Ing. Stephan Kabicher, Geschäftsführer Kabicher GmbH | © Kabicher GmbH
Die Kabicher GmbH aus Schwarzenbach in Niederösterreich wurde 2003 von Peter Kabicher als Zwei-Mann-Unternehmen in seinem Privathaus gegründet. Als Lager diente zu Beginn die Werkstatt. Bereits 2007 wurde das jetzige Grundstück angekauft und das Unternehmen übersiedelte in zwei Bürocontainer und drei Lagercontainer. Im Jahr 2010 erfolgte die Errichtung des heutigen Firmengebäudes mit Büro und Lagerhalle. Ing. Stephan Kabicher – der Sohn des Firmengründers – trat im Jahr 2011 dem Unternehmen bei und übernahm infolge der Pensionierung 2020 die Geschäftsführung seines Vaters Peter Kabicher. Wegen der guten Auftragslage wurde vor drei Jahren eine neue Lagerhalle errichtet und 2023 feierte das Unternehmen auch sein 20-jähriges Jubiläum.
Gesundes Wachstum
Aktuell beschäftigt die Kabicher GmbH 20 Mitarbeiter. Vier Lehrlinge werden in fünf Montagepartien ausgebildet. Zwei Servicetechniker sorgen für flotte Erledigung der Kundenaufträge. Lehrlingsausbildung ist ein fixer Bestandteil der Firmenphilosophie; Ing. Kabicher dazu: „Seit unserer Firmengründung wurden bis dato 19 Lehrlinge – inklusive der aktuellen Jugend – ausgebildet. Bei uns am Land ist es noch einfacher Lehrlinge zu bekommen. Dennoch muss man bei der Suche nach interessierten Jugendlichen sehr aktiv vorgehen”. Immer wieder besucht die Firmenleitung den Werkunterricht polytechnischer Schulen und informieren über das Berufsbild der Haustechniker. „Hier können die Schüler ein Werkstück samt Druckprobe bauen und wir stehen mit Rat und Tat zur Seite. Fertige Monteure sind sehr schwer zu finden, daher setzen wir auf die Lehrlingsausbildung. Dadurch haben wir in Zukunft unsere eigenen Fachkräfte”, erklärt Kabicher.
Schwerpunkt Lehrlingsausbildung
Dennoch macht sich der Fachkräftemangel auch bei Kabicher bemerkbar. „Die Bereitschaft ein Handwerk auszuüben ist meiner Meinung nach rückläufig. Wobei es gerade hier große Zukunftsperspektiven und Vielfalt gibt. Gerade jetzt, beim Thema KI und Jobsicherheit”, so der Firmenchef. Das Unternehmen ist bekannt für den Kesseltausch. Grundsätzlich werden aber sämtliche haustechnischen Leistungen abgedeckt wie z. B. Badsanierungen inkl. Komplettlösungen, Klima-, Lüftungs- und Solartechnik, Reparaturen und Kleinarbeiten. Der Kundenkreis umfasst zu etwa 80 Prozent private Sanierer und Häuslbauer. Die restlichen 20 Prozent der Aufträge kommen aus Gewerbe, Industrie oder Gemeinden.
Viele Stammkunden
Der Stammkundenanteil liegt bei rund 60 Prozent. Das große Plus ist die Betreuung der Kunden nach der Beratung und der technischen Umsetzung der Anlagen. Kabicher: „Das können wir eben durch unseren eigenen Kundendienst gewährleisten. Wir verbauen bei Biomasse und Wärmepumpen auch nur zwei Marken, nämlich Fröling und Viessmann. Mit diesen Herstellern decken wir 95 Prozent unserer Aufträge ab. Dadurch kennen unsere Monteure, Techniker und Servicetechniker die Geräte bereits blind”. Bei einfachen Fragen kann sofort am Telefon geholfen werden, da die kompetenten Ansprechpartner die Regelungen auswendig kennen. Die wichtigsten Ersatzteile liegen bereits griffbereit in der Firmenzentrale auf Lager.
Wichtig sind gute Geschäftspartner
Reibungslos gestaltet sich z. B. die Zusammenarbeit mit Viega. Auch bei besonders herausfordernden Aufträgen werden immer gemeinsame Lösungen gefunden. Kabicher dazu: „Mit Viega decken wir das gesamte metallische und Alu-Verbund-Sortiment ab”. Zu den großen Trends in der Haustechnik zählen sicher die technische Vernetzung und Smart Home. Langlebigkeit und Effizienz sind bereits Standard. Vor allem das regelungstechnische Zusammenspiel sämtlicher technischer Anlagen wird immer wichtiger. Die Steuerung per Smartphone wird verstärkt nachgefragt. PV-Anlage, Wärmepumpe, Wallbox, Batteriespeicher, Elektrofahrzeuge u.s.w. verwachsen zu einer Einheit.
Förderungen & Heizungstausch Staatliche Förderungen zeigen vor allem im Heizungstausch sehr starke Auswirkungen auf die Auftragslage. Die durchschnittliche Investition einer neuen Anlage beträgt rund 30.000 Euro, je nach Grad der notwendigen Umbauarbeiten. Diese Summe ist nicht unerheblich. Die staatliche Förderung von ca. einem Drittel der Gesamtkosten, ist oft entscheidend, ob ein Auftrag erteilt wird oder nicht. Leider ist eine Überförderung – wie in den Vorjahren – auch kontraproduktiv. Der Kundenwunsch nach mehr Unabhängigkeit wird immer größer. Regionale Energiewirtschaft steht hier im Vordergrund wie z.B. Energiegemeinschaften im Strombereich oder regionale Pellets- und Brennholzbeschaffung. Kabicher: „Es besteht der große Kundenwunsch, nicht mehr von Öl und Gas abhängig zu sein”. Ing. Stephan Kabichers Wunsch für die Zukunft: „Die jetzige Größe ist ideal und soll in Zukunft beibehalten werden. Wir befinden uns im ständigen Verbesserungsprozess, um unsere Leistungen noch zielgerichteter auszuführen. Langsam wächst die dritte Generation heran. Mein Sohn Sebastian ist zehn Jahre alt. Schauen wir, was die Zukunft bringt. Ansonsten wünsche ich mir für unser Team Gesundheit und vor allem ein unfallfreies Arbeiten”.

