Renata Plakalovic, Werkskundendienstleiterin bei Bosch Home Comfort Österreich, setzt auf Teamarbeit, technologische Offenheit und den Mut, neue Wege in der SHK-Branche zu gehen. | © BOSCH/HÖFINGER
Mein Weg in die Heizungsbranche war nicht unbedingt vorgezeichnet. Ich habe Internationale Betriebswirtschaft studiert und bin über ein Traineeprogramm zu Bosch gekommen. Technik war für mich nie ein Hindernis, sondern eine faszinierende Chance. Als Betriebswirtin musste ich lernen, die richtigen Fragen zu stellen, den technischen Expertinnen und Experten zuzuhören und komplexe Zusammenhänge in die Sprache unserer Kunden und des Business zu übersetzen. Je mehr ich über moderne Heiztechnik und Wärmepumpen gelernt habe, desto stärker hat mich das Thema fasziniert. Moderne Heizsysteme sind längst keine reine Hardware mehr. Sie sind komplexe, softwaregestützte Systeme und ein wichtiger Hebel für die Energiewende.
Raus aus der Komfortzone
Ein Wendepunkt war für mich die Übernahme eines strategisch wichtigen Kundendienstprojekts. Der Schritt aus der Komfortzone hat mir gezeigt, was mich beruflich antreibt: gemeinsam mit einem Team nachhaltigen Mehrwert für unsere Kunden und unser Geschäft zu schaffen. Nach mehr als zehn Jahren in diesem Bereich stellt sich für mich die Frage der „Nicht-Technikerin“ kaum mehr. Ich muss eine Wärmepumpe nicht selbst in Betrieb nehmen oder reparieren. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass mein Team dafür die bestmöglichen Bedingungen vorfindet. Mein betriebswirtschaftlicher Hintergrund hilft mir, den Service technisch exzellent, wirtschaftlich erfolgreich und zukunftsorientiert aufzustellen.
Vielfalt bringt neue Perspektiven
Die SHK-Branche ist nach wie vor überwiegend männlich geprägt. Ich habe aber nie versucht, die bessere Technikerin zu sein. Dafür habe ich heute als mehr als 110 Fachexpertinnen und Fachexperten in meinem Team. Mein Fokus liegt auf anderen Fragen: Was braucht unsere Organisation, um besser zu werden? Wie nutzen wir Kundenfeedback? Und wie setzen wir gute Ideen rasch in die Praxis um? Natürlich gab es Situationen, in denen ich mich als junge Führungskraft oder Nicht-Technikerin besonders beweisen musste. Sie waren ein Ansporn, mich tiefer in die Materie einzuarbeiten und fachlich sattelfest zu werden. Geprägt hat mich auch meine persönliche Geschichte. Meine Eltern sind zugewandert, und ich habe von klein auf gelernt, dass man mit Fleiß, Einsatzbereitschaft und Engagement viel erreichen kann. Gleichzeitig erlebe ich, dass sich die Rolle der Frauen im SHK-Bereich verändert hat. Die Branche öffnet sich zunehmend und erkennt den Wert unterschiedlicher Perspektiven. Konnektivität, digitale Kundenschnittstellen und operative Exzellenz erfordern neue Fähigkeiten – und machen das Feld für Frauen wie Männer gleichermaßen interessant.
Service ist Teamleistung
Heute trage ich als Werkskundendienstleiterin bei Bosch Home Comfort Österreich Verantwortung für einen großen Servicebereich. Meine Führungsphilosophie ist einfach: Nachhaltig exzellenter Service ist immer Teamleistung – mit einem gemeinsamen Ziel: umfassender Kundenorientierung. Teamfähigkeit, Kollegialität, Vertrauen und eine Begegnung auf Augenhöhe stehen für mich an oberster Stelle. Spitzenleistungen können wir nur erbringen, wenn wir zusammenarbeiten, uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Die Zufriedenheit unserer Kunden ist dabei unser täglicher Kompass.
Den Wandel mitgestalten
Die Heizungsbranche erfindet sich gerade neu. Wir entwickeln uns von einer klassischen, produktorientierten Branche hin zu einer vernetzten System- und Dienstleistungsbranche. In Zukunft wird es nicht mehr ausreichen, hervorragende Geräte zu bauen. Einen entscheidenden Unterschied wird das Serviceangebot machen. Besonders spannend finde ich die Chancen von Vernetzung und Künstlicher Intelligenz. Wenn Wärmepumpen intelligent vernetzt sind, können Störungen im Idealfall proaktiv behoben werden. Smarte KI-Diagnosen können helfen, Servicetechniker gezielter einzusetzen, Fehler schneller zu lokalisieren und unsere Partner im Handwerk zu entlasten. Besonders stolz bin ich, wenn wir ein komplexes Problem lösen und dafür positives Kundenfeedback erhalten. Das ist für mich eine der schönsten Bestätigungen unserer Arbeit. Jungen Frauen würde ich raten, ihre vermeintliche „Andersartigkeit“ nicht als Schwäche zu betrachten. Ein frischer Blick von außen, verbunden mit Einsatzbereitschaft und Lust am Lernen, kann Teams voranbringen. Trauen Sie sich zu, die Zukunft dieser Branche aktiv mitzugestalten und eigene Akzente zu setzen. Meine Freizeit gehört meiner Familie. Mit meinem Mann und meinem Sohn verbringe ich gerne Zeit auf den Sportplätzen der Region. Selbst spiele ich leidenschaftlich gerne Tennis – für mich der perfekte Ausgleich zum Berufsalltag.
