Anschlüsse und Innenleben der Wärmepumpe BLW Mono‑P 9.1 sind stets leicht zu erreichen. | © August Brötje GmbH, Rastede
Der Ausfall eines 22 Jahre alten Gaskessels wurde bei einem Einfamilienhaus in Würzburg zum Anlass für einen grundlegenden Wechsel des Heizsystems. Statt erneut auf Gas zu setzen, entschieden sich die Eigentümer für zwei getrennte Wärmepumpen von BRÖTJE für Raumheizung und Warmwasserbereitung.
Das 1978 errichtete Gebäude brachte dafür bereits vergleichsweise gute Voraussetzungen mit. Dach, Außenwände und Fenster waren saniert, zudem verfügte das Haus über Solarthermie, eine Photovoltaikanlage sowie geeignete Heizflächen einschließlich einer Fußbodenheizung. Seit Mai 2025 arbeitet die neue Wärmepumpenanlage.
Zwei Wärmepumpen teilen sich die Aufgaben
Die Warmwasserbereitung übernimmt eine Trinkwasser-Wärmepumpe BTW S 200 B. Für die Gebäudeheizung kommt die Luft-Wasser-Wärmepumpe BLW Mono-P 9.1 zum Einsatz. Beide Geräte arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel R290 und können mit Strom aus der vorhandenen Photovoltaikanlage kombiniert werden.
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe verfügt über eine Leistung von 9 kW und deckt damit den Großteil der mit 10 kW angegebenen Gebäudeheizlast ab. Für Zeiten mit besonders hohem Wärmebedarf ist zusätzlich ein Elektroheizstab mit 9 kW integriert.
Die Aufteilung von Raumheizung und Trinkwasserbereitung auf zwei Geräte ermöglicht es, beide Bereiche unabhängig voneinander zu betreiben. Das Beispiel zeigt zugleich, welche Rolle der energetische Zustand eines Bestandsgebäudes für den Umstieg von einem fossilen Heizsystem auf eine Wärmepumpe spielt.
Sanierter Bestand erleichtert den Systemwechsel
Bei Wärmepumpenprojekten im Bestand sind neben dem Wärmebedarf insbesondere die vorhandenen Heizflächen und die erforderlichen Vorlauftemperaturen relevant. Im Würzburger Einfamilienhaus waren durch die vorangegangenen Sanierungsmaßnahmen und die vorhandene Fußbodenheizung bereits wesentliche Voraussetzungen für den Wechsel geschaffen.
Zusätzlich lässt sich die neue Wärmeerzeugung mit der bestehenden Photovoltaikanlage verbinden. Damit kann ein Teil des für den Wärmepumpenbetrieb benötigten Stroms direkt am Gebäude erzeugt werden.
Installation mit vorhandener Haustechnik abgestimmt
Nach Angaben der Projektbeteiligten verlief auch die technische Einbindung der Geräte ohne größere Schwierigkeiten. BRÖTJE begleitete die Umsetzung unter anderem durch Außendienst-Mitarbeiter Norbert Weißenberger.
SHK-Fachmann Michael Flammersberger hebt insbesondere die gute Erreichbarkeit der Leitungen hervor. Elektrotechniker Dominik Göb bewertet die Vorbereitung der elektrischen Anschlüsse als übersichtlich. Auch Peter Hylla, der für die Photovoltaikinstallation zuständig war, berichtet von einem reibungslosen Ablauf.
Das Sanierungsbeispiel verdeutlicht damit, wie sich ein ausgefallener Gaskessel in einem energetisch bereits modernisierten Einfamilienhaus durch eine Wärmepumpenlösung ersetzen lässt – und wie bestehende Photovoltaik, Heizflächen und Gebäudesanierung dabei zusammenspielen.
