Innenansicht des Hydraulikmoduls der Energy Unit in Dortmund. | © Vaillant
Die Dekarbonisierung von Mehrfamilienhäusern stellt Wohnungswirtschaft und Gebäudetechnik vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit dem Anlagenbauer Alois Müller bringt Vaillant nun die modulare Energy Unit nach Österreich – eine vorgefertigte Wärmepumpen-Heizzentrale, die speziell für serielle Sanierungen sowie größere Wohn- und Gewerbeobjekte entwickelt wurde.
Die Lösung kombiniert industrielle Vorfertigung mit Wärmepumpentechnik und soll den Austausch fossiler Heizsysteme deutlich beschleunigen. Bereits realisierte Projekte in Deutschland zeigen, dass sich auch Bestandsgebäude mit begrenzten Platzverhältnissen effizient auf erneuerbare Wärme umstellen lassen.
Modulares Konzept für den Gebäudebestand
Die Energy Unit besteht aus einem Hydraulikmodul mit integrierter Speicher-, Hydraulik- und Regelungstechnik sowie einem flexibel konfigurierbaren Wärmepumpenmodul. Je nach Gebäudegröße und Heizlast sind Leistungen von rund 31 bis 114 kW möglich. Das System eignet sich sowohl für Mehrfamilienhäuser als auch für Wohnquartiere und gewerbliche Gebäude.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der industriellen Vorfertigung. Die Heizzentrale wird anschlussfertig geliefert und außerhalb des Gebäudes installiert. Dadurch verkürzen sich Montagezeiten und Eingriffe in bestehende Wohnbereiche werden auf ein Minimum reduziert.
„Tragfähige Konzepte für Mehrparteienhäuser, die sich einfach und vor allem schnell umsetzen lassen, sind für die Wärmewende unabdingbar. Die Energy Unit liefert vor allem für den österreichischen Bestand die passende Lösung, um eine nahezu unterbrechungsfreie Wärmeversorgung zu gewährleisten“, sagt Philipp Poandl, Business Development Specialist Wärmepumpe bei Vaillant Österreich.
Referenzprojekt zeigt Vorteile im Bestand
Bereits im Einsatz ist die Energy Unit bei einem Sanierungsprojekt der Dortmunder Wohnbaugesellschaft DOGEWO21. Zwei Mehrparteienhäuser aus den 1960er-Jahren wurden dort von einer Gas-Zentralheizung auf eine modulare Wärmepumpenlösung umgestellt.
Herzstück der Anlage ist eine Kaskade aus sechs Luft/Wasser-Wärmepumpen vom Typ aroTHERM plus mit dem natürlichen Kältemittel R290. Ergänzt wird das System durch Pufferspeicher und ein elektrisches Zusatzheizgerät. Die erwartete Jahresarbeitszahl liegt bei mindestens 3,5.
Standardisierung reduziert Planungsaufwand
Neben der schnellen Installation setzt Vaillant auf standardisierte Prozesse. Die Energy Unit soll insbesondere Wohnbaugesellschaften, Projektentwicklern sowie TGA-Planern und Installationsbetrieben eine wirtschaftliche Umsetzung von Heizungssanierungen erleichtern.
„Mit der Energy Unit verbinden wir industrielle Vorfertigung mit der Systemtechnik von Vaillant für eine durchgängige Lösung für den österreichischen Markt aus einer Hand“, erklärt Markus Schramm, Geschäftsführer von Alois Müller. „So entstehen skalierbare Systeme mit klaren Prozessen und hoher Ausführungsqualität.“
Fokus auf serielle Wärmewende
Mit der Einführung der Energy Unit reagiert Vaillant auf den steigenden Bedarf an standardisierten Lösungen für die Wärmewende im Gebäudebestand. Durch den modularen Aufbau lassen sich unterschiedliche Gebäudegrößen und Anforderungen flexibel abdecken – vom einzelnen Mehrfamilienhaus bis zum gesamten Wohnquartier.
