Ein wesentlicher Schritt ist die Auswahl und Kombination von Materialien. | © N. Mohadjer
Die Planung eines Badezimmers beginnt oft mit der Auswahl von Fliesen, Armaturen oder Keramik. Designerin Gesa Hansen empfiehlt dagegen einen anderen Ansatz: den Start mit einem Moodboard. Farben, Materialien und persönliche Inspirationen sollen dabei frühzeitig zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammengeführt werden.
Gerade angesichts der Vielzahl an Produkten und Gestaltungsmöglichkeiten könne ein Moodboard helfen, Entscheidungen zu strukturieren und spätere Fehlkäufe zu vermeiden.
Das Badkonzept beginnt mit Emotionen
Für Hansen steht am Anfang nicht das Produkt, sondern die gewünschte Atmosphäre. Inspiration könne aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen – von Urlaubserinnerungen bis hin zu Farben, Texturen oder Bildern.
„Ich suche nach Bildern, die mich wirklich berühren. Das muss nichts mit einem Bad zu tun haben“, sagt Hansen.
Besonders bei Familien empfiehlt sie, unterschiedliche Vorstellungen und Vorlieben frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Dadurch entstehe ein Raum, der von allen Nutzern mitgetragen werde.
Materialien und Farben bewusst kombinieren
Ein wesentlicher Schritt sei die Auswahl und Kombination von Materialien. Keramik, Fliesen, Holz, Metalloberflächen und Textilien sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenspiel wirken.
Erst durch reale Muster lasse sich beurteilen, wie Farben und Oberflächen bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen tatsächlich harmonieren. Bewusste Kontraste zwischen matten und glänzenden Flächen oder zwischen warmen und kühlen Materialien könnten zusätzliche Spannung erzeugen.
Klare Gestaltungslinie statt Einzelentscheidungen
Hansen empfiehlt, für jedes Projekt einige zentrale Begriffe festzulegen, die als gestalterischer Leitfaden dienen. Ob Spa-Atmosphäre, urbaner Minimalismus oder natürliche Wohnlichkeit – ein klares Konzept erleichtere spätere Entscheidungen.
„Manchmal entwickelt sich die Farbstory während des Prozesses in eine überraschende, aber absolut stimmige Richtung“, erklärt die Designerin.
Farbige Keramik spiele dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Weiß sei weiterhin eine klassische Option, jedoch längst nicht mehr die einzige.
Weniger ist oft mehr
Nach der Inspirationsphase folgt laut Hansen der wichtigste Schritt: das konsequente Reduzieren.
„Bei einem Hotelprojekt hatte ich anfangs 60 Elemente auf dem Board, am Ende waren es 15. Aber diese 15 erzählten eine klare Geschichte.“
Ein gutes Moodboard bestehe aus wenigen, sorgfältig ausgewählten Elementen, die gemeinsam ein schlüssiges Gesamtbild ergeben.
Hilfsmittel für Planung und Umsetzung
Neben physischen Mustern gewinnen digitale Planungstools an Bedeutung. Virtuelle Badplaner ermöglichen es, Proportionen, Farben und Materialien bereits vor der Umsetzung zu visualisieren.
Ein durchdachtes Moodboard werde dadurch nicht nur zum kreativen Werkzeug, sondern auch zur Kommunikationsgrundlage für Planer, Installateure und Handwerksbetriebe.
„Das Moodboard ist der Schlüssel zu einem Bad, das nicht nur funktioniert, sondern auch berührt“, fasst Hansen zusammen.
Für Bauherren und Renovierer zeigt sich damit: Wer die Gestaltung frühzeitig strukturiert, spart Zeit, vermeidet kostspielige Änderungen und erhöht die Chance auf ein langfristig stimmiges Ergebnis.
