Gut, dass der Vorsitzende eines Autokonzerns mehr Tempo fordert, ist jetzt so überraschend nicht – zugegeben. Aber warten Sie, wie es weiterging!
Der Weg, um dieses Tempo (Anm.: in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Deutschland und Österreich) zu erhöhen? Halten Sie sich fest: „Der europäische Binnenmarkt bietet ungenutzte Chancen, die durch seine Vollendung aktiviert werden können“, betonte WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr in den Räumlichkeiten der APA auf ebendieser Pressekonferenz. Ok, immer noch so weit, so wenig überraschend noch. Aber dann kam‘s: Aufgrund der Irankrise erwartet er (Felbermayr) für Österreich und Deutschland ein eher schwaches Wachstum. Daher müsse es jetzt Reformen in vielen Bereichen geben. Der Umbau des Energiesystems sei dabei – nicht nur klimapolitisch – notwendig, sondern auch ein zentraler Hebel zur Stärkung der wirtschaftlichen Souveränität. Ja sapperlot, Hr. Felbermayr wird doch nicht das letzte Editorial des „Gelben“ gelesen haben?! Vermutlich nicht – bzw. eher „natürlich nicht“. Erstens war es noch gar nicht erschienen, und zweitens wäre die Annahme doch ganz schön eitel – also nicht, dass er unsere Zeitung nicht doch hin und wieder durchblättern könnte, nur eben, dass er ziemlich sicher nicht mein Editorial zitieren würde. So eitel dies anzunehmen, bin ich dann doch nicht. Gefreut hab ich mich trotzdem irgendwie.
Eine aktuelle Studie des „US National Bureau of Economic Research“ stufte die volkswirtschaftlichen Schäden durch CO2-Emissionen deutlich höher ein als bisher angenommen. Eine Tonne CO2 verursacht durchschnittlich 1.200 US-Dollar an sozialen Kosten, so hoch werden die durch Erderhitzung entstandenen Schäden beziffert. Die Schwankungsbreite liegt zwischen 600 bis 2.400 USD. Bisherige Schätzungen gingen von nur 149 US-Dollar pro Tonne aus. Ein ordentlicher Sprung also. Mit dieser neuen Kostenaufstellung wird umso deutlicher, dass Klimaschutz ökonomisch notwendig ist. Ein Umstand, auf den die Bundesinnung der Heizungstechniker:innen immer wieder hinweist. Mit einem Tausch des Heizkessels kann jeder und jede effektiv zum Umweltschutz beitragen. Das erkannte auch die Regierung, als sie bei der Sanierungsoffensive zu Jahresbeginn den Fokus nunmehr auf den Kesseltausch legte. Als Begründung wurde angeführt, dass der Kesseltausch im Vergleich zur thermischen Sanierung eine deutlich höhere CO₂-Einsparung pro eingesetztem Euro erzielt.
Diese Anpassung ist ein wirklicher Erfolg, nicht nur der Bundesinnung für alle Installationsbetriebe, sondern für uns alle. So bin ich jetzt vom europäischen Binnenmarkt, über internationale Studien zur heimischen Interessenvertretung unserer Branche gekommen und damit bleibt mir nur noch, Ihnen in gewohnter Weise gute Lektüre mit der aktuellen Ausgabe zu wünschen!
Martin Pechal
Chefredakteur
