile aller Viega­ Rohrleitungssysteme sind strö­mungsoptimiert und tragen somit zur Minimierung von Druckver­lusten im System bei.

Lesen Sie den ungekürzten Artikel ab Seite 14 in der aktuellen Ausgabe 9/2019.

Jörg Wiesbauer

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