Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung engagierter Ausbilderinnen und Ausbilder für die Fachkräftesicherung. | © Unsplash/Septian Setiawan
Trotz wachsender Herausforderungen bleibt die duale Ausbildung für Österreichs Klein- und Mittelbetriebe ein zentrales Erfolgsmodell. Das zeigt eine österreichweite Umfrage unter knapp 600 Ausbilderinnen und Ausbildern. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass viele Betriebe stärkere Unterstützung und weniger bürokratische Hürden fordern, um auch künftig Lehrlinge ausbilden zu können.
Die Befragung liefert ein aktuelles Stimmungsbild zur Zukunft der Lehre aus Sicht der Ausbildungsbetriebe und bestätigt viele der Themen, die derzeit in der Fachkräftedebatte diskutiert werden.
Persönliche Betreuung bleibt größte Stärke
Rund 80 Prozent der befragten Betriebe sind überzeugt, dass die Lehre auch langfristig eine tragende Säule der beruflichen Ausbildung bleiben wird. Besonders wichtig bleibt dabei die Rolle der Ausbilderinnen und Ausbilder: 87 Prozent halten die persönliche Begleitung und die Vorbildfunktion für unersetzlich.
Als größten Vorteil der Ausbildung im Kleinbetrieb nennen 64 Prozent die individuelle Förderung und den engen Kontakt zu den Lehrlingen.
Bürokratie und Kosten belasten Betriebe
Gleichzeitig sehen sich viele Unternehmen mit steigenden Belastungen konfrontiert. Arbeitsrechtliche Vorgaben, Bürokratie und höhere Kosten zählen laut Umfrage zu den größten Herausforderungen.
40 Prozent der Befragten sehen in einer allgemeinen Entlastung der Ausbildungsbetriebe den wichtigsten Hebel für die Zukunft der Lehre. 62 Prozent sprechen sich zudem ausdrücklich für finanzielle Erleichterungen aus.
Auch bei der Berufsorientierung besteht aus Sicht der Betriebe Handlungsbedarf: 91 Prozent befürworten eine zusätzliche Orientierungs- oder Vorqualifizierungsphase vor dem Lehrbeginn.
“Gesamtgesellschaftlicher Auftrag”
Manfred Denk, Spartenobmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, sieht in den Ergebnissen einen klaren Handlungsauftrag.
„Persönliche Begleitung, frühe Verantwortungsübergabe und die Weitergabe von praktischem Wissen sind unsere Stärken. Das kann weder das Schulsystem noch eine KI ersetzen.“
Gleichzeitig warnt er davor, die Ausbildungsbetriebe mit grundlegenden Bildungsdefiziten allein zu lassen: „Ohne ein höheres Grundkompetenzniveau der Bewerber:innen werden Sie langfristig die Motivation und schließlich die Bereitschaft verlieren, überhaupt noch auszubilden. Das darf nicht auf den Schultern der Ausbildungsbetriebe geschehen. Das ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag.“
Meister Alumni Club will Ausbildung stärken
Die Ergebnisse unterstreichen nach Ansicht des Meister Alumni Clubs die Bedeutung engagierter Ausbilderinnen und Ausbilder für die Fachkräftesicherung. Der österreichweite Zusammenschluss von Meisterinnen, Meistern und Befähigten setzt sich für die Sichtbarkeit der beruflichen Ausbildung, den fachlichen Austausch sowie die Anerkennung der dualen Ausbildung ein.
