Technisch anspruchsvoll war laut Höfler vor allem die Regelungstechnik. | © Horst Danner/HSH Installateur
Was als Masterarbeit begann, ist heute das Zuhause einer jungen Familie: Patrick Höfler aus Pinggau hat sein eigenes Niedrigenergiehaus nicht nur geplant, sondern die technischen Systeme auch wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Ergebnis: Ein Jahresstromverbrauch von rund 2.000 Kilowattstunden für Heizung, Kühlung und Warmwasser – deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Haushalte.
Der Absolvent des Masterstudiengangs Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der Hochschule Burgenland entwickelte dafür ein eigenes Energiekonzept, das Erdwärmepumpe, Solaranlage sowie Speichertechnik kombiniert.
Eigenheim als Forschungsprojekt
Bereits während seines Studiums entstand gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin der Plan für ein nachhaltiges Wohnhaus. Parallel dazu entwickelte Höfler ein Heiz- und Kühlsystem, das später zum Kern seiner Masterarbeit wurde.
„Nachhaltigkeit ist mir schon lange wichtig“, sagt Höfler. „Ich möchte nur die Energie benötigen, die für das Gebäude notwendig ist und wollte ein möglichst energieeffizientes System entwickeln.“
Das Haus mit rund 166 Quadratmetern Wohnfläche wurde mit Materialien wie Holz, Lehm und Hanf errichtet. Für Heizung und Kühlung sorgt eine Kombination aus Erdwärmepumpe und Solaranlage. Im Sommer erfolgt die Kühlung passiv über sogenanntes „Natural Cooling“.
Besonders effizient arbeitet die Wärmepumpe: Laut Höfler erreicht sie eine Arbeitszahl von 7. Das bedeutet, dass aus einer Kilowattstunde Strom rund sieben Kilowattstunden Wärmeenergie erzeugt werden.
Energieverbrauch deutlich unter Durchschnitt
Die Auswirkungen zeigen sich vor allem beim Energiebedarf. Während ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt in einem vergleichbaren Einfamilienhaus jährlich etwa 3.500 bis 5.000 Kilowattstunden Strom verbraucht – ohne elektrische Heizung –, benötigt die Familie Höfler trotz Wärmepumpe nur rund 2.000 Kilowattstunden pro Jahr.
Vor allem das Zusammenspiel aus Photovoltaik, Wärmepumpe und Speichertechnik reduziere die laufenden Energiekosten deutlich. Im Sommer werde der Warmwasserbedarf zudem fast vollständig durch Solarenergie gedeckt.
Herausforderung lag in der Steuerung
Technisch anspruchsvoll war laut Höfler vor allem die Regelungstechnik. Das System steuert automatisch den Wechsel zwischen Heiz- und Kühlbetrieb sowie die Regeneration der Erdwärme über die Solaranlage.
„Diese Justierungen waren zeitaufwändiger als gedacht, ließen sich aber problemlos durchführen“, erklärt Höfler.
Beruflich arbeitet der Absolvent mittlerweile als Projektleiter in einem Installationsunternehmen. Die Erfahrungen aus Studium und Hausbau würden dabei zunehmend gefragt – sowohl bei privaten Bauherren als auch bei Unternehmen.
Gebäudetechnik-Studium mit Fokus auf Praxis
Der berufsbegleitende Masterstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der Hochschule Burgenland wird am Studienzentrum Pinkafeld angeboten. Die Hochschule verweist auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Gebäudetechnik-Ausbildung und positioniert sich als eine der zentralen Ausbildungsstätten des Bereichs in Österreich.
