Die Serienunternehmer Alexander Valtingojer, Michael Kowatschew und Valentin Perkonigg haben Heizma gegründet. | © Alissar Najjar
Das Wiener Energieunternehmen Heizma öffnet seine Bürgerenergiegemeinschaft „Teilma“ für Haushalte in ganz Österreich. Das Besondere: Durch die Kombination von Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und einer intelligenten Energiesteuerung soll gemeinschaftlich erzeugter Sonnenstrom nicht nur tagsüber, sondern auch in den Abend- und Nachtstunden verfügbar sein.
Nach Unternehmensangaben liefert Teilma bereits rund vier Megawattstunden Strom pro Woche. Im Durchschnitt werden knapp 80 Prozent des Strombedarfs der Mitglieder über die Gemeinschaft gedeckt, an besonders sonnigen Tagen seien es bis zu 98 Prozent.
Batteriespeicher sollen Versorgungslücke schließen
Energiegemeinschaften gelten als wichtiger Baustein der Energiewende, stoßen bislang jedoch häufig an Grenzen: Überschüssiger Solarstrom fällt überwiegend zur Mittagszeit an, während der Verbrauch vieler Haushalte erst am Abend steigt.
Heizma setzt deshalb auf Batteriespeicher, die über den Energiemanager „Optima“ gesteuert werden. Überschüssige Energie wird zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der Gemeinschaft genutzt.
„Energiegemeinschaften sind großartig – aber häufig mit einer Schwachstelle verbunden: der Nacht. Genau dann, wenn besonders viel Energiebedarf herrscht, war Gemeinschaftsstrom bisher oft nicht verfügbar. Mit Teilma schließen wir diese Lücke“, sagt Michael Kowatschew, Mitgründer und Geschäftsführer von Heizma.
Teilnahme ohne Anbieterwechsel
Teilma steht auch Haushalten ohne eigene Photovoltaikanlage offen. Mitglieder beziehen den innerhalb der Gemeinschaft verfügbaren Strom zu einem Preis von 10,90 Cent netto pro Kilowattstunde. Betreiber von PV-Anlagen erhalten für eingespeisten Überschussstrom 8,40 Cent netto pro Kilowattstunde.
Der bestehende Stromliefervertrag bleibt dabei unverändert. Die Energiegemeinschaft deckt lediglich den verfügbaren Anteil des Stromverbrauchs ab, der Rest wird weiterhin vom bisherigen Energieversorger geliefert.
Zwei Modelle für Österreich
Heizma bietet Teilma in zwei Varianten an. Während die Bürgerenergiegemeinschaft österreichweit offensteht, richtet sich „Teilma Regional“ an Teilnehmer innerhalb desselben Netzgebiets. Dort profitieren Mitglieder zusätzlich von reduzierten Netzentgelten.
Nach Angaben des Unternehmens verfügen bislang nur etwa zehn bis 20 Prozent der Energiegemeinschaften über die technische Möglichkeit, auch außerhalb der klassischen PV-Erzeugungszeiten Strom bereitzustellen.
Teil eines integrierten Energiesystems
Für Heizma ist Teilma Teil einer umfassenderen Strategie. Das Unternehmen kombiniert Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladestationen mit einer digitalen Steuerungsplattform, um Eigenheime möglichst effizient mit erneuerbarer Energie zu versorgen.
Das 2024 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben inzwischen rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und installiert monatlich mehr als 60 Energiesysteme.
