Der Roots Hub von Mariella Neuwirther und Florian Hackl-Kohlweiß kann durch ein intelligentes Quellenmanagement die Bohrmeter für Erdsonden um bis zu 50 Prozent reduzieren. | © Roots Energy
Wenn mehrgeschossige Wohngebäude erneuerbar geheizt und gekühlt werden sollen, wird es schnell komplex. Fernwärme ist oft nicht verfügbar und klassische Luftwärmepumpen scheitern im urbanen Raum an Platz, Schallschutz oder elektrischer Anschlussleistung. Die Lösung sind oft Erdsonden, doch Erdwärme treibt die Kosten extrem in die Höhe. Hybride Systeme (in diesem Fall: Luft und Erde kombiniert) sind zwar günstiger, brauchen aber viel Fachwissen in der Planung und Regelung sowie eine präzise Umsetzung. In der Praxis wird diese Schnittstelle zwischen Planung und Ausführung oft zur Herausforderung. Die anspruchsvolle Hydraulik und die nötige Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) erschweren die Abstimmung zwischen allen beteiligten Unternehmen. Und spätestens, wenn das Gebäude im Winter nicht warm wird oder die Kühlung im Sommer ausfällt, laufen die Telefone heiß. Dann stellt sich nur noch eine Frage: Wo liegt der Fehler – und wer trägt die Verantwortung?
Hier bricht der Roots Hub die Kette aus Unsicherheit und Reibungsverlusten auf. Hydraulik, MSR und Fernwartung verschmelzen bereits im Werk zu einer geprüften Einheit. Das nimmt die Komplexität von der Baustelle und macht bivalente Anlagen so einfach wie ein Standard-Heizsystem.
Vorgefertigte Hydraulik und MSR
Der Roots Hub ist eine zentrale, industriell vorgefertigte Hydraulik- und Steuerungseinheit. Er bündelt die gesamte Technik in einem kompakten Standgerät, das fix und fertig getestet an die Baustelle geliefert wird. Für den Installateur reduziert sich die Arbeit auf das Verlegen der Soleleitungen („Plug & Play“). Das Herzstück des Systems ermöglicht vor allem eines: die sichere Beherrschung bivalenter Quellen (z. B. Kombination aus Erdsonden und Luft). Da das Quellenmanagement – etwa die Berechnung turbulenter Strömungen oder das gezielte Wegschalten von Sonden im Teillastbereich zur Stromeinsparung – bereits im Hub hinterlegt ist, sinkt das Risiko für den Planer und den ausführenden Betrieb massiv.
Wie groß dieser Hebel ist, zeigen aktuelle Realisierungen in Wien und Salzburg. Durch intelligente Steuerung und bivalente Auslegung konnten die Bohrmeter für Tiefensonden um 30 bis 50 Prozent gesenkt werden. Das spart nicht nur Platz, sondern senkt die Investitionskosten in ähnlichem Ausmaß.
Echtzeit-Monitoring und Fernwartung
Der Roots Hub ist permanent online und liefert im Minutentakt Daten aus dichter Sensorik und eigener Wetterstation. Abweichungen wie schleichende Druckverluste, untypische Spreizungen oder ineffiziente Pumpenkennlinien werden erkannt, bevor sie beim Kunden spürbar wären. Nahezu alle potenziellen Eingriffe können aus dem Büro erfolgen: Parameter anpassen, Regelstrategien nachschärfen, Fehler eindeutig diagnostizieren. Wer sich die Komponenten unter realen Bedingungen ansehen möchte: In seinem Wiener Reallabor entwickelt und betreibt Roots Energy alle Systeme im Live-Monitoring. Roots ist Partner von Fachplanern und Installationsbetrieben und lädt regelmäßig zu Führungen und technischem Fachaustausch ein.
