Die Zusammenarbeit mit der Design Academy Eindhoven besteht bereits seit mehreren Jahren. | © KALDEWEI
KALDEWEI setzt seine Zusammenarbeit mit der Design Academy Eindhoven (DAE) fort und rückt dabei den Designnachwuchs in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Behind Closed Doors: The Culture of Circularity“ sind im KALDEWEI Brand Space in Berlin acht Projekte aus dem Masterstudiengang Social Design zu sehen. Die Ausstellung läuft im Rahmen der Berlin Art Week und des Designfestivals CURRENTS.Design noch bis zum 18. September.
Entstanden sind die Arbeiten während einer zehnwöchigen Lehrkooperation. Ausgangspunkt war das Badezimmer als Raum, in dem Ressourcenverbrauch, Alltagsroutinen und der Umgang mit Materialien unmittelbar aufeinandertreffen. Die Studierenden untersuchten mit Installationen, Filmen, Performances, Objekten und Klangarbeiten, wie sich Zirkularität neben ökologischen auch aus sozialen und kulturellen Perspektiven betrachten lässt.
Vom menschlichen Haar bis zur Abwärme
Die acht ausgewählten Projekte interpretieren Kreislauffähigkeit sehr unterschiedlich. Carlotta Talkenberger verarbeitet etwa entsorgtes menschliches Haar zu einem gefilzten Teppich. Ian Chu wiederum fertigte für „Wash Away Your Guilt“ eine Waschbecken-Skulptur aus Seife, die aus gebrauchtem Speiseöl hergestellt wurde und sich durch ihre Nutzung schrittweise auflöst.
Andere Arbeiten beschäftigen sich mit der Wiederverwendung von Badewasser, dem Badezimmer als Ökosystem oder der Frage, wie Wasser und Wärme künftig sparsamer eingesetzt werden könnten. Philipp Hohnerlein und Gabriela Augustyniak entwerfen mit „Bathtube“ beispielsweise ein Szenario, in dem beheizte Stahlrohre und zurückgewonnene Abwärme das klassische wasserintensive Baden ersetzen.
Auch PVT-Hybridkollektoren und andere technische Lösungen stehen dabei nicht im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Frage, wie Design Gewohnheiten, Wertvorstellungen und den Umgang mit Ressourcen verändern kann.
Kreislaufwirtschaft als Designfrage
Für KALDEWEI knüpft die Kooperation an die eigene Ausrichtung auf langlebige und kreislauffähige Badprodukte an. Nach Unternehmensangaben verfügen inzwischen mehr als 600 Produkte über eine Cradle to Cradle-Zertifizierung in Silber.
Wie sich Produktlebenszyklen verlängern lassen, hatte der Hersteller zuletzt auch gemeinsam mit dem 25hours Hotel Bikini Berlin erprobt. In einem Refurbishment-Projekt wurden bestehende Badprodukte aus Stahl-Emaille aufgearbeitet und erneut genutzt, anstatt sie auszutauschen. Für sein Nachhaltigkeitsengagement wurde KALDEWEI mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 ausgezeichnet.
Kooperation zwischen Industrie und Designausbildung
Die Zusammenarbeit mit der Design Academy Eindhoven besteht bereits seit mehreren Jahren. Während der Milan Design Week 2025 hatten beide Partner im Rahmen der Designplattform Alcova Milano unter anderem mit Expertengesprächen unterschiedliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft thematisiert.
Mit der aktuellen Ausstellung verlagert sich der Schwerpunkt stärker auf die Perspektive der Studierenden. Zur Eröffnung am 10. September diskutierten im KALDEWEI Brand Space unter anderem Christian Büttner, Division Manager Innovation & Portfolio bei KALDEWEI, und Isabelle Armani von Madaster mit Vertretern der Design Academy Eindhoven über unterschiedliche Ansätze für zirkuläres Design.
„Behind Closed Doors: The Culture of Circularity“ ist noch bis 18. September im KALDEWEI Brand Space am Savignyplatz in Berlin zu sehen.
