Eine berechtigte Frage muss ich zugeben. Meine Antwort: Nun Gebäudetechnik und Energieversorgung gehen doch irgendwie Hand in Hand, oder? Und wenn sie nicht als ziemlich beste Freunde Hand in Hand gehen, sind sie doch zumindest wohlwollende Nachbarn.
Man muss ja nicht alles auf eine Karte setzen, aber sich weitest gehend unabhängig zu machen, kann kein Fehler sein. Wovon ich spreche? Die Straße von Hormus, ein Nadelöhr zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel, steht seit Ende Februar im Mittelpunkt eines Krieges, dessen Folgen für die Energieversorgung weltweit, in Europa und in Österreich jetzt schon Böses erahnen lassen. Doch statt über steigende Ölpreise und infolgedessen auch wieder über wachsende Inflation zu jammern, gäbe es eine Lösung: Der Ausbau der Erneuerbaren kann für einen wichtigen Teil der Logistikprobleme, die aus dem globalen Transport fossiler Energieträger folgen, Abhilfe schaffen. Einerseits durch den Ausbau der Produktion erneuerbarer elektrischer Energie hierzulande, andererseits durch langfristige Strategien zum Ausbau der Elektromobilität. In beiden Fällen erhöhen die Erneuerbaren die Resilienz des Energiesystems und stärken die heimische Energieversorgung. (Danke EnergieFakten Österreich für den letzten Absatz!)
Öl-Unabhängigkeit – wenn auch nur in einem etwas größeren Ausmaß, als wir es zurzeit haben – kann doch eigentlich keine so schlechte Idee sein. Energie ist meiner Meinung nach auch nicht das einzige Problem unserer Gesellschaft. Es sind vielmehr Desinformation, schrumpfendes Diskussionsvermögen und Konsumwahn, der in immer schlimmeren Auswüchsen um sich greift. Es geht mir nicht darum, den Konsum zu verteufeln – regionale Produkte mit Augenmaß zu einem fairen Preis zu kaufen, macht für mich einfach mehr Sinn, als hirnlos Massen an Billigprodukten zu shoppen, die man nicht wirklich braucht … Also bitte, Flink dir NICHTS!
Ein Durchbrechen dieser Abwärtsspirale wäre ein großer Wunsch meinerseits; den kann ich entweder in ein Sackerl sprechen oder punktuell kommunizieren, wo es Sinn macht – etwa hier. Also, sprechen Sie bitte darüber – im Betrieb, in der Berufsschule, auf der Baustelle und in den Chefetagen – ich glaube nicht, dass diese Ideen so abwegig sind. So, das war jetzt ganz schön viel, gleich zu Beginn dieser Ausgabe. Keine Sorge, ab jetzt geht es bergauf – also nicht, dass es noch anstrengender wird; im Gegenteil! Gleich zu Beginn berichten wir von den Erfolgen beim Bundeslehrlingswettbewerb, präsentieren historische Powerfrauen ebenso wie aktuelle Landesinnungsmeister und tauchen neben Großhandels-News tief in die Befindlichkeiten von Berufsschul-LehrerInnen und SchülerInnen ein – das alles mit einer Leichtfüßigkeit, die dieses Editorial bleiern hinter sich liegen lässt. Mein Ohr klebt an der Branche – mein Blick bleibt hoffnungsvoll positiv in die Zukunft gerichtet – und Ihnen wünsche ich, wie gewohnt, gute Lektüre im Namen des gesamten Teams.
Martin Pechal
Chefredakteur
