Seit Februar 2026 bestimmt Marcel Meixner als Geschäftsführer von KESSEL Österreich die Geschicke hierzulande. | © Pechal
In über 60 Ländern verfolgt KESSEL mit seinen Entwässerungslösungen das Ziel, dass Abwasser sauber und sicher entsorgt werden kann. Hierzulande verantwortet seit Februar 2026 Marcel Meixner die Geschäfte von KESSEL Österreich. Im Interview erklärt er seine Zusammenarbeit mit dem Fachhandwerk und spricht über Maßanfertigungen.
Herr Meixner, welcher Weg führte Sie zum Geschäftsführer von KESSEL Österreich?
MARCEL MEIXNER: Mein beruflicher Werdegang war stets eng mit der österreichischen Baubranche, später dem Wohnbau und dem technischen Vertrieb verbunden. Begonnen hat alles 2006 in Wien als Produktmanager im After-Sales Bereich. Später dann im Vertrieb und anschließend als Vertriebsleiter. Zuletzt war ich in gesamtverantwortlicher Funktion für die österreichische Organisation eines Geschäftsbereichs tätig. Insbesondere die zeitgleiche Verantwortung für Vertrieb und Kundendienst hat geholfen, die Bedürfnisse unserer Kunden ganzheitlich zu verstehen und KESSEL in Österreich weiterzuentwickeln
Was sind Ihre wichtigsten Pläne für das Unternehmen in Österreich?
MEIXNER: Kurzfristig wollen wir die erfolgreich aufgebaute Marktpräsenz stärken. Hierfür investieren wir viel in den eigenen Werkskundendienst und unser Servicepartnernetzwerk. Langfristig ist es uns wichtig KESSEL auch als Marke zu etablieren, die bewusst mit innovativen Lösungen verbunden wird.
KESSEL Österreich ist vor zwei Jahren nach Wien gezogen – warum diese Entscheidung?
MEIXNER: Wien bietet als ein wirtschaftliches Zentrum in Österreich viele Vorteile. Die Nähe zu Großkunden, Planungsbüros, Bauunternehmen und Entscheidungsträgern war ein Beweggrund für den Standortwechsel. Darüber hinaus profitieren wir von einer hervorragenden Infrastruktur und einer sehr guten Erreichbarkeit für unsere Mitarbeiter.
Ihre aktuell wichtigsten Neuprodukte?
MEIXNER: Da gibt es einiges in diesem Jahr. Unsere Kleinhebeanlagen „Minilift“ mit der ein Handwerker zum „Entspanntwerker“ wird. Mit den kompakten Einbaumaßen finden die in den kleinsten Nischen Platz. Dann haben wir den innovativen Systemtrenner „CleverLoop“ für Hebeanlagen. Der innovative Verschluss bietet damit maximale Sicherheit vor ungewolltem Rückfluss – ohne zusätzlichen Strombedarf oder komplizierte Technik. Dazu kommt die Lüftungsweiche „CleverVent“. Beide Neuprodukte ermöglichen für Hebeanlagen eine Ausführung ohne teure, aufwändige Deckendurchbrüche im Hinblick auf Be- und Entlüftungsleitungen sowie die klassische Rückstauschleife. Mit der KESSEL Eingabestation EasyCollect sind wir als Lösungsanbieter im Bereich professioneller Entsorgungssysteme am Markt und ermöglichen die gemeinsame Entsorgung von Speiseresten und fetthaltigem Abwasser.
Welche Messen wird KESSEL bespielen?
MEIXNER: In erster Linie setzen wir auf unser Kundenforum in Lenting. Hier können wir jederzeit mit Planern, Installateuren und Kundendienstakteuren alle unsere Produkte „probieren“. Die wichtigste Messe im kommenden Jahr wird für uns auch in Österreich die Weltleitmesse ISH 2027 in Frankfurt am Main sein.
Darf man von KESSEL noch Überraschungen für dieses Jahr erwarten?
MEIXNER: Ein wenig Spannung muss natürlich bleiben. KESSEL arbeitet kontinuierlich an Innovationen. Unser Vorstand Alexander Kessel hat unser Produktmanagement mit einer Durchbruchsinnovation pro Jahr herausgefordert. Da ist also noch einiges zu erwarten.
Wie verläuft die Zusammenarbeit mit dem Fachhandwerk der Installateure? Welche Gewerke/Berufsgruppen sind außerdem wichtigen Schnittstellen für Sie?
MEIXNER: Für uns sind die Verarbeiter wie Installateure, Baufirmen, aber auch die Planer sehr wichtige Ansprechpartner. Da ist KESSEL in Österreich sehr gut vernetzt. Moderne Entwässerungslösungen entstehen heute im Zusammenspiel vieler Gewerke. Deshalb legen wir großen Wert auf einen partnerschaftlichen Austausch.
Apropos Planung: Wie sieht es bei KESSEL mit BIM-Lösungen (Building Information Modeling) aus?
MEIXNER: Die Digitalisierung der Planung gewinnt weiter an Bedeutung. Deshalb stellen wir unseren Kunden umfangreiche BIM- und CAD-Daten über unser BIM-Portal zur Verfügung. Planer können unsere Produkte direkt in ihre digitalen Gebäudemodelle integrieren und so Planungssicherheit gewinnen. BIM ist für uns kein Zukunftsthema mehr, sondern gelebte Praxis.
KESSEL bietet auch Maßanfertigungen und Speziallösungen an. Wie funktionieren solche Sonderfälle in der Praxis?
MEIXNER: Mit zunehmend standardisierten Produkten wird die Lücke für individuelle Lösungen sogar größer. KESSEL hat hierfür eine eigene Vertriebsabteilung „Individuelle Lösungen“, die eng mit dem Vertrieb in den einzelnen Märkten Zusammenarbeit. Wir haben im August erst einen Abscheider NS60 an ein Hotel in Obertauern ausgeliefert. Das war die Lösung für eine individuelle Kundenanforderung des Hotels.
Wie wichtig sind die Kompetenzzentren des Unternehmens? Was bieten Sie dort?
MEIXNER: Unsere Kompetenzzentren – wir nennen sie Kundenforen – sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolgs. Dort bündeln wir Fachwissen, Schulungen und Praxiserfahrung. Kunden, Planer und Installateure können Produkte theoretisch kennenlernen und auch im praktischen Einsatz erleben.
Vielen Dank für Ihre Antworten!

