Neben der ökologischen Verantwortung sieht Würth auch Marktchancen. | © Würth Österreich
Würth Österreich treibt seine Nachhaltigkeitsstrategie mit zwei aktuellen Maßnahmen voran: Der Handelskonzern wurde von EcoVadis mit der Bronze-Medaille ausgezeichnet und hat am Standort Böheimkirchen (NÖ) eine Geothermie-Anlage in Betrieb genommen. Das Unternehmen zählt damit laut EcoVadis zu den besten 35 Prozent der bewerteten Firmen weltweit.
Die Bewertung umfasst die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Besonders positiv bewertet wurden laut Unternehmen das Umweltmanagement und die Bemühungen um Transparenz in der Lieferkette.
„Wir wachsen mit Verantwortung – für unsere Kunden, für unser Team, für unsere Zukunft. Diese Auszeichnung bestätigt unseren konsequenten Weg, ökologische und soziale Verantwortung mit unternehmerischem Erfolg zu verbinden“, sagt Michael Hempt, Geschäftsführer von Würth Österreich.
Geothermie ersetzt fossiles Gas am Standort
Parallel zur Rating-Auszeichnung hat Würth 2025 am Firmensitz in Böheimkirchen eine Geothermie-Anlage umgesetzt. Die Investition von rund 5,9 Millionen Euro, davon etwa 500.000 Euro Fördermittel, ermöglicht es, Verwaltungs- und Logistikgebäude künftig weitgehend ohne Gas zu beheizen und zu kühlen.
Für das Projekt wurden 188 Geothermie-Sonden in 130 Metern Tiefe installiert. Die Anlage nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärmeenergie über Wärmepumpen. Laut Unternehmen reduziert dies den CO₂-Ausstoß um rund 300 Tonnen pro Jahr, was etwa zehn Prozent der direkten und energiebezogenen Emissionen (Scope 1 und 2) entspricht.
„Geothermie ist eine nachhaltige und erneuerbare Energiequelle, die bislang noch wenig genutzt wird. Mit der Anlage in Böheimkirchen zeigen wir, wie sich ökologische Verantwortung und strategische Standortentwicklung erfolgreich vereinen lassen“, betont Bernd Kubinger, Leiter Qualitäts- und Facilitymanagement.
Dekarbonisierung bis 2030 geplant
Die Geothermie-Anlage ist Teil eines umfassenden Reduktionsplans. Bereits umgesetzt wurden Photovoltaikanlagen an der Zentrale und an Shop-Standorten, die Umstellung auf Grünstrom in der Zentrale sowie in allen 81 Würth Shops und der Ausbau der Elektromobilität im Fuhrpark. Der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge liegt laut Unternehmen bei 50 Prozent der rund 550 Pkw.
Bis 2030 sollen die direkten Emissionen sowie die indirekten Emissionen aus Energiebezug um mehr als 90 Prozent gegenüber 2021 gesenkt werden.
Die strategische Neuausrichtung ist auch eine Reaktion auf klimabedingte Risiken. „Die Hochwasserkatastrophe im Herbst 2024 hat uns am Firmensitz in Böheimkirchen schwer getroffen. Dass Umweltereignisse wie dieses infolge der Klimaerwärmung enorme Schäden verursachen und somit ein hohes wirtschaftliches Risiko darstellen, haben wir hautnah erlebt“, so Hempt.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor
Neben der ökologischen Verantwortung sieht Würth auch Marktchancen. Im Bau- und Immobiliensektor steigen die Anforderungen an nachhaltige Lieferketten und Gebäudezertifizierungen. „Im Bau- und Immobiliensektor etwa ergeben sich Potentiale aufgrund von strengen Kriterien bei Gebäudezertifizierungen oder steigende Nachhaltigkeits-Anforderungen auf Baustellen, die wir als Lieferant bereits heute gut erfüllen“, erklärt Hempt.
Für Ingrid Reichenauer, Leiterin Nachhaltigkeitsmanagement, ist die strategische Verankerung entscheidend: „Die konsequente Umsetzung unserer ambitionierten Ziele liefern die Basis für die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.“
Mit Investitionen in erneuerbare Energie, Lieferketten-Transparenz und Emissionsreduktion positioniert sich Würth Österreich in einem Markt, in dem Nachhaltigkeit zunehmend zum wirtschaftlichen Faktor wird.
