Cornelia Milchram ist Umwelt- und Abfallbeauftragte im Produktionswerk von Pipelife in Wiener Neudorf. | © Bianca Gadnik
Zu Pipelife bin ich gekommen, weil das Unternehmen genau an dieser Schnittstelle arbeitet, die mich besonders interessiert: technische Innovation und nachhaltige Infrastruktur. Besonders überzeugt hat mich, dass hier nicht nur über Nachhaltigkeit gesprochen wird, sondern auch ganz konkret daran gearbeitet wird – etwa bei Materialkreisläufen, Energieeffizienz oder Produktionsprozessen. Die Kombination aus interessanten Aufgaben, persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten und einem internationalen Umfeld hat mich letztlich motiviert, mich für dieses Unternehmen zu interessieren.
Verantwortung für nachhaltige Infrastruktur
Hersteller tragen aus meiner Sicht eine sehr große Verantwortung für Klimaschutz und Ressourcenschonung, weil viele Entscheidungen bereits in der Produktentwicklung und Produktion getroffen werden. Die Materialien, die wir verwenden, die Lebensdauer unserer Produkte und ihre Recyclingfähigkeit beeinflussen die Umweltbilanz über Jahrzehnte. Gerade in der Infrastruktur geht es um Systeme, die sehr lange im Einsatz sind. Deshalb ist es wichtig, langlebige, ressourcenschonende und möglichst kreislauffähige Lösungen zu entwickeln.
Hebel für eine klimafitte Produktion
Die größten Hebel, um Produktion nachhaltiger zu gestalten, liegen für mich derzeit vor allem in drei Bereichen: Energie, Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft. Ein wichtiger Schritt ist der Einsatz erneuerbarer Energien und die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz in den Produktionsanlagen. Gleichzeitig spielt der verantwortungsvolle Umgang mit Rohstoffen eine zentrale Rolle – etwa durch optimierte Produktionsprozesse oder den Einsatz von Recyclingmaterial. Als Umwelt- und Abfallbeauftragte beschäftige ich mich viel mit der Frage, wie Materialien möglichst lange im Kreislauf bleiben können.
Nachhaltigkeit funktioniert am besten, wenn alle entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Hersteller können innovative und ressourcenschonende Produkte entwickeln – aber in der Praxis entscheidet oft die Installation darüber, wie effizient ein System wirklich funktioniert. Deshalb sind Schulungen, technische Beratung und der Austausch mit Installationsbetrieben sehr wichtig.
Eine der größten ökologischen Herausforderungen in der Gebäudetechnik ist der Energie- und Ressourcenverbrauch von Gebäuden über ihren Lebenszyklus. Viele bestehende Gebäude sind noch nicht ausreichend energieeffizient, und auch bei Materialien gibt es noch Potenzial für nachhaltigere Lösungen. Gleichzeitig sehe ich Chancen in neuen Technologien – etwa in effizienteren Wasser- und Heizsystemen, digitalen Steuerungen oder verbesserten Dämm- und Rohrsystemen.
Nachhaltigkeit sollte aus meiner Sicht von Anfang an Teil der Planung sein – also bereits in der Ausbildung von Planern, Technikern und Installateuren stärker verankert werden. Wenn ökologische Aspekte genauso selbstverständlich berücksichtigt werden wie technische oder wirtschaftliche Kriterien, verändert sich auch die Praxis. Wichtig ist außerdem Transparenz: Wenn Unternehmen offen zeigen, wie Produkte hergestellt werden und welche Umweltwirkungen sie haben, erleichtert das nachhaltige Entscheidungen.
Frauen in technischen Branchen stärken
Technische Branchen sind nach wie vor eher männlich geprägt, aber ich habe persönlich sehr positive Erfahrungen gemacht. Viele Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und arbeiten lösungsorientiert zusammen. Natürlich merkt man manchmal, dass Frauen in technischen Rollen noch nicht selbstverständlich sind. Aber gerade deshalb finde ich es wichtig, sichtbar zu sein und zu zeigen, dass technische Berufe vielfältig und spannend sein können.
Ein wichtiger Ansatz, um mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen, ist für mich, schon früh Interesse für Technik zu wecken – etwa in Schulen oder durch Praktika. Unternehmen können zusätzlich durch Mentoringprogramme und sichtbare weibliche Vorbilder dazu beitragen, mehr Frauen für technische Karrieren zu gewinnen.
Zum Ausgleich vom Arbeitsalltag stehe ich gerne hinter der Kamera, besonders die Sport- und Tierfotografie ist für mich ein großes Hobby. Außerdem koche ich sehr gerne, probiere immer wieder neue Gerichte und verwöhne meine Liebsten mit gutem Essen.
