Es entstanden offenere Raumfolgen, neue Tageslichtverbindungen und ein zurückhaltendes Materialkonzept. | © Anna Batchelor
Ein viktorianisches Wohnhaus im Londoner Stadtteil Hampstead zeigt, wie sich historische Bausubstanz und zeitgemäße Raumgestaltung verbinden lassen. Studio Tashima ließ die äußere Struktur der Doppelhaushälfte weitgehend unangetastet und konzentrierte den Umbau auf das Innere. Dort entstanden offenere Raumfolgen, neue Tageslichtverbindungen und ein zurückhaltendes Materialkonzept.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verbindung der insgesamt fünf Etagen. Gleichzeitig sollten die zahlreichen Kunstwerke und Einrichtungsgegenstände der Eigentümer in die Gestaltung integriert werden, ohne mit der Architektur zu konkurrieren.
Wendeltreppe bringt Tageslicht ins Souterrain
Prägendes Element des Umbaus ist eine skulpturale Wendeltreppe aus Eichenholz und Stahl. Sie verbindet die fünf Geschosse und leitet Tageslicht vom oberen Bereich des Hauses bis in das Souterrain.
Im Erdgeschoss setzt Studio Tashima unter anderem auf breite Eichendielen und eine weitgehend zurückhaltende Gestaltung der Oberflächen. Kräftigere Farbakzente entstehen durch Möbel, Teppiche und die Kunstsammlung der Bewohner.
„Die Farb- und Materialpalette ist eher durch subtile Töne und Texturen geprägt“, erklärt Charles Tashima, Director von Studio Tashima. Da die Eigentümer zahlreiche Möbel und Kunstobjekte aus Südafrika mitbrachten, sei es wichtig gewesen, „die Oberflächen des Hauses neutral, aber reich an Textur zu gestalten.“
Im Souterrain wurden Küche, Esszimmer und ein weiterer Wohnbereich zu einer offenen Raumfolge verbunden. Lichtöffnungen in der Decke und großflächige Verglasungen bringen zusätzlich Tageslicht in das tiefer gelegene Geschoss.
Schlafen, Ankleide und Bad als zusammenhängender Bereich
Im Obergeschoss bilden Schlafzimmer, Ankleide und Bad einen privaten, zusammenhängenden Rückzugsbereich. Funktionale Elemente und Stauraum treten dabei gestalterisch in den Hintergrund.
„Man kann sich innerhalb eines vollständig privaten Bereichs fließend zwischen den Zimmern bewegen“, sagt Tashima. Im Badezimmer sorgt ein neu eingesetztes Fenster für zusätzliches Tageslicht. Daneben wurde ein kleiner Leseplatz mit Blick in den Garten eingerichtet.
Dornbracht Vaia im Badezimmer
Im Bad setzt sich das zurückhaltende Materialkonzept fort. Mittelpunkt ist eine freistehende Badewanne, die mit einer ebenfalls freistehenden Armatur aus der Vaia-Serie von Dornbracht kombiniert wurde. Weitere Vaia-Armaturen kommen am Waschtisch zum Einsatz.
Gewählt wurde jeweils die Oberfläche Dark Platinum gebürstet. Sie greift die dunklen Stahlelemente der Türen auf, hinter denen Dusche und WC angeordnet sind. Schwarz-weiße Bodenfliesen ergänzen die kontrastreiche Gestaltung.
Das Projekt setzt damit weniger auf einen sichtbaren Bruch zwischen historischer Architektur und neuer Ausstattung als auf gezielte Eingriffe im Inneren. Tageslichtführung, offene Raumbeziehungen und eine bewusst reduzierte Materialpalette bilden dabei den gestalterischen Rahmen für die bestehende Bausubstanz und die persönlichen Einrichtungsgegenstände der Bewohner.

