Mit über 82.000 Besuchern und 410 Ausstellern hat die Energiesparmesse 2026 ihre Rolle als Plattform für Gebäude- und SHK-Technik erneut bestätigt. | © MW-Wolfgang Simmlinger
Die Energiesparmesse 2026 hat sich erneut als zentrale Plattform für die Gebäudetechnik-Branche positioniert: 410 Aussteller (darunter 60 Erstaussteller) präsentierten auf 37.000 m² aktuelle Lösungen von Photovoltaik und Energiemanagement über Wärmepumpen und Installationstechnik bis zu Sanitär, Bad und Holzbau. Mehr als 82.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Messe als Markt- und Technikupdate – und als Ort, an dem die Branche ihre aktuellen Herausforderungen sichtbar diskutierte.
Premiere der E-Car Days: Mobilität trifft Energie
Ein neues Format setzte 2026 einen klaren Akzent: Die E-Car Days führten Elektromobilität, Energie und Gebäude als Gesamtkonzept zusammen. Damit reagiert die Messe auf die wachsende Bedeutung vernetzter Systeme – vom eigenen Strom am Dach über Speicher und Ladeinfrastruktur bis zur Nutzung im Fuhrpark. Für Fachbesucher war der Schwerpunkt auch deshalb relevant, weil PV, Lastmanagement und Wallboxen zunehmend Teil ganzheitlicher Gebäudetechnik-Projekte werden.
Bau-Schwerpunkt erstmals in Halle 22
Im Baubereich stand heuer erstmals die neue Messehalle 22 im Mittelpunkt. Dort drehte sich vieles um Smart Building, Smart Living, nachhaltiges Sanieren und modernes Interieur. Besucher fanden das Spektrum von Gebäudehülle und Dämmung über Fenster und Dachsysteme bis zu Fertighäusern und Innenausstattung. Damit unterstrich die Energiesparmesse einmal mehr ihren Anspruch, Bau und Haustechnik nicht getrennt zu betrachten, sondern als zusammenhängende Systemfrage.
Förderlandschaft neu sortiert – und die Frage der Resilienz
Inhaltlich prägte ein Thema viele Gespräche am Messegelände: die Sanierungsoffensive 2026 und ihre Auswirkungen auf die Branche. Mit 2. Februar 2026 wurde die Förderung für Wärmedämmungen eingestellt, während der Kesseltausch für klimafreundliche Heizsysteme weiter unterstützt wird. In der Folge verschiebt sich der Fokus vieler Projekte – und damit auch die Auftragslage im Markt.
Parallel gewann das Thema Versorgungssicherheit an Gewicht: Strom- und Fernwärmeausfälle – etwa in Berlin und Wien – wurden als Beispiele genannt, warum Gebäude künftig nicht nur effizient, sondern auch resilient geplant werden müssen.
„Die Energiewende gelingt nur, wenn wir technologieoffen agieren und alle effizienten Heizlösungen berücksichtigen“, betont Helmut Weinwurm, Präsident der VÖK.
„Einseitige Vorgaben schaden der Versorgungssicherheit und machen die Energiewende für die Bürger unnötig teuer“, so Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der VÖK.
Kapazitätsverschiebung Richtung Sanitär
Ein weiteres deutliches Signal aus dem Markt: Die Montagekapazitäten verändern sich. „Unsere aktuellen Umfragen im Rahmen des Trendkongresses zeigen eine deutliche Verlagerung der Montagekapazitäten von der Heizung hin zum Sanitärbereich“, erklärt Alexander Sollböck, Obmann des VIZ. Für die Sanitärbranche sei das nach Rückgängen zuletzt eine spürbar positive Entwicklung – auch wenn sich das Geschäft im Heizungsbereich durch neue Förderungen wieder belebe.
Die wirtschaftliche Gesamtlage bleibt dennoch angespannt. Anton Berger verwies auf das schwierige Jahr 2025 für Gewerbe und Handwerk: „Die Umsätze waren 2025 im Jahresvergleich um mehr als vier Prozent eingebrochen.“ Für 2026 sei zwar eine leichte Verbesserung möglich, der Aufschwung lasse aber noch auf sich warten.
Austausch als Konstante: Rahmenprogramm und Branchenstand
Neben Technik und Marktfragen blieb die Energiesparmesse auch 2026 ein Ort des intensiven Dialogs. Hervorgehoben wurde das Rahmenprogramm – insbesondere der Gemeinschaftsstand von OaseBad, Österreichische Installateure und Zukunftsforum SHL sowie dem „Gelben“ als Kommunikationsmedium der Bundesinnung. Dort traf Networking auf Informationsaustausch – ein Format, das von vielen Fachbesuchern als niedrigschwellige Schnittstelle zwischen Innung, Betrieben und Industrie genutzt wurde.
Mehr Systemdenken, mehr Druck, neue Chancen
Die Energiesparmesse 2026 zeigte eine Branche im Umbruch: Vernetzte Energielösungen (E-Car Days), neue politische Rahmenbedingungen und der Ruf nach Resilienz bestimmen die Agenda. Gleichzeitig verschieben sich Kapazitäten im Markt – mit neuen Chancen für Sanitär und Bad. Wels lieferte damit nicht nur Produktneuheiten, sondern vor allem eines: ein realistisches Lagebild der Gebäudetechnik in Österreich.



































