Editorial 6/2015

12.06.2015 | Allgemein

Gestohlen wurde schon immer. Drei Diebesgeschichten und ihre Folgen.

Dem deutschen Geheimdienst wurden Wasserhähne gestohlen. Eine blöde Geschichte. Der Neubau des BND (Bundesnachrichtendienst) in Berlin war schon so gut wie fertig, als irgendwer im März fünf schon im Betrieb befindliche Armaturen abmontierte und mitnahm. Zehn Kubikmeter Wasser sollen ausgetreten sein, entsprechender Sachschaden inklusive, schrieb die Berliner Zeitung. Offizielle Bestätigung gibt es keine, eh klar: Haben Sie schon mal gehört, dass ein Geheimdienst etwas zugibt? Noch dazu, wenn er selber nasse Füsse bekommt? Nur die üblichen Verdächtigen wurden rasch kolportiert: Ein Sabotageakt linksextremer Terroristen sei es gewesen. Oder waren es Rechts­extreme? Islamisten? Wasserrechtler? Jedenfalls verschwanden wenige Wochen später in dem ebenfalls im Neubau befindlichen Innenministerium in Berlin wieder Armaturen und Klobrillen. Diesmal dürfte es normaler Diebstahl gewesen sein, die zukünftigen Büroräume der Polizisten blieben trocken. Wegen genauerer Infos wenden Sie sich bitte an den Bundesnachrichtendienst.
In Salzburg hat ein dreister Dieb seinem Arbeitgeber, einem dort ansässigen Installateur, einen Haufen Material gestohlen. Als die Polizei bei dem langfingrigen Monteur Nachschau hielt, erklärte er die bei ihm gefundene Menge an Sanitärprodukten damit, dass er soeben im Baumarkt einkaufen gewesen sei. Kann nicht stimmen, konterte der bestohlene Installateur.
Das sichergestellte Material sei nämlich von Vigour, das ist die Eigenmarke seines Großhändlers, der GC-Gruppe – und die gibts nicht im Baumarkt, haha! Unter der sachlichen Last dieser drei­stufigen Beweisführung brach der Verdächtige zusammen und gestand. Geheimdienstfrei und ganz ohne Waterboarding.
Ich gebe zu, ich kann über das ernste Thema Eigentumsentwendung leicht witzeln. Weil mir – außer Zeit – glück- und zufälligerweise erst einmal im Leben etwas gestohlen wurde. Das war damals, als die Katze Durchfall hatte und ausgerechnet in meine Schuhe … jedenfalls fiel mir auf die Schnelle nichts Besseres ein, als die Katze zu schimpfen, die Schuhe auszuwaschen und sie zum Trocknen vor die Türe zu stellen. Am nächsten Morgen waren sie weg. Und auch wenn Schadenfreude ein hässliches Gefühl ist, schlechtes Karma und Falten im Gesicht verursacht, und auch wenn mir ein Mensch furchtbar leid tut, der so arm und bloßfüßig ist, dass er gebrauchte Schuhe stehlen muss: Beim Gedanken daran, wie der Schuh-Dieb mit den unrechtmäßig an sich gebrachten Waldviertlern bei einer Verabredung mit seiner neuen Freundin sitzt und sich langsam ein gewisses Naserümpfen in die junge Beziehung einschleicht, kann ich ein hämisches Grinsen nicht unterdrücken. Nach diesem Erlebnis hat er wahrscheinlich um­gesattelt. Und stiehlt jetzt Friedhofslaternen aus Kupfer.

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