Im Bild v.l.n.r.: Peter Schröckelsberger, Personalleiter Bosch Österreich; Wilhelm Pruckner, Vorstandsmitglied Robert Bosch AG; Agnes Mazzei, Leiterin Unternehmenskommunikation Bosch Österreich; Helmut Weinwurm, Bosch Österreich-Chef; Felizian Aberham, Abteilungsleiter Engineering Bosch Wien. | © Bosch/APA Fotoservice/Krisztian Juhasz
Bosch Österreich hat im vergangenen Geschäftsjahr rund 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert und setzt dabei verstärkt auf Wasserstofftechnologien sowie softwaredefinierte Mobilität. Trotz eines Umsatzrückgangs auf 1,12 Milliarden Euro sieht das Unternehmen seine Position in Österreich weiterhin als stabil an.
Vor allem Zukunftstechnologien sollen den Standort langfristig stärken. Zusätzlich zu den F&E-Ausgaben investierte Bosch 19 Millionen Euro in Infrastruktur und technologische Weiterentwicklung an österreichischen Standorten.
Fokus auf Wasserstoff und Chiplet-Technologie
Bosch treibt in Österreich mehrere Projekte entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette voran. Dazu zählen Elektrolyse-Stacks zur Wasserstofferzeugung, wasserstofffähige Industriekessel sowie neue Einspritzsysteme für Großmotoren, die alternative Kraftstoffe wie Methanol nutzen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf softwaredefinierter Mobilität. Dabei arbeitet Bosch unter anderem an sogenannten Chiplets – modularen Spezialchips, die Rechenaufgaben effizient verteilen sollen.
„Österreich spielt innerhalb der Bosch-Gruppe weiterhin eine bedeutende Rolle als Entwicklungskompetenzzentrum“, sagt Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG in Österreich. „Dabei prägen wir auch Zukunftstechnologien in den zentralen Bereichen wie Wasserstoff und softwaredefinierte Mobilität.“
Unterschiedliche Entwicklung in den Geschäftsbereichen
Der Umsatzrückgang 2025 ist laut Bosch vor allem auf einen Nachfragerückgang in Teilen des Mobility-Bereichs zurückzuführen. Andere Segmente entwickelten sich hingegen positiv.
Besonders gefragt waren laut Unternehmen moderne Antriebstechnologien, Fahrzeugsoftware und Lösungen für den Aftermarket. Auch Einspritzsysteme für Großmotoren aus dem Werk Hallein verzeichneten hohe Nachfrage – unter anderem durch den steigenden Bedarf an Stromaggregaten für Rechenzentren.
Wachstum meldet Bosch zudem in den Bereichen Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Der Bereich Home Comfort mit den Marken Bosch und Buderus entwickelte sich laut Unternehmen trotz schwacher Baukonjunktur stabil. Das Werk Bischofshofen erzielte mit Industriekesseln sogar einen Umsatzrekord.
Schwieriges Umfeld bleibt bestehen
Für 2026 erwartet Bosch weiterhin ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld. Geopolitische Unsicherheiten und volatile Energiepreise würden die Konjunktur belasten.
„Wir begegnen diesen Herausforderungen mit dem, was uns auszeichnet: unserer ausgeprägten Innovationskraft, einer breiten Aufstellung und dem großen Engagement unserer Mitarbeitenden“, so Weinwurm.
Eine konkrete Umsatzprognose gibt Bosch Österreich aufgrund der Unsicherheiten derzeit nicht ab. Konzernweit plant die Bosch-Gruppe jedoch ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent im laufenden Geschäftsjahr.
