Der Name ist bereits eine Marke, der Weg ein komplett eigener. Menschen aus allen Schichten, Berufen und mittlerweile Nationen spricht er an. In Seminaren für Firmen, bei öffentlichen Veranstaltungen oder Sportevents vermittelt er einfach, aber überzeugend: Die Ziele – eines Managers, Mitarbeiters oder Sportlers – werden vor allem durch das Festhalten an der richtigen Route und durch Offenheit für menschliche Begegnungen erreicht. Damit versteht er es, Menschen zu motivieren.
Begegnung in Wien
Vor jedem Vortrag erhalten die Teilnehmer eine bunte Feder. „Noch wissen sie nicht, was sie damit anfangen sollen, und so wird die Feder hinter das Ohr gesteckt oder als Lesezeichen aufgehoben“, schmunzelt der Motivationscoach. Im Laufe des Vortrages erfahren die Teilnehmer von ihm, dass er einmal bei einem Lauf durch die USA eine weiße Feder von einem Mädchen geschenkt bekommen hat, das vom Krebs geheilt wurde. Seit dem ist es für Robby Clemens ein Symbol des Durchhaltens des eingeschlagenen Wegs. Nach einem solchen Vortrag bei einem Wiener Traditionsunternehmen ist Robby Clemens bereit, im Landtmann vor der Kulisse des Wiener Burgtheaters dem „Gelben Installateur“ ein Interview zu geben. Er kommt an einem Frühlingstag in sportlicher Bekleidung zum Interview.
Selbstständig in der DDR
Über seine Erfahrung als Installateur in der ehemaligen DDR zu sprechen, ist ihm ein Bedürfnis. Vor jedem, der einen Betrieb aufbaut bzw. führt, hat er großen Respekt. Was heute selbstverständlich ist, war es damals keineswegs. Handwerksbetriebe konnten in der ehemaligen DDR mit wenigen Ausnahmen nur als Erbe an die nächste Generation weitergegeben werden. Neugründungen waren so gut wie unmöglich.
Robby Clemens hatte das Glück, dass ihm ein Installationsbetrieb eines Besitzers in einem Nachbarort angeboten wurde. „Für mich war das wie ein Lotto-Gewinn“, sagt der ehemalige Installateur.
Aufstieg und Fall nach der Wende
Mit der Wende wuchs das Geschäft des Installationsbetriebes in den 1990er-Jahren rasant an. „Jeder wollte nach dem Fall der Mauer ein komplettes Bad und eine tolle Wanne“, erinnert sich Robby Clemens. Verfügten die Leute über die damals übliche Heizmethode – Braunkohle und Stadtgas –, wollten sie nun auf Erdgas bzw. Heizöl umrüsten.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Stadtgas vielerorts durch Erdgas ersetzt. Allerdings nicht in der DDR, dort blieb Erdgas die Ausnahme. Hier gab es zur Zeit des Mauerfalls noch Standards wie im Westen in den 1950er-Jahren. „Die Leute standen nach der Öffnung der Grenzen vor unserem Betrieb Schlange“, erzählt der ehemalige Installationsunternehmer. Nahtlos wechselte Robby Clemens in die freie Marktwirtschaft. In kürzester Zeit, innerhalb von zwei Jahren, hatte der Betrieb 100 Beschäftigte. Trotzdem konnte die Expansion dieses Betriebes allein durch den Cashflow finanziert werden.
Aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten eines Kunden, der bei Clemens 2,2 Millionen D-Mark Schulden hatte, schlitterte das Unternehmen dennoch in Konkurs.
Lesen Sie den ungekürzten Artikel ab Seite 10 der aktuellen Ausgabe 5/2015!