Die Plattform bündelt Projektabwicklung und Finanzierung in einem durchgängigen Prozess. | © Cloover
Das Climate-FinTech Cloover nimmt den operativen Betrieb in Österreich auf und eröffnet ein Büro in Wien. Ziel ist es, Installationsbetriebe bei der Abwicklung von Projekten rund um Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur zu unterstützen – inklusive integrierter Finanzierungslösungen für Endkund:innen.
Der Markteintritt ist Teil einer europäischen Expansionsstrategie. Cloover verfügt nach eigenen Angaben über Kapitalzusagen in Höhe von 1,222 Milliarden US-Dollar. Diese setzen sich aus einer Series-A-Finanzierung über 22 Millionen US-Dollar, einer Fremdkapitalfazilität über 1,2 Milliarden US-Dollar sowie einer 300-Millionen-Euro-Garantie des Europäischen Investitionsfonds (EIF) zusammen.
Engpass zwischen Technik und Finanzierung
Cloover adressiert zwei strukturelle Hürden der Energiewende im Einfamilienhaus: hohe manuelle Aufwände bei Installationsbetrieben und Finanzierungsbarrieren bei Haushalten. Viele Betriebe arbeiten noch mit fragmentierten Prozessen von Angebot bis Dokumentation, während Endkund:innen hohe Anfangsinvestitionen stemmen müssen und Förderlandschaften als komplex wahrnehmen.
Die Plattform bündelt Projektabwicklung und Finanzierung in einem durchgängigen Prozess. Installationsbetriebe erstellen standardisierte Angebote und dokumentieren Projekte digital. Parallel können Haushalte Finanzierungsmodelle prüfen, ohne separate Bank- oder Förderwege beschreiten zu müssen.
„Die Technik für Photovoltaik und Wärmepumpen ist etabliert – entscheidend ist, dass Betriebe Projekte noch effizienter umsetzen können und sie für Haushalte leistbarer werden“, sagt Jodok Betschart, Mitgründer und CEO von Cloover. „Österreich ist ein Markt mit viel handwerklicher Kompetenz und einer großen Nachfrage nach dezentralen Energielösungen.“
Unterstützung für kleinere Betriebe
Insbesondere kleine und mittlere Installationsbetriebe sollen von der Plattform profitieren. Während große Anbieter häufig über eigene IT-Systeme verfügen, fehlt es kleineren Unternehmen oft an digitalen Strukturen. Cloover will hier Prozesse standardisieren und Verwaltungsaufwand reduzieren.
Für Haushalte bedeutet das Modell laut Unternehmen geringere Einstiegskosten: Photovoltaik- und Wärmepumpensysteme können über monatliche Raten finanziert werden. Das soll Investitionen planbarer machen und den Umstieg beschleunigen.
Standort Wien unter neuer Leitung
Den Aufbau des Österreich-Standorts übernimmt Sebastian Dorfer. In den kommenden Monaten soll das Wiener Büro ausgebaut werden, insbesondere in den Bereichen Vertrieb und Partnerbetreuung.
Für 2026 kündigt Cloover zudem die Einführung von Cloover Pay an – einer Materialfinanzierungslösung für Installationsbetriebe. Damit sollen Betriebe mehr Spielraum bei Vorfinanzierung und Beschaffung erhalten.
Mit dem Markteintritt positioniert sich Cloover in einem österreichischen Markt, in dem die Nachfrage nach Wärmepumpen und Photovoltaik hoch ist, Projekte jedoch häufig an administrativen und finanziellen Hürden scheitern.
