Frauenpower im SHK Handwerk

27.10.2026 | SHK Powerfrau

Hier dreht sich alles um die Frauen der Branche. Diesmal erzählt Claudia Sindermann, technischer Außendienst bei UWS Technologie und Expertin für Heizwasseraufbereitung, ihre Geschichte.

Fachwissen so weiterzugeben, wie es im SHK-Alltag wirklich gebraucht wird, ist mir wichtig: praxisnah, verständlich und partnerschaftlich. Im September 2026 habe ich das gemeinsam mit Installateur- und Heizungsbaumeisterin Julia Specht umgesetzt: Wir haben die „Women only“-Schulung von UWS Technologie zur VDI 2035 live aus dem Heizungskeller übertragen – speziell für Frauen aus dem SHK-Handwerk.

Ein Raum ohne Scheu

Solche Formate schaffen einen Raum, in dem Frauen technische Themen ohne Scheu ansprechen können. Viele Teilnehmerinnen erzählen, dass sie sich in gemischten Gruppen manchmal zurückhalten – aus Unsicherheit oder weil die Dynamik eine andere ist. Hier können sie Fragen offen stellen, praktische Übungen ohne Druck ausprobieren und sich gegenseitig stärken. Es geht nicht darum, Männer auszuschließen. Es geht darum, Frauen gezielt zu fördern und ihnen ein Umfeld zu bieten, in dem sie technische Kompetenz selbstbewusst entwickeln und zeigen können. Die Resonanz auf unseren Livestream war sehr positiv. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, wie aktiv die Teilnehmerinnen gefragt haben – sehr praxisnah und konkret. Auch die Zusammenarbeit mit Julia hat mir viel Spaß gemacht: Gemeinsam konnten wir die VDI 2035 theoretisch und praktisch näherbringen.

Vom Großhandel in den Heizungskeller

Mein Weg in die SHK-Branche begann ganz klassisch im Großhandel. Der direkte Kontakt zu Installateuren, die Vielfalt der Produkte und die Nähe zur Praxis haben mich von Anfang an begeistert. Seit nunmehr 24 Jahren arbeite ich im Außendienst – eine Tätigkeit, die perfekt zu meiner Persönlichkeit und meinem technischen Interesse passt.

Über die Jahre habe ich einige Bereiche der Branche kennengelernt. Besonders fasziniert hat mich die Heizwasseraufbereitung: Sie ist technisch anspruchsvoll, wird oft unterschätzt und ist entscheidend für die Effizienz und Lebensdauer moderner Heizsysteme. Seit vier Jahren bin ich im technischen Außendienst bei UWS Technologie und habe dort meinen fachlichen Schwerpunkt gefunden. Mir macht genau diese Kombination Spaß: Technik, die man versteht – Beratung, die man ernst nimmt – und Menschen, die man respektiert. Ich erlebe täglich, wie wichtig es ist, komplexe Zusammenhänge so zu erklären, dass sie im Alltag eines Installateurs wirklich weiterhelfen. Man bekommt ehrliches Feedback, sieht die Herausforderungen vor Ort und kann Lösungen anbieten, die funktionieren.

Kompetenz statt Geschlecht

Als Frau erlebe ich den technischen Außendienst sehr positiv. Es kommt selten vor, dass ich wegen meines Geschlechts nicht ernst genommen werde. Fachkompetenz, Verlässlichkeit und klare Kommunikation zeigen schnell, dass man weiß, wovon man spricht. Natürlich ist die Branche weiterhin männlich geprägt, aber ich sehe eine deutliche Entwicklung: Kompetenz und Persönlichkeit rücken in den Vordergrund, klassische Rollenbilder verlieren an Bedeutung. Ich fühle mich im Außendienst sehr wohl – auch wegen der Vielfalt an Menschen und Charakteren, denen ich begegne.

Jungen Frauen, die über einen technischen Beruf nachdenken, sage ich: Traut euch. Macht das, was euch Spaß macht – man kann alles lernen, wenn man will. Kompetenz entsteht durch Interesse, Lernen und Erfahrung, nicht durch das Geschlecht. Sucht euch Vorbilder, Mentorinnen oder Kolleginnen, die euch unterstützen, und bleibt neugierig.

In fünf bis zehn Jahren wünsche ich mir eine Branche, in der Frauen selbstverständlich überall vertreten sind: auf der Baustelle, im Außendienst, in der Entwicklung, im Vertrieb und in der Geschäftsführung. Frauen bringen neue Perspektiven, Erfahrungen und Stärken ein. Wir müssen nicht besser sein als Männer. Es geht darum, gleichberechtigt teilzunehmen, Wissen zu teilen und die Branche gemeinsam weiterzuentwickeln. Frauenpower heißt für mich auch nicht, sich in den Vordergrund zu stellen. Es heißt, sich seinen Platz zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas zu bewegen. Keine Grenzen, keine Schubladen – sondern echte Möglichkeiten.

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